Tierschützer trauern

Wolfgang Apel gestorben

Der Vorsitzende des Bremer Tierschutzvereins, Wolfgang Apel, ist tot. Der gebürtige Bremer starb am Sonnabend im Alter von 65 Jahren nach langer und schwerer Krankheit in seiner Heimatstadt.
06.02.2017, 13:10
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Wolfgang Apel gestorben

Wolfgang Apel ist tot.

Gaby Schwab/BTSV

Der Vorsitzende des Bremer Tierschutzvereins, Wolfgang Apel, ist tot. Der gebürtige Bremer starb am Sonnabend im Alter von 65 Jahren nach langer und schwerer Krankheit in seiner Heimatstadt.

Der Bremer Tierschutzverein informierte am Montag gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund über den Tod Apels. Der deutsche Tierschutz habe ein prominentes Gesicht und eine herausragende Persönlichkeit verloren, schreiben die Verbände. Apel war von 1993 bis 2011 auch Präsident des Deutschen Tierschutzbundes und danach dessen Ehrenpräsident.

Eva Quante-Brandt, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz, würdigte ebenfalls seine Verdienste: „Mit Wolfgang Apel verlieren wir einen großen und engagierten Tierschützer, der nicht nur international und bundesweit, sondern auch gerade in Bremen maßgeblich viel für den Tierschutz bewirkt hat.“

Gegen die Affenversuche

Hier leitete Wolfgang Apel fast 40 Jahre die Geschicke des Tierverschutzvereins. Er war bekannt in der Stadt, zeigte viel Kampfgeist – zum Beispiel engagierte er sich gegen die Affenversuche an der Universität. „Er fühlte sich stets dem Wohl aller Tiere verpflichtet“, erklärte Quante-Brandt.

Apelsei 17 Jahre Mitglied der Kommission für Tierversuche gewesen, die die Bremer Behörde in Genehmigungsverfahren berät. Dort habe er zu konstruktiven, aber auch kontroversen Diskussionen beigetragen. „Wer nicht kämpft, kann nicht gewinnen“ – das sei von Anfang an Apels Motto gewesen, berichteten die Tierschutzverbände. So habe er auch die Verbandsklage im Land Bremen durchsetzen können. „Seinen eigenen Kampf hat er leider verloren.“ Apels Tod sei ein großer Verlust für den Bremer Verein, für den er so viel geleistet habe.

1978 war Apel Vorsitzender geworden. Intensiv kümmerte er sich fortan um das Bremer Tierheim – „damals eine kleine marode Fläche“, erklärt der Verein. Nach und nach entstanden Gebäude und Unterkünfte für die Tiere. Fast seine gesamte Freizeit habe Apel als ehrenamtlicher Vorsitzender in den Aufbau gesteckt. Heute sei das „Dorf der Tiere“ eines der schönsten und modernsten Tierheime Deutschlands.

Über 30 Jahre an der Spitze

Wolfgang Apel empörte sich, wenn Hunde oder Katzen brutal ausgesetzt wurden, wandte sich an die Presse, wenn Ferien bevorstanden und Haustieren wieder Unheil drohte. Er setzte sich für Tierbetreuungsbörsen ein, wetterte gegen Wildtiere in Zoos, lud regelmäßig zu Besuchersonntagen ins Tierheim oder kümmerte sich um die Projekte des Heims.

„Kinder lesen Heimkatzen vor“ ist eines davon. „Hohe Tiere“ schreckten den Tierschützer überhaupt nicht. Insgesamt stand er über 30 Jahre an der Spitze des Deutschen Tierschutzbundes, diskutierte und verhandelte mit den politisch Verantwortlichen. Tierqualen verhindern, das zählte zu seinen Lebensaufgaben.

So kämpfte er etwa gegen tagelange Tiertransporte, gegen Tierversuche generell und für mehr Tierschutz in der Landwirtschaft, zum Beispiel für eine bessere Haltung von Legehennen. „Zu einem seiner größten Erfolge in seiner Amtszeit als Präsident gehörte die Einführung des Staatsziels Tierschutz in das Grundgesetz“, würdigte ihn der Tierschutzbund.

Kondolenzbuch liegt im Tierheimbüro aus

Für seine Verdienste erhielt Apel bereits 2005 das Bundesverdienstkreuz und 2016 den Verdienstorden des Landes Berlin. Er war Vorstandsmitglied mehrerer Tierschutzkommissionen und Stiftungen und initiierte auch Tierschutzzentren, unter anderem im ukrainischen Odessa.

In Bremen war Apel zudem bis zu seinem Tod ehrenamtliches Mitglied und Sprecher des 1987 gegründeten Tierschutzbeirates bei der Gesundheitssenatorin. Der Beirat hat eine beratende Funktion gegenüber der Behörde und beschäftigt sich mit Fragen des Tierschutzes allgemein und im Land Bremen.

„In tiefer Dankbarkeit“ nehme man Abschied von WolfgangApel, erklärten Verein und Tierheim. Man sei stolz, dass mit ihm ein Bremer Tierschützer auf Bundesebene und in Europa viel bewegt habe. Wer einen letzten Gruß hinterlassen möchte, kann sich in das Kondolenzbuch eintragen, das im Tierheimbüro ausliegt (Hemmstraße 491, geöffnet von 16 bis 18 Uhr). (eho)

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