Am 4. Juni locken 18 Ausstellungshäuser mit viel Programm zur Langen Nacht der Museen / Auch Barrierefreiheit wird thematisiert

Zu später Stunde von Kunst und Kultur „bewegt“

Bremen. Spielt das Wetter mit? Kommen genügend Menschen in die Museen? Gibt es womöglich Konkurrenzveranstaltungen, die den Zulauf schmälern? Wenn die Teams in den Bremer Ausstellungshäusern sich für die Lange Nacht der Museen rüsten, spielen alle diese Fragen eine wichtige Rolle. Während der Termin – es ist der 4.
26.04.2016, 00:00
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Spielt das Wetter mit? Kommen genügend Menschen in die Museen? Gibt es womöglich Konkurrenzveranstaltungen, die den Zulauf schmälern? Wenn die Teams in den Bremer Ausstellungshäusern sich für die Lange Nacht der Museen rüsten, spielen alle diese Fragen eine wichtige Rolle. Während der Termin – es ist der 4. Juni – für interessierte Besucher noch in weiter Ferne liegt, wird in den 18 Häusern, die sich dieses Mal am bunten Programm der Langen Nacht der Museen in Bremen beteiligen, längst schon eifrig geplant. „Bewegt“ soll es zugehen – der Titel ist Programm. „Wir wollen Besucher bewegen, aber auch zeigen, was Museen bewegt“, sagt Claudia Rosen von den Museen Böttcherstraße.

Die Zahl jener Menschen, die sich jedes Jahr bewegen lassen, in der Langen Nacht zwischen 18 und 1 Uhr in die Bremer Museen zu gehen, ist eine wichtige Größe. In den einzelnen Häusern werden deshalb die ankommenden Besucher „geklickt“ und am Ende der Nacht wird zusammengezählt, wie viele Besucher es wo gewesen sind. Rund 18 000 Besuche verkündeten die Organisatoren im vergangenen Jahr. Voller Erleichterung, denn 2014 lag die Zahl nur bei rund 15 000, im Jahr davor nur bei 11 500. 2014 hatte man sich deshalb schon Gedanken gemacht, mit welchen Kooperationen das Kulturspektakel wieder attraktiver werden könnte. Mit der Idee, Tanz- und Theaterproduktionen, den Kunstfrühling oder auch „Poetry On the Road“ mit einzubeziehen, lag man offenbar richtig. Die Besucherzahlen steigen seitdem wieder. Auch in diesem Jahr haben sich die Organisatoren der Langen Nacht deshalb Kooperationspartner gesucht.

Einer davon ist die Shakespeare Company, die in vier Häusern Kurzinszenierungen ihres aktuellen Stücks „Pericles“ aufführen wird, darunter im Paula-Modersohn-Becker-Museum. Das Universum hat sich mit dem Blinden- und Sehbehindertenverein zusammengetan, um Angebote für Menschen mit Einschränkungen zu entwickeln. „Barrierefreiheit ist ein wichtiges Thema in mehreren Häusern in der Langen Nacht“, sagt Claudia Rosen. So soll es im Werder-Bremen-Museum, dem Wuseum, auch darum gehen, wie man Fußballspiele hörbar macht. Im Übersee-Museum können Interessierte einen Crash-Kurs in der Gebärdensprache machen.

Ein weiterer Programmschwerpunkt widmet sich wie in den vergangenen Jahren Kindern und Familien. Im Ludwig-Roselius-Museum sollen Kinder ihre Augen ganz besonders offen halten, denn es gibt dort am Abend ein Quiz, das genaues Hinsehen belohnt. Und in der Kunsthalle führen Kinder Familien zu ausgewählten Kunstwerken, über die sie berichten. Außerdem laden die Museumsschnecke Clara und Albrecht, das Nashorn, dort zu einem Spaziergang zu bewegenden Bildern ein. Und im Universum können Kinder ihren eigenen „Bürstenfuzzi“-Roboter bauen.

Bewegen will auch das Hafenmuseum mit unterschiedlichen Programmschwerpunkten. „Beweg deine Kiste“ heißt es unter anderem. Und Besucher können frisch in Bremen gerösteten Kaffee verkosten und sich dann von einer Wahrsagerin bewegen lassen, die ihnen die Zukunft aus dem Kaffeesatz liest.

Wer dabei ist: Altes Pumpwerk, Das Depot – Das Bremer Straßenbahnmuseum, Dom-Museum im St. Petri Dom, Focke-Museum, Gerhard-Marcks-Haus, GAK – Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Hafenmuseum Speicher XI, Krankenhaus-Museum, Kunsthalle Bremen, Museen Böttcherstraße, Militärgeschichtliche Sammlung, Schulmuseum Bremen, Städtische Galerie Bremen, Übersee-Museum Bremen, Universum Bremen, Weserburg – Museum für moderne Kunst, Wilhelm-Wagenfeld-Haus, Wuseum – Werder Bremen Museum.

Was die Kunst nachts kostet: Eintrittsbänder und das Programmheft gibt es ab Anfang Mai in allen teilnehmenden Museen, im Pressehaus des WESER-KURIER und im BSAG-Center am Bahnhof Vegesack. Erwachsene zahlen 12 Euro (mit der Abocard, für Kinder, Studierende, Arbeitslose 9 Euro). Familien (maximal zwei Erwachsene und drei Kinder 4 bis 17 Jahre) zahlen 24 Euro, ermäßigt 18 Euro. Ein Late-Night-Ticket gibt es für 6 Euro (gilt ab 22 Uhr). Die Eintrittsbänder gelten auch für die Party in der Kulturküche, Weserburg (ab 23 Uhr), für BSAG-Bahnen und -Busse, den Schiffshuttle auf der Weser, den Shuttle zwischen Kunsthalle und Krankenhaus-Museum und für die historische Straßenbahnlinie 7 (gültig von 17 Uhr bis 3 Uhr morgens).

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