Eurovision-Song-Contest-Experte Jan Feddersen im Interview "Wunder gibt es immer wieder"

Mitte. Die Fans des Eurovision-Song-Contests, die Älteren sagen gern Grand Prix, warten bereits auf die Entscheidung dieses Jahres. Wie wird der deutsche Beitrag "Satellite" von Lena Meyer-Landrut am 29. Mai in Oslo abschneiden? Experte Jan Feddersen, ist optimistisch. Mit Kornelia Hattermann sprach er über das Phänomen des musikalischen Länderwettstreits.
11.04.2010, 15:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Kornelia Hattermann

Mitte. Die Fans des Eurovision-Song-Contests, die Älteren sagen gern Grand Prix, warten bereits auf die Entscheidung dieses Jahres. Wie wird der deutsche Beitrag "Satellite" von Lena Meyer-Landrut am 29. Mai in Oslo abschneiden? Experte Jan Feddersen, ist optimistisch. Mit Kornelia Hattermann sprach er über das Phänomen des musikalischen Länderwettstreits.

Herr Feddersen, null Punkte aus Österreich kann es in diesem Jahr nicht geben..

Jan Feddersen: ...ja, die sind gar nicht dabei. Da kann ich nur sagen, wer beleidigt ist, wird nie gewinnen. Sie haben aber auch viele desaströse Lieder ins Rennen geschickt.

Von Grand-Prix-Fan zu Eurovision-Song-Contest-Anhänger: War früher alles besser?

Nee, es war alles genau das Gleiche. Früher gab es allerdings viel weniger Musiksendungen im Fernsehen, heute ist die Konkurrenz viel größer.

Und warum hat Deutschland bis auf den Sieg 1982, der Nicole mit "Ein bißchen Frieden" gelang, so schlecht abgeschnitten?

Deutschland hat oft eine unglückliche Musikwahl getroffen. Es sollte immer etwas Anspruchsvolles sein, und das war oft langweilig. Gefordert waren ein Lied, ein Text und ein Kleid, aber Deutschland wollte immer was Hochkulturelles machen, musikalisch war das oft hinter der Zeit.

Was macht heute die Faszination des internationalen Musikwettbewerbs aus?

Das Gleiche wie früher. Das Schöne ist ja, dass alle Länder die gleiche Stimmgewalt haben, das ist fast wie bei der UN. Die Stimmen von Malta zählen genauso viel wie die der Ukraine. Es passiert immer etwas Unvorhergesehenes. Und es hat was Sportliches: Niemand will verlieren, aber am Ende gibt es mehr Verlierer als Gewinner.

Worum geht es in ihrem neuen Buch "Wunder gibt es immer wieder"?

Hundert Seiten Statistik, und ich gehe der Frage nach, worin das Geheimnis des Song Contest liegt. Es ist ein Erklärwerk.

Der musikalische Wettstreit ist auch ein Spiegel seiner Zeit - was spiegelt er heute wider?

Die Länder entscheiden oft sehr rätselhaft, welche Kandidaten sie ins Rennen schicken. Aber es ist eine demokratische Entscheidung. Der Wettbewerb repräsentiert die moderne Jugend heute.

Das trifft sicher für die Musik des deutschen Beitrags und die Interpretin Lena Meyer-Landrut zu.

Sie repräsentiert die Jugend und ihre Musik besser als eine Lou oder auch Corinna May. Aber vor dem Problem, einen modernen Beitrag mit dem Faktor der internationalen Akzeptanz zu finden, stehen alle Länder.

Welche Chancen hat der deutsche Beitrag "Satellite"?

Sehr gute Chancen. Ich mag die erfrischende Art der deutschen Interpretin.

Was erwarten Sie vom Eurovision Song Contest 2010?

Ein gutes deutsches Ergebnis.

Und wo werden Sie den Abend erleben?

In Oslo!

Zur Person:Jan Feddersen, in Hamburg aufgewachsen, verfolgt den Grand Prix seit seiner Kindheit, 1992 war er erstmals in Malmö live dabei. Der 52-Jährige Journalist ist Redakteur für besondere Aufgaben bei der taz in Berlin. Sein zweites Buch über den Song-Contest heißt "Wunder gibt es immer wieder" Es enthält eine Fülle von Details aus 55 Jahren Grand-Prix-Geschichte.

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