Bündnis kämpft für mehr Freiräume

Zu wenig Spielflächen

Bremen. Das Bündnis für eine lebenswerte Stadt kritisiert die Bebauung von öffentlichen Spielplätzen in Bremen. Beispiele dafür seien die Planungen für den Kita-Ausbau in Findorff, in der östlichen Vorstadt und in Osterholz.
11.09.2016, 00:00
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Zu wenig Spielflächen
Von Kristin Hermann

Bremen. Das Bündnis für eine lebenswerte Stadt kritisiert die Bebauung von öffentlichen Spielplätzen in Bremen. Beispiele dafür seien die Planungen für den Kita-Ausbau in Findorff, in der östlichen Vorstadt und in Osterholz. „Mit zunehmender Bebauung laufen wir Gefahr, wertvolle Freiräume und wichtige Spiel- und Bewegungsflächen für Kinder und Jugendliche auf Dauer zu verlieren“, sagt Ulf Jacob, ein Sprecher der Initiative.

Gerade in dicht bebauten Stadtteilen seien freie Spiel- und Aufenthaltsflächen bereits Mangelware. In diesen Stadtteilen dürften öffentliche Spiel- und Bewegungsflächen für Kinder und Jugendliche nicht weiter reduziert werden, fordert das Bündnis, dem sich neben der Architektenkammer, dem Verband Garten- und Landschaftsbau Niedersachsen-Bremen, dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten und dem BUND auch der Landessportbund und Umwelt Bildung Bremen angeschlossen haben.

Außerdem kritisiert das Bündnis die Pläne von Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD), neben der Bebauung von weiteren Kinderspielplätzen auch Mobilbauten auf Kita-Außenflächen zu stellen. „Es kann keine Lösung sein, dass erneut Kinder die Folgen der Kita-Krise ausbaden müssen und wichtige Spiel- und Bewegungsflächen der städtischen Kitas dem Bau von Mobilbauten weichen müssen“, sagt Jacob.

Holger Hofmann, Geschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerks, beklagte auf einer Veranstaltung am Freitag zu diesem Thema die zunehmend schlechten Bedingungen für Kinder in der Stadt: Kommunale Spielplätze würden teilweise oder vollständig rückgebaut, informelle Spielorte wie Brachflächen würden der Nachverdichtung und dem Straßenausbau geopfert. Zudem würden Fachplanungen für Spiel und Bewegung dem Willen einzelner Akteure in Politik und Verwaltung überlassen.

Das Bündnis begrüße die aktuellen Pläne für ein Bremer Spielraumförderkonzept, doch würden diese von den anstehenden Bebauungsplänen und dem Sanierungsstau aller Voraussicht nach überholt. Eine Planung ohne ausreichend öffentliche Spielräume sei inhaltsleer. Eine wünschenswerte ganzheitliche Betrachtung der Stadt als Spielraum erfordere zukünftig ebenso eine bessere Vernetzung der verantwortlichen Ressorts Soziales, Bildung, Verkehr und Bau, forderte Jacob.

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