Heiße Tage in Bremen

Worauf Tierhalter jetzt achten sollten

Die hohen Temperaturen sind nicht nur für Menschen, sondern auch für Haustiere eine Herausforderung. Tierschutzvereine rufen dazu auf, die Tiere genau zu beobachten, um gegebenenfalls schnell zu reagieren.
24.06.2019, 21:33
Lesedauer: 2 Min
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Von Iris Messerschmidt
Worauf Tierhalter jetzt achten sollten

Anders als Menschen können Hunde ihre Körpertemperatur nicht mit Schwitzen regulieren.

Robert Günther/dpa-tmn

Wenn die Temperaturen steigen, wird es für Hund, Katze und andere Tiere nicht nur im Auto schnell zu warm. Da appellieren die Tierschutzvereine an alle Tierhalter, sich richtig zu verhalten, damit die Vierbeiner nicht in Gefahr geraten. Bei Hitze sollten Tiere genau beobachtet werden, um Veränderungen im Verhalten sofort feststellen und entsprechend schnell reagieren zu können.

Auch Hunde können auf unbehaarten Stellen einen Sonnenbrand bekommen, deshalb sollten sie nicht zu kurz geschoren werden. Trinkwasser muss den Tieren immer zur Verfügung stehen. Mineralwasser mit Kohlensäure eignet sich allerdings nicht. Ideal ist es, wenn die Mitbewohner auf vier Pfoten selbst entscheiden können, wann sie in der Wohnung, im Keller, auf dem Balkon oder im Garten ein kühles Plätzchen aufsuchen, an dem für sie angenehme Temperaturen herrschen. Auch Katzen, die keinen Zugang ins Freie haben, sollte in der Wohnung oder im Haus ein kühler Platz zur Verfügung stehen.

Keine Autofahrten mit Tieren

Tiere sollten nie lange ungeschützt der Sonne oder Hitze ausgesetzt werden. Das gilt zum Beispiel für Tiere, die in Freigehegen oder auf dem Balkon untergebracht sind. Sie sollten die Möglichkeit haben, sich auf einen Schattenplatz zurückziehen zu können. Mit Hunden sollte man die Zeit des Gassigehens möglichst auf den Morgen und Abend verlegen. Autofahrten mit Tieren sollten bei Hitze vermieden werden.

Zur Abkühlung für die Katze oder den Hund kann ein nasses Handtuch auf den Boden gelegt werden. Auch eine mit Wasser gefüllte Wanne nehmen die Tiere erfahrungsgemäß gerne an. Katzen dürfen nicht mit Wasser besprüht werden, weil es sie verschreckt.

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Auch Vögel und Insekten brauchen an heißen Tagen mehr Wasser, am besten an einem geschützten, aber gut sichtbarem Ort im Garten. Für Bienen und Hummeln kann man Zuckerwasser bereitstellen.

Es kommt immer noch vor, dass Hunde bei sommerlichen Temperaturen im Auto zurückgelassen werden. Dabei wird unterschätzt, dass auch in der Zeit eines vermeintlich kurzen Einkaufs sich das Fahrzeug schnell aufheizt. Bei einer Außentemperatur von 20 Grad herrschen im Wagen nach fünf Minuten 24 Grad. Nach 60 Minuten sind es bereits 46 Grad. Ein teilweise geöffnetes Autofenster nützt nichts.

Wer bemerkt, dass ein Tier bei Hitze über längere Zeit allein in einem Fahrzeug ist, sollte eingreifen. Das kann zum Beispiel durch einen Ausruf in einem Supermarkt geschehen, sofern sich das Fahrzeug auf einem Kundenparkplatz befindet. Oder durch einen Anruf bei der Polizei.

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Erst Scheibe einschlagen, wenn der Hund in akuter Lebensgefahr schwebt

Vorsicht ist beim Handeln geboten: Einfach die Scheibe einschlagen, um einem Tier zu helfen, dürfen Passanten nur in wenigen Fällen, nämlich nur dann, wenn ein sogenannter entschuldigender Notstand vorliegt, erklären Rechtsanwälte. Das sei dann der Fall, „wenn es dem Hund erkennbar so schlecht geht, dass das Warten auf den Besitzer oder die Polizei eine unmittelbare Gefahr für das Leben des Hundes bedeuten könnte“.

Laut der Bundestierärztekammer sind deutliche Anzeichen eines Hitzschlags beim Hund starkes Hecheln, Erbrechen, Durchfall, Apathie, Taumeln oder auch Krämpfe. Es empfiehlt sich, das durch Fotos oder Videos zu dokumentieren.

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