Bahnhof Oberneuland

Zug um 7.15 Uhr bald wieder in Sicht

Der Umbau des Bahnhofs in Oberneuland kommt - nur später als ursprünglich geplant. Frühestens Ende 2019 soll der Bahnhof barrierefrei sein. Die Bauarbeiten sind umfangreich und finden nachts statt.
25.09.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Brandstätter
Zug um 7.15 Uhr bald wieder in Sicht

Bald könnte es ihn wieder geben: Den Metronom zur besten Pendlerzeit.

Petra Stubbe

Aufatmen im Beirat Oberneuland: Der Umbau des Bahnhofs kommt – und diesmal gewiss. Nachdem die Nachricht bereits vor einem Jahr für Vorfreude im Verkehrsausschuss gesorgt hatte, waren die Verantwortlichen kurzfristig zurückgerudert und hatten den Plan für nichtig erklärt. Dabei ging es allerdings lediglich um den Termin für den Baustart, wie sich später herausstellte. Der sollte ursprünglich noch in 2018 liegen und wurde Projektleiterin Mareen Lebherz zufolge jetzt auf Juli 2019 verschoben. Die Mitarbeiterin der Deutschen Bahn hat den Stadtteilpolitikern auf deren jüngster Sitzung außerdem detailliert dargelegt, was sich alles am Bahnhof ändern soll.

Bauarbeiten zu nachtschlafender Zeit

Vorrangig geht es bei dem Umbau darum, dass die Bahnsteige auf das Niveau der Einstiegstüren gebracht werden – der Bahnhof also barrierefrei wird. Laut Christian Weiss aus dem Verkehrsressort gehört Oberneuland zu den letzten fünf Stationen in Bremen, deren Bahnsteige aktuell noch zu niedrig sind, um gehbehinderten Menschen einen hürdenfreien Einstieg zu ermöglichen. Dass der Umbau bislang dennoch eine vergleichsweise niedrige Priorität gehabt habe, liege daran, dass ein Einstieg in Oberneuland anders als an anderen Bahnhöfen immerhin im Steuerwagen mit Hilfe eines Hublifts möglich sei. Das soll nun bald Geschichte sein. Wenn alles reibungslos laufe, vielleicht schon Ende 2019, teilte Lebherz mit, wenn auch ohne Gewähr. Die Bauarbeiten seien schließlich nicht ohne. Um den Bahnverkehr nicht zu beeinträchtigen, werde man nachts zwischen 23 und 4 Uhr Sperrpausen für die Züge einlegen. Das bedeute freilich, dass auch die Bauarbeiten zu nachtschlafender Zeit stattfinden werden, sagte sie. „Anders ist es leider nicht möglich.“

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Bahnhof wird komplett erneuert

Was im Zuge der 2,6 Millionen teuren Baumaßnahme alles erneuert werden soll, hatte die Projektleiterin schnell umrissen: „Alles.“ Nach rund zweiwöchiger Bauvorbereitung Anfang Juli 2019 werde man bei Bedarf zunächst die Position der Gleise korrigieren und anschließend beide Bahnsteige komplett austauschen – inklusive Beleuchtung, Wartehäuschen, Fahrkartenautomaten, Leitungen, Anzeigentafeln und Entwässerung. Künftig werden die Bahnsteige aber nicht nur höher sein, sondern auch breiter und vor allem länger. Eine Verbreiterung auf drei Meter sei nötig, da in Oberneuland mitunter Züge mit 160 Stundenkilometer den Bahnhof passieren, erklärte Lebherz. Noch weit interessanter war für den Beirat allerdings die Zusage, dass beide Bahnsteige von 165 auf 220 Meter verlängert werden sollen. Denn an den 165 Metern scheiterte vor rund sieben Jahren der Fortbestand eines Metronom-Zugs, der um 7.15 Uhr in Oberneuland hielt und sowohl Schüler als auch Berufstätige binnen zehn Minuten in die Innenstadt beförderte. Da besagter Zug aber länger als 165 Meter war, hatten ihn die Verantwortlichen zum Bedauern von Beirat und Bürgern aus dem Oberneulander Fahrplan gestrichen.

Neue Zuwegung geplant

Was die Zuwegung zu den neuen Bahnsteigen betrifft, werden Passagiere in Richtung Bremen künftig nicht nur von der Mühlenfeldstraße, sondern auch von der Straße Auf der Heide die Gleise erreichen können. Der Bahnsteig in Richtung Hamburg könnte etwa auf halber Höhe ebenfalls einen zweiten Zugang bekommen, diesbezüglich sei das letzte Wort aber noch nicht gesprochen erklärten Lebherz und Weiss.

Ebenfalls noch in der Schwebe sei, ob Wartehäuschen und Fahrkartenautomaten jeweils eine Einheit bilden oder separat voneinander aufgestellt werden sollen. Der Fahrkartenautomat werde bei Variante B natürlich überdacht, versicherte Lebherz. Der Beirat machte unmissverständlich deutlich, dass er den Fahrkartenautomat gerne im Wartehäuschen sähe und nicht daneben. Schließlich sorge der Wind regelmäßig dafür, dass der Regen nicht vertikal, sondern schräg auf die Wartenden herniedergehe.

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