Workshops über Medien "Es geht um den Wert einer freien Presse"

In den Workshops der Reihe "Macht Medien!" können Jugendliche Filme drehen, digitale Inhalte erstellen und sich mit der Rolle der Medien auseinandersetzen. Die Bewerbungsfrist läuft bis 24.Oktober.
11.10.2021, 15:53
Lesedauer: 3 Min
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Von Sophia Allenstein

Frau Westhof, bei dem Projekt „Macht Medien!“ finden zwischen November 2021 und April 2022 verschiedene Workshops statt. Worum geht es in den Workshops?

Barbara Westhof: Es geht um die digitale Transformation der Gesellschaft und die Auswirkungen auf die Demokratie, die sich daraus ergeben. Wir befassen uns mit Themen wie Desinformationen, Social Bots, Algorithmen oder Verschwörungserzählungen und den Konsequenzen, die diese Phänomene für unsere Gesellschaft im Allgemeinen und journalistisches Arbeiten im Speziellen mit sich bringen.

Wie hat sich journalistisches Arbeiten denn verändert?

Früher war es so: Die Berichterstattung war linear, Journalisten konnten darüber entscheiden, welche Informationen an die Öffentlichkeit gelangen. Und heute, durch soziale Netzwerke etwa, können auch Privatpersonen mit ihrer Meinung eine große Öffentlichkeit erreichen.

Was sollen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus den Workshops mitnehmen?

Wir wollen in den drei Workshops Jugendliche für dieses Thema sensibilisieren, für den Wert einer freien Presse in einer demokratischen Gesellschaft. Und die Jugendlichen argumentativ stark machen, wenn sie zum Beispiel in Familienchats mit Verschwörungserzählungen oder Falschnachrichten konfrontiert werden.

Wie werden die Workshops ablaufen?

Im ersten Workshop geht es inhaltlich um das Thema Desinformation: Wie lassen sich „Fake News“ erkennen, was steckt dahinter? Welche Portale gibt es, zum Beispiel sogenannte rechts-alternative Medien, die Halb- und Unwahrheiten verbreiten? Es kommen Journalisten und Journalistinnen in das Seminar, die von ihrer Arbeit erzählen. Vielleicht jemand vom Recherchezentrum Correctiv, Reporter ohne Grenzen sind auch angefragt. Im Workshop zum crossmedialen Storytelling soll es dann darum gehen, wie man spannende Geschichten erzählen kann, über verschiedene Medien hinweg. Ein Aspekt ist etwa die Bildsprache. Wie kann ich coole Fotos aufnehmen, welche Perspektiven braucht es da, wie kann ich meine Inhalte spannend vermitteln?

Und dann gibt es noch den Abschlussworkshop.

Zum Schluss kommt eine komplette Kreativwoche, in der gemeinsam die Ausstellung gestaltet wird. Wir haben bei uns im Projekt 360-Grad-Kameras und Technik, um mit Virtual- und Augmented-Reality zu arbeiten. Da haben die Jugendlichen viele Möglichkeiten, eigene kreative Ideen umzusetzen und Medienprodukte zu erstellen. Und das soll alles in die Wanderausstellung am Ende fließen.

Welche Inhalte werden ausgestellt?

Wir haben uns bewusst dafür entschieden, das Konzept frei zu halten. Nicht vorzugeben, zu welchem Thema gearbeitet wird, sondern viel offen zu gestalten, damit die Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch ihre eigenen Themen einbringen können. Zu Beginn wird es einen Open Space geben, in dem die Jugendlichen erzählen können, was sie genau interessiert. Wir werden dazu ergänzende Kurzworkshops anbieten. Wenn die Teilnehmer sagen, sie haben total Lust auf ein Interviewtraining und wollen Experten und Expertinnen interviewen, könnten wir Journalisten und Journalistinnen ins Boot holen, die sie entsprechend schulen.

Wer kann mitmachen?

Das Projekt richtet sich an junge Menschen von 17 bis 22 Jahren. Wir freuen uns über eine bunte Zusammensetzung. Das können Menschen sein, die in Schülerzeitungen aktiv sind, junge Menschen, die sich für Politik oder kreatives Arbeiten mit Medien interessieren, Studierende. Vorwissen braucht man nicht, wir wünschen uns aber, dass die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an allen Workshops teilnehmen.

Das Gespräch führte Sophia Allenstein.

Zur Person

Barbara Westhof

arbeitet in der politischen Jugendmedienbildung und beschäftigt sich mit dem Einfluss digitaler Phänomene auf die Demokratiebildung. Sie gehört zum Koordinationsteam von „Macht Medien!“.

Info

Bewerbung mit Videoclip

Bewerben können sich Jugendliche und junge Erwachsene bis zum 24. Oktober 2021 mit einem Videoclip. Dieser sollte etwa eineinhalb Minuten lang sein, den Bewerber oder die Bewerberin kurz vorstellen und erklären, warum er oder sie am Projekt teilnehmen will. Wer nicht gerne vor der Kamera steht, kann einen Text schicken. Einreichen lassen sich die Inhalte auf der Homepage www.macht-medien-ausstellung.de. Die Workshops finden an Wochenenden und während der Osterferien im Lidice-Haus und im Bremer Presse-Club statt. "Macht Medien!“ ist eine Kooperation des Servicebureaus Jugendinformation und des WESER-KURIER.

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