Zigarillo-Prozess am Landgericht

Drei Männer zu Bewährungsstrafen verurteilt

Das Bremer Landgericht hat am Donnerstag drei Männer zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt. Sie hatten gestanden, Ostern 2014 an einem groß angelegten Diebstahl von Zigarillos beteiligt gewesen zu sein.
18.06.2020, 15:14
Lesedauer: 1 Min
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Drei Männer zu Bewährungsstrafen verurteilt
Von Nina Willborn

Der Deal waren Geständnisse gegen Bewährungsstrafen und so ist es auch gekommen. Das Landgericht hat am Donnerstagvormittag drei Männer im Alter von 34, 39 und 40 Jahren wegen ihrer Beteiligung am Diebstahl von insgesamt 157 500 Stangen Zigarillos der Marke „Pall Mall“ im Gesamtwert von 3,4 Millionen Euro aus einem Lagerraum der Firma Brinkmann verurteilt. Zuvor hatten sich alle Beteiligten darauf verständigt, dass die Angeklagten aussagen, was das Gericht zu ihren Gunsten werten würde. Die groß angelegte Tat war Ostern 2014 geschehen.

Mit einem Jahr und neun Monaten die höchste der jeweils mit einer zweijährigen Bewährung ausgesetzten Haftstrafen bekam der 34-Jährige. Ihn verurteilte die Kammer wegen Diebstahls in besonders schwerem Fall. Der Mann hatte gestanden, sowohl beim Abtransport eines Teils der Beute beteiligt gewesen zu sein als auch die Suche nach zwei Lagerorten organisiert zu haben. Das bewertete das Gericht als „wesentlichen Beitrag zur Tat“. Zudem erhält er die Auflage, zwei Jahre lang jeweils 30 Euro pro Monat zu zahlen. Die 39 und 40 Jahre alten Angeklagten wurden wegen Hehlerei und verbotenem Munitions- beziehungsweise Waffenbesitz jeweils zu einem Jahr und fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Sie hatten ausgesagt, vom ersten Angeklagten wegen der Lager kontaktiert worden zu sein und später versucht zu haben, einen Teil der Zigarillos nach Bernau in Brandenburg zu verkaufen. Für alle Angeklagten gilt, dass zwei Monate ihrer Strafe als verbüßt gelten, weil das Verfahren bereits im März gestartet war, aber aufgrund der Pandemie abgebrochen werden musste.

Viele Fragen rund um den Zigarillo-Diebstahl sind aber auch nach Abschluss dieses Verfahrens noch ungeklärt. So ist zum Beispiel unklar, wer der Kopf hinter der Aktion war – der Hauptverdächtige ist abgetaucht, das Verfahren gegen ihn deshalb eingestellt. Auch bislang nicht aufgetaucht sind nach Angabe der Richterin zwei Drittel der Beute, Gegenstand des Verfahrens waren lediglich die 48 Paletten mit der Tabakware, die erst auf einem Pferdehof bei Groß Ippener und ein Teil davon später auf dem Gelände des Klinikums Mitte gelagert worden waren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

++ Der Artikel wurde aktualisiert um 15.12 Uhr ++

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