Peter Burtchen auf den Spuren der Straßenbahngeschichte in der Neustadt / Sonderfahrt mit 50 Interessierten Zeitreise auf den Gleisen

Der Verein Freunde der Bremer Straßenbahn setzt die Sonderlinie 7 für Zeitreisen ein – dieses Mal durch den Bremer Süden. In einer historischen Bahn aus dem Jahr 1967 unternahmen 50 Interessierte eine Reise durch die Straßenbahngeschichte, bei der auch die Stadtentwicklung auf der linken Weserseite in den Fokus rückte.
11.06.2012, 05:00
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Von Nantke D. Garrelts

Der Verein Freunde der Bremer Straßenbahn setzt die Sonderlinie 7 für Zeitreisen ein – dieses Mal durch den Bremer Süden. In einer historischen Bahn aus dem Jahr 1967 unternahmen 50 Interessierte eine Reise durch die Straßenbahngeschichte, bei der auch die Stadtentwicklung auf der linken Weserseite in den Fokus rückte.

Neustadt. In der Sonderlinie 7 nahmen rund 50 Interessierte die Spur der Straßenbahngeschichte in der Bremer Neustadt auf. Die Freunde der Bremer Straßenbahn hatten zu dieser Zeitreise eingeladen.

Über den Abschnitt südlich der Weser und den Wandel des Streckennetzes im Lauf der Geschichte konnten Straßenbahnbegeisterte und Geschichtsinteressierte Interessantes erfahren. In einer Bahn aus dem Baujahr 1967, die auch in dem Film "Neue Vahr Süd" zu sehen ist, fuhren rund fünfzig Fahrgäste vom Hauptbahnhof bis Huchting, über den Betriebshof der BSAG an der Neuenlander Straße, anschließend zum Flughafen, über Huckelriede bis Kattenturm und durch die Westerstraße zurück zum Hauptbahnhof.

Einst zwei Netze

Vor 65 Jahren waren Altstadt und Neustadt ohne Brückenverbindung voneinander abgeschnitten, erfuhren die Mitfahrer von Straßenbahnfreund Peter Burtchen aus Utbremen. Nach Kriegsende dauerte es zwei Jahre bis wieder eine Verbindung über Weser und Werdersee geschaffen war. In dieser Zeit gab es zwei Straßenbahnnetze in Bremen. Sie waren mit "N" oder "A" gekennzeichnet.

Peter Burtchen und Heiner Brünjes, der bei der Bremer Straßenbahn AG für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, erzählten aus ihrem erstaunlichen Gedächtnis über längst stillgelegte Linien, wussten über die Stadtentwicklung links und teilweise auch rechts der Weser bestens Bescheid. Außerdem ließen sie manche Anekdote in ihre Ausführungen einfließen, etwa die über die Kneipe von Friedrich Ebert an der Osterstraße. "Die Geschichte der Neustadt ist ja schon etwas kompliziert", gibt Peter Burtchen zu. "Aber ich habe die Entwicklung ja in meiner Kindheit selbst miterlebt."

Die Fahrgäste nutzten die zweistündige Fahrt, um Erinnerungen aufzufrischen oder die Stadt neu kennenzulernen. Joachim Marzahn aus Arsten hatte seinen "uralten Straßenbahnfreund" Helmut Donk aus Jever eingeladen, um ihm die Stadt auf diese Weise zu zeigen. Der war begeistert: "So eine schöne Straßenbahnfahrt habe ich lange nicht mehr gehabt", lacht der Pensionär, der Straßenbahn-Modelle sammelt.

Joachim Marzahn kommt angesichts der Veränderungen im Stadtbild ins Schwelgen: "Nach dem Krieg fuhren wir für zehn Pfennige", verrät er, als die historische Bahn durch den Buntentorsteinweg fährt. An Arbeiterhäusern und grauen Hochhäusern über rot bemooste Gleisbetten geht es durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts – ob von Pferden gezogen oder elektrisch betrieben, die Bremer Straßenbahn gehörte immer dazu.

Mehr zu Verein und Aktivitäten der Freunde der Bremer Straßenbahn: www.fdbs.net.

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