Bremen räumt auf Zu viel Müll liegt herum

Achtlos entsorgter Unrat verdreckt die Stadt - dagegen kämpft die Aktion „Bremen räumt auf“. Sie ruft für diesen Freitag und Sonnabend alle Bürger zum öffentlichen Putzen auf. 20 000 Anmeldungen liegen vor.
27.03.2019, 18:11
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Von Elke Hoesmann

Überall Müll – weg damit! Das hat sich die Stadtputzaktion „Bremen räumt auf“ vorgenommen. 20 000 Menschen wollen mitmachen, so viele haben sich laut Organisationsteam bereits für den öffentlichen Frühjahrsputz an diesem Freitag oder Sonnabend angemeldet. Wer jetzt spontan beschließt, dabei zu sein, kann sich noch melden und bis Sonnabendvormittag ein kostenloses Aufräum-Set in einer Recyclingstation holen. Für alle Teilnehmer gilt: Hinein mit Getränkedosen, Plastiktüten, Einwegbechern und Co in den Sack. Denn der weggeworfene Unrat verschandelt nicht nur Bremens Wege und Grünanlagen, er belastet auch die Umwelt.

Gleich mehrere Gruppen wollen diesmal die Ufer von Weser und Seen entmüllen. So organisieren BUND und „Bremen räumt auf“ eine Sonderaktion zum Gewässerschutz am Sonnabend beim Bürgerhaus Weserterrassen. Und die Umweltschützer von Sea Shepherd starten gegen 10 Uhr am Fähranleger ein „Beach Cleanup“. Auch die Gruppe Foodsharing ­Bremen lädt zum Osterdeichputz ein (ab 9 Uhr Hal-över-Anleger).

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Am Werdersee will am Sonnabend unter anderem die Surfrider Foundation aufräumen (10 Uhr, Huckelrieder Weg 1). Auch die Schülerbewegung „Fridays for Future“ in Bremen hat sich für eine Anti-Müll-Aktion am Werdersee angemeldet. Wie die Organisatoren weiter berichten, geht es auch am Vahrer See diesen Sonnabend zur Sache: Rund um den See wird gejoggt und dabei Abfall gesammelt. Das nennt sich Plogging – die Aktion ist eine Idee des Bürgerzentrums Neue Vahr.

17 Jahre in Folge

Zum Auftakt am Freitag, 29. März, stecken vor allem Kita-Kinder, Schüler sowie Mitarbeiter von Bremer Unternehmen den Müll in Säcke. Rund 75 Kitagruppen und knapp 100 Schulen haben sich angemeldet – „mal einzelne Klassen, mal Jahrgänge, mal die ganze Schule“, berichtet Inga Adels vom Projektmanagement „Bremen räumt auf“. Spitzenreiter sei bisher das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium mit 870 angemeldeten Teilnehmern. Außerdem würden sich mindestens 57 Unternehmen am schon traditionellen Frühjahrsputztag der Firmen beteiligen.

Seit 17 Jahren in Folge räumt Bremen auf. Was 2002 als kleine Gemeinschaftsaktion mit 150 Personen begann, hat sich zu einem großen Event mit meist mehr als 20 000 Teilnehmenden jährlich entwickelt, heißt es. Diese sammelten beispielsweise im vergangenen Jahr circa 27 Tonnen Müll. Initiiert wird die Aktion von der Bremer Stadtreinigung, der SWB AG, der Sparkasse Bremen, der Gewoba und vom WESER-KURIER – stets begleitet von Grünhold, dem grünen Putzteufel. Schirmherr ist Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne).

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Wer noch zögert, teilzunehmen und Fragen zur Aktion hat, kann sich im Internet unter www.bremen-raeumt-auf.de gründlich informieren und auch anmelden. Einigen Bremern ist offenbar nicht klar, was sie mit dem aufgesammelten Abfall machen sollen. „Die vollen Säcke müssen zu unseren Abgabestellen gebracht werden, damit die Müllabfuhr sie entsorgen kann“, erklärt Inga Adels. Es seien mehr als 300 Müllsammelstellen in allen Stadtteilen eingerichtet worden. Die Standorte finde man in den Unterlagen, die die Teilnehmer an den Recyclingstationen erhielten.

Telefon-Hotline bei ungewöhnlichem Müll

Zum Aufräum-Set gehören neben Routenplänen und Sammelregeln noch Handschuhe und – Müllsäcke. Schulen und Kitas bekamen das Material auf Wunsch kostenlos angeliefert. Eine Telefon-Hotline (04 21 / 491 55 40 16) dient auch zur Anmeldung und ist bis Sonnabendmittag geschaltet – wichtig, wenn etwa Sammler ungewöhnlichen Müll entdecken und nicht weiterwissen. Sollen Spritzen oder Batterien in den Sack? Was tun mit dem Kühlschrank im Gebüsch? „Am Telefon können wir gleich Auskunft geben“, sagt Adels.

Die Initiatoren wollen das Engagement aller Beteiligten mit einem großen Abschlussfest belohnen: Am Sonnabend, 18. Mai, 14 bis 18 Uhr, heißt es auf dem Marktplatz „Bremen räumt auf sagt Danke!“

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