In eigener Sache Was erwarten unsere Leser?

Was erwarten Leser von ihrer Zeitung? Was Digital-Kunden betrifft, wissen Redaktionen das inzwischen gut. Anders sieht es bei Print-Lesern aus. Ihre Wünsche untersucht das Projekt Lesewert von diesem Montag an.
18.10.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von WK

Was erwarten Sie sowie andere Leserinnen und Leser von dieser Zeitung? Was interessiert sie besonders, was mäßig? Welche Textsorten bündeln Interesse auf sich, welche Überschriften ziehen in den Text? Um den Nerv und das Interesse der Leserschaft zu treffen, verlassen sich Redaktionsmitglieder auf ihren Erfahrungsschatz und auf ihr Gespür. 

Seit vielen Jahren bemüht sich die Leserforschung verschiedener Methoden, um zu ergründen, was eine Regionalzeitung haben muss, um Leser von sich zu überzeugen. In regelmäßigen Abständen hat der WESER-KURIER derlei Untersuchungen angestrengt, um diese Wissenslücken zu schließen. Aber nichts ist für immer, das gilt auch das Leserinteresse.

"Es ist an der Zeit, unsere Arbeit wieder einmal zu überprüfen", sagt WESER-KURIER-Vorstand David Koopmann. "Wir verstehen uns als Dienstleister, nicht als Oberlehrer. Wir schreiben unseren Kunden nicht vor, was sie zu interessieren hat. Gerade eine Regionalzeitung hat die Aufgabe, für die Bevölkerung in ihrer Vielfalt und Breite da zu sein. Wir müssen wissen, was wir tun können, damit die Informationen über Bremen und die Region, auch bei denen angekommen, für die sie wichtig sind - zur Orientierung in einer immer komplexer werdenden Welt, zur Meinungsbildung, zur Stärkung der Demokratie."

Freiwillige Projektteilnehmer

Zahlreiche Leserinnen und Leser, auch der Regionalausgaben DIE NORDDEUTSCHE und des Achimer Kurier, haben sich bereit erklärt, sich von diesem Montag an über acht Wochen an der Untersuchung zu beteiligen. "Weil sich unsere Leserinnen und Leser dankenswerter Weise Zeit nehmen, werden wir in den nächsten Wochen Antworten auf zentrale Fragen bekommen: Sind unsere Beiträge lesernah und relevant genug? Sind unsere Berichte verständlich? Bilden wir das pralle Leben in Bremen und der Region ab? Womit liegen wir falsch?"

Auf solche Untersuchungen spezialisiert hat sich die Mehrwertmacher GmbH mit Sitz in Dresden, die sich aus der Redaktion der "Sächsischen Zeitung" entwickelt hat. "Mit Lesewert haben wir eine Analyse-Methode entwickelt, die erstmals ein Live-Leser-Feedback für journalistische Inhalte bietet, unabhängig davon, auf welchem Kanal diese veröffentlicht werden: in der gedruckten Zeitung, im E-Paper oder auf dem Onlineportal. Seit 2011 geben Tausende Print-Abonnenten von Tageszeitungen wie der ,Sächsischen Zeitung' oder von Magazinen wie ,Der Spiegel' Feedback darüber, wie sie ihr Medium nutzen", heißt es in der Selbstbeschreibung der Mehrwertmacher.

Mit einem Scanstift wird erfasst, welche Artikel wie intensiv gelesen worden sind. Die Redaktion erhält Daten für jeden Text. "Dieser Lesewert ähnelt einer detaillierten Einschaltquote", so die Mehrwertmacher. Sie helfen, "redaktionelle Inhalte thematisch stärker nach den Leser-Interessen zu gestalten: Topthemen werden fortgesetzt und erhalten mehr Raum".

Kleine Veränderungen

Bitte nicht wundern: Um möglichst umfassend zu ergründen, was Leserinnen und Lesern mehr entgegenkommt und was weniger, werden in den nächsten Wochen hier und da auch neue Darstellungsformen erprobt werden. Artikel werden womöglich anders aussehen, anders aufgebaut sein, eine ungewöhnliche Perspektive einnehmen oder anders platziert werden. Die jeweiligen Lesewerte werden zeigen, ob diese Art der Aufbereitung von Informationen auf Gefallen stoßen. 

"Wir sind zuversichtlich, dass die Lesewert-Untersuchung die Qualität des WESER-KURIER auf allen Verbreitungswegen weiter verbessert - im Sinne unserer Kundschaft", sagt David Koopmann. Ein Überblick über die Ergebnisse der Studie wird nach ihrem Abschluss veröffentlicht. Bestenfalls wird aber auch so offensichtlich, dass die Redaktion im Laufe des Projekts hinzu gelernt hat und noch besser weiß, was Leserinnen und Leser von ihr erwarten.

Info

Mehr zur Methode finden Sie unter www.lesewert.de

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