Berliner Flughafen

Zech baut zweites BER-Terminal

Der Berliner Flughafen BER soll sein Terminal 2 von dem Bremer Unternehmen Zechbau bekommen. Dadurch erhöht sich die Startkapazität des BER.
18.09.2018, 13:26
Lesedauer: 3 Min
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Von Florian Schwiegershausen
Zech baut zweites BER-Terminal

Das Bremer Unternehmen Zechbau wird als Generalunternehmer das geplante Terminal 2 am künftigen Hauptstadtflughafen BER bauen.

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Im Herbst 2020 soll endlich der Hauptstadtflughafen BER eröffnen. Doch schon jetzt ist klar, dass die Kapazitäten nicht reichen werden. Deshalb hat die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH ein zweites Terminal geplant. Und der Bremer Bauunternehmer Kurz Zech soll es bauen. Am Dienstagmittag teilte die Flughafengesellschaft mit, dass er als Generalunternehmer den Zuschlag erhalten hat.

In weniger als zwei Jahren Bauzeit soll das zweite Terminal fertig sein, während am ersten Terminal bereits seit zwölf Jahren herumgedoktert wird. Beim ersten Terminal sind inzwischen auch die Kosten aus dem Ruder gelaufen. Deshalb betonte der Chef der Flughafengesellschaft, Engelbert Lütke Daldrup: „Die Fertigstellung des kompletten Terminals T2 bleibt innerhalb des Kostenrahmens von 200 Millionen Euro.“ So viel hat der Aufsichtsrat bewilligt für den Bau.

Kurt Zech hat sich gefreut über den Zuschlag, aber nun gehe es direkt an die Planung. Generalunternehmer heißt, dass das Gebäude am Ende schlüsselfertig übergeben wird. „Bei einem Großprojekt dieser Art werden wir für die Planung und die Bauleitung bestimmt mit 50 Mitarbeitern vor Ort sein“, sagte Zechs Unternehmenssprecher Holger Römer.

Zusätzliche Wünsche von verschiedenen Seiten

Schlüsselfertig bedeutet auch, dass alles vom Eingang bis zum Gepäckband fertig für den Gebrauch sein werde. Technisch ausgedrückt: Der Auftrag, der in einem öffentlichen mehrstufigen EU-weiten Verfahren ausgeschrieben wurde, umfasst die Leistungen für den Hochbau und die technische Ausrüstung des Gebäudes. BER-Chef Lütke Daldrup fügte an: „Aus den Erfahrungen und Schwierigkeiten mit dem äußerst komplexen Fluggasterminal T1 haben wir gelernt. Das Terminalgebäude T2 ist optisch ansprechend, aber stark funktional konzipiert. Die Vergabe des Bauauftrags an einen Generalunternehmer ist Teil dieses pragmatischen Ansatzes.“

Diese Sätze erklären ein wenig das Chaos der vergangenen Jahre am Hauptstadtflughafen. Denn für den Bau des ersten Terminals gab es keinen Generalunternehmer. Die Fäden liefen alle in der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg zusammen. Außerdem kamen von verschiedener Seite, auch aus der lokalen Politik, zusätzliche Wünsche, was der Flughafen denn noch alles haben soll – beispielsweise zusätzliche Einkaufsflächen. Doch dafür wiederum war beispielsweise die Lüftungsanlage nicht groß genug konzipiert worden.

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Das Terminal 2 soll also funktional ohne viel „Schnick-Schnack“ entstehen. Es wird nordöstlich vom bestehenden Gebäude errichtet. Auf einer Fläche von 240 Metern mal 40 Metern und einer Höhe von etwa 15 Metern soll es eine Gesamtfläche von etwa 23.000 Quadratmetern bieten. Es hat eine Kapazität von jährlich sechs Millionen Passagieren und erhöht die Kapazität in der ersten Ausbaustufe auf 28 Millionen Passagiere.

Zusammen mit dem Flughafen Schönefeld, der bis Ende 2025 in Betrieb sein wird, aus dem später mal das BER-Terminal T5 entstehen soll, können am Flughafenstandort so ab 2020 gut 40 Millionen Passagiere pro Jahr abgefertigt werden. Über Zech sagte der BER-Chef Lütke Daldrup: „Mit der Zechbau GmbH haben wir einen Generalunternehmer, der zahlreiche Bauprojekte, unter anderem am Flughafen Hannover, erfolgreich umgesetzt hat.“

Verzicht auf einen Star-Architekten

In Hannover hatte Zech am Terminal A den Shopbereich um 1700 Quadratmeter erweitert. Am Terminal 1 des BER saniert die zu Zech gehörende Firma ROM gerade die Kabeltrassen. Aber ein ganzes Flughafenterminal hat Zech bisher noch nicht gebaut. Unternehmenssprecher Römer verweist da aber auf andere Projekte mit einem hohen Aufwand: „Da sind die Kö-Bögen in Düsseldorf, entworfen vom US-Architekten Daniel Libeskind, oder auch die neue Olympus-Firmenzentrale in Hamburg.“ Jedes Projekt sei auf seine Art und Weise speziell und bedarf entsprechender Planung. Wie bei diesen Objekten wolle man die Planung genauso am BER angehen.

Auf einen Star-Architekten haben die BER-Planer nun bewusst verzichtet. Im Vordergrund steht, dass der zweckmäßige Bau pünktlich und innerhalb des Kostenrahmens fertig wird. BER-Sprecher Daniel Tolksdorf verwies in diesem Zusammenhang auf das Regierungsterminal: „Das ist auch recht funktional, und die Fertigstellung liegt voll im Zeitplan.“ Dieses Terminal wäre noch in diesem Jahr bereit zur Übergabe. Doch die Bundesregierung will es erst ab 2020 mit der Gesamteröffnung des Flughafens nutzen.

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Die Baugenehmigung für das Terminal 2 liegt bereits vor. Im Juli hat das Bauordnungsamt vom Landkreis Dahme-Spreewald das Okay gegeben. Zudem wurden die erforderlichen Vorbereitungen für das Baufeld planmäßig abgeschlossen. Deshalb kann laut Flughafengesellschaft in den kommenden Tagen mit allen Arbeiten zur Bauvorbereitung begonnen werden. Einen offiziellen Termin für den ersten Spatenstich gibt es noch nicht. Gleichzeitig gibt es Umlandgemeinden, die gegen den Bau des Terminals 2 klagen wollen. Sie fordern ein Extra-Planfeststellungsverfahren. Das würde den Bau um einige Jahre verzögern. Ob das bereits erstellte Verfahren für den gesamten Bau ausreicht, muss notfalls das Verwaltungsgericht entscheiden.

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