Durchbruch bei Innenstadt-Projekt

Zech kann Parkhaus Mitte kaufen

Ein wichtiges Hindernis für den Bau des Einzelhandelskomplexes "City-Galerie" in der Bremer Innenstadt ist aus dem Weg geräumt. Der Investor Kurt Zech kann das Parkhaus Mitte kaufen und abreißen.
19.12.2017, 13:47
Lesedauer: 3 Min
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Zech kann Parkhaus Mitte kaufen
Von Jürgen Theiner
Zech kann Parkhaus Mitte kaufen

Das Parkhaus Mitte in Bremen kann abgerissen werden.

Christina Kuhaupt

Ein Kernprojekt der Bremer Innenstadtentwicklung kommt ein wichtiges Stück voran. Die Senatsspitze hat dem Investor Kurt Zech am Dienstag mitgeteilt, dass er das Parkhaus Mitte kaufen kann, um es abreißen zu lassen und dort einen Einzelhandelskomplex zu errichten. Das Projekt trägt die Bezeichnung „City-Galerie“. Der Verkaufsprozess stockte seit Monaten, weil der Wert des Grundstücks und der vorhandenen Bebauung noch nicht ermittelt war. Nach Informationen des WESER-KURIER gibt es inzwischen Zahlen, wenn auch noch kein abschließendes Gutachten.

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Auf dieser Basis kann Zech nun aber mit seinem Projekt voranschreiten. Darüber haben ihn am Dienstag Bürgermeister Carsten Sieling (SPD), Bürgermeisterin Karoline Linnert (Grüne), Bausenator Joachim Lohse (Grüne) und Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) in Kenntnis gesetzt. Auch die hochkarätige Zusammensetzung dieser Runde sollte an Zech eine Botschaft aussenden: Politik und Verwaltung messen dem Bauvorhaben des Investors einen sehr hohen Stellenwert bei.

„Ich freue mich über diese Entscheidung, der erste Schritt ist vollzogen“, sagte Kurt Zech dem WESER-KURIER. „Alles Weitere wird in den kommenden Monaten verhandelt und soll in der ersten Jahreshälfte zum Abschluss gebracht werden.“ Anfang des Jahres werde sich eine Arbeitsgruppe formieren, um den Kaufvertrag zu erarbeiten. Ein endgültiger Preis für die Immobilie sei noch nicht vereinbart worden.

Senat war deutlicher Kritik ausgesetzt

Der nun angebahnte Eigentümerwechsel beim Parkhaus Mitte ist für beide Seiten eine dringend benötigte Erfolgsnachricht. Der Senat sah sich wegen des zeitlichen Verzugs bei der Wertermittlung zuletzt deutlicher Kritik ausgesetzt, auch von Zechs Seite. Im Juni hatte der Unternehmer sein Interesse am Erwerb des Parkhauses bekundet, Mitte November war die Stadt noch nicht in der Lage, ihre finanziellen Erwartungen zu beziffern. „Ein halbes Jahr zu überlegen, passt nicht in die heutige Zeit“, hatte Zech daraufhin beim „Bremer Unternehmergespräch“ den Senat ermahnt.

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Nun kann der international agierende Bremer Bauunternehmer zeigen, ob er mit seinem City-Galerie-Projekt der Innenstadt entscheidende Impulse verleihen kann. Die Parkhaus-Immobilie übernimmt er mit all ihren Problemen. Unter anderem sind Baulasten zugunsten des benachbarten Kaufhof abzulösen. Zech hatte sich bereits vor einiger Zeit optimistisch gezeigt, den Kaufhof in das Projekt einbinden zu können. Doch noch vor drei Wochen gab sich die Eigentümerin des Warenhauses, das Frankfurter Immobilienunternehmen DIC Asset, eher zurückhaltend. Es gebe keine konkreten Verhandlungen, so eine Sprecherin, „zu gegebener Zeit“ werde man sich aber „Gesprächen rund um eine mögliche Neu- und Weiterentwicklung der Innenstadt aufgeschlossen“ zeigen.

Die Nachricht von der Zusage der Senatsspitze an Kurt Zech war am Dienstag kaum in der Welt, da gab es schon die ersten, höchst unterschiedlichen Reaktionen aus der Politik. Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Dieter Reinken, sah den „gordischer Knoten zerschlagen“. Mit der Ankündigung des Senats, Zech das Parkhaus zum Kauf anzubieten, sei „die Basis dafür gelegt worden, dass die City ihr Gesicht nachhaltig und positiv verändern kann. Die Bremer Innenstadt erhält damit eine klare Entwicklungs- und Zukunftschance“, so Reinken. Zusammen mit dem geplanten Jacobs-Hof und vielen weiteren größeren und kleineren Projekten werde die City-Galerie „als echtes Leuchtturmprojekt für eine deutliche Belebung der Innenstadt sorgen“, zeigte sich Reinken überzeugt. Es geht darum, „dass die City – samt ihrer zahlreichen Arbeitsplätze – auch weiterhin in der Konkurrenz zu den Einkaufszentren auf der grünen Wiese bestehen kann“.

CDU erwartet mehr Tempo

Für die Christdemokraten sind die zurückliegenden Monate dagegen ein Beleg für die „Schnarchnasigkeit“ des Senats. Zunächst habe Rot-Grün den Abriss des Parkhauses als Spinnerei abgetan. Der Kaufofferte an Kurt Zech sei dann „ein halbes Jahr Stillstand vorausgegangen“, schimpfte der CDU-Baupolitiker Heiko Strohmann. Bei den jetzt anstehenden Schritten erwarte er mehr Tempo. Es müssten „zügig Beteiligungsprozesse initiiert und Bauplanung und -recht auf den Weg gebracht werden, ohne dass sich die Ressorts in ihren üblichen Streitigkeiten verfangen. Nur dann lässt sich die Chance verwirklichen, unsere Innenstadt modern und innovativ zu gestalten“, so Strohmann.

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