Polizei: 60 Prozent Erfolgsquote Zufrieden mit Bodycam-Testlauf

Das Fazit der Bremer Polizei, nach dem einjährigen Einsatz von Bodycams, fällt positiv aus: In sechs von zehn Fällen hatten die Kameras eine deeskalierende Wirkung oder dienten der Beweissicherung.
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Zufrieden mit Bodycam-Testlauf
Von Jan Oppel

Ein Jahr lang hat die Bremer Polizei den Einsatz von Körperkameras getestet. Ihr Fazit fällt nach dem Probelauf insgesamt positiv aus: In sechs von zehn Fällen hätten die Bodycams eine deeskalierende Wirkung gehabt oder als Mittel zur Beweissicherung gedient, heißt es im Abschlussbericht, den die Polizei am Donnerstag bei einer Sitzung der Innendeputation präsentiert hat. In vier von sechs Fällen blieb die gewünschte Wirkung aus. Vor allem Betrunkene oder Menschen, die Drogen genommen haben, lassen sich von den kleinen Kameras offenbar wenig beeindrucken.

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Für Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) ist der Testlauf ein Erfolg: „Die Kameras haben sich bewährt“. Diese Auffassung teilt auch Wilhelm Hinners, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: „Ganz offensichtlich haben die Bodycams zur Deeskalation beigetragen.“ Der SPD-Politiker Sükrü Senkal hob hervor, dass der Kamera-Einsatz bei Auseinandersetzungen für Polizisten und ihr jeweiliges Gegenüber gleichermaßen ein Gewinn sei.

Kameras kamen 166 Mal zum Einsatz

Nachdem die Bremer Polizei sechs Bodycams angeschafft und knapp 30 Beamten im Umgang geschult hatte, wurde der Einsatz ab November 2016 zwölf Monate lang erprobt – vor allem rund um den Hauptbahnhof und im Viertel. Die Bodycams haben nach Polizeiangaben dazu beitragen, Gewalt-Eskalationen zu verhindern. Zudem seien Gaffer durch die Kameras abgeschreckt worden. Bei 78 Einsätzen schalteten die Beamten insgesamt 166 Mal die Körperkameras ein. Bei knapp einem Viertel aller Einsatzsituationen reichte allein die Ankündigung aus, die Bodycam einzuschalten, um die Lage zu beruhigen.

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Jan Timke von den Bürgern in Wut kritisierte, die Bodycams seien während der Testphase nicht durchgängig im Einsatz gewesen. „Wenn wir so ein Projekt beschließen, erwarte ich aber, dass die Kameras eingesetzt werden und nicht irgendwo auf der Wache herumliegen“, so Timke.

Die Polizei will die Bodycams zunächst wie bisher rund um den Hauptbahnhof und im Viertel nutzen. Der Einsatz könne aber auch auf Volksfeste, wie etwa den Freimarkt ausgeweitet werden, heißt es im Abschlussbericht. Dazu sollen die Körperkameras im Einsatzdienst und bei der Bereitschaftspolizei getestet werden.

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