"MigrantInnentage gegen Ausgrenzung": Politische Debatten, Lesungen, Filme, Feste und Vorträge Zugewanderte treffen auf Ureinwohner

Ostertor. Was Integrationsdebatten angeht, hat Bremen nicht auf Sarrazin gewartet. Ein wichtiges Forum sind die "MigrantInnentage gegen Ausgrenzung", die das Migrationsbüro des Kulturzentrums Lagerhaus schon zum zwölften Mal in Zusammenarbeit mit der Sozialbehörde organisiert. Und so unterhaltsam das kulturelle Programm auch sein mag: Am Anfang steht die gesellschaftspolitische Debatte.
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Zugewanderte treffen auf Ureinwohner
Von Monika Felsing

Ostertor. Was Integrationsdebatten angeht, hat Bremen nicht auf Sarrazin gewartet. Ein wichtiges Forum sind die "MigrantInnentage gegen Ausgrenzung", die das Migrationsbüro des Kulturzentrums Lagerhaus schon zum zwölften Mal in Zusammenarbeit mit der Sozialbehörde organisiert. Und so unterhaltsam das kulturelle Programm auch sein mag: Am Anfang steht die gesellschaftspolitische Debatte.

Der Titel ist als Aufforderung zu verstehen: "Farbe bekennen". Gewerkschaften, die nach Ansicht des Projektes ADA/AuL bes jetzt zu sehr zurückgehalten haben, sollen sich am Donnerstag, 2. Dezember, um 18 Uhr im Tivoli-Saal des DGB-Hauses am Bahnhof zur Integrationsdebatte äußern. Näheres über das Projekt unter 696 28 638, info@ada-bremen.de.

Eine weitere Diskussion ist dort für Donnerstag, 9. Dezember, um 19.30 Uhr geplant. Der Bundestagsabgeordnete Carsten Sieling (SPD) aus dem Viertel diskutiert unter dem Titel "MigrantInnen in der Politik" mit Levent Albayrak von der gerade erst gegründeten "Bremischen Integrationspartei" (BIP) und den Bürgerschaftsabgeordneten Mustafa Öztürk und Zahra Mohammadzadeh von den Grünen, Mustafa Güngör und Sükrü Senkal und Sirvan Latifah Cakici von der SPD.

Der norwegisch-deutsche Film "Home for christmas" von Regisseur Bent Hamer wird am Donnerstag, 2. Dezember, abends im Cinema Ostertor gezeigt. Die Uhrzeit steht noch nicht fest. Am Sonntag, 12. Dezember, läuft dort um 20.30 Uhr "Min Dit - Die Kinder von Diyarbakir" als Original mit Untertiteln. Regisseur Miraz Bezar wird mit dem Publikum sprechen. Näheres unter 700914 im Cinema.

Für Menschen, die in sozialen und medizinischen Berufen arbeiten ist das Tagesseminar "Kultur, Psyche, Wohlbefinden" am Sonnabend, 4. Dezember, ab 9 Uhr im Kulturzentrum Lagerhaus Schildstraße gedacht. Der Verein Human Environment will "Annäherungen an ein besseres Verständnis in der interkulturellen Arbeit mit in Bremen lebenden Bürgern afrikanischer Herkunft" erreichen. Die Teilnahme kostet 25 Euro, inklusive der Getränke und eines afrikanischen Imbisses. Die Werbetexterin Betty Kolodzy, Jahrgang 1963, aus dem Steintor wird am selben Tag um 20 Uhr im Lagerhaus aus ihrem Buch "Istanbul Walking" lesen. Die Karten kostet drei Euro.

Die "Mosaikeras" laden für Mittwoch, 8. Dezember, um 19 Uhr in den Migrationsbereich des Lagerhauses ein. Die internationale Frauengruppe trifft sich dort seit vier Jahren mittwochs, um beim Anfertigen von Mosaiken über das Alltags- und Berufsleben zu sprechen und Kontakte zu knüpfen. Neue sind gerne gesehen.

Am Sonnabend, 11. Dezember, wird es um 15 Uhr in der dritten Etage auch ein "Floh- und Trödelmärktchen" mit handgefertigtem Schmuck, Bildern, aber auch Büchern, Filmen und CDs geben. Es wird gehandelt und auch getauscht. Näheres bei Eusevia Torrico im Migrationsbüro unter Telefon 70100020. Die bereits gezeigte Ausstellung "Alle Welt engagiert in Bremen" über ehrenamtlich engagierte Migrantinnen und Migranten wird am Freitag, 10. Dezember, um 19 Uhr noch einmal im Café des Lagerhauses eröffnet und ist bis 6. Januar zu sehen.

Auch ein Wiedersehen mit Osman Engin ist garantiert. Seine Bremer Buchpremiere "1001 Nachtschichten - Mordstorys am Fließband", veranstaltet von Stadtbibliothek und des Literaturkontor, ist am Sonnabend, 11. Dezember, um 20.30 Uhr im Lagerhaus. Der Eintritt kostet fünf Euro.

Hilfe zur Selbsthilfe

"Wie kann ich meinem Kind helfen?", fragen sich Eltern, die die Sprache ihres Gastlandes nicht sprechen. Mehmet Behazatoglu und Kamil Görgün vom Verein KOMKAR leisten "Hilfe zur Selbsthilfe". Gemeinsam mit den betroffenen Familien versuchen sie Lösungen für Schul- und Alltagsprobleme zu finden und geben Ratschläge zur Konfliktbewältigung. Die beiden Familienhelfer sprechen im Lagerhaus über ihre Arbeit - am Sonntag, 12. Dezember, um 14 Uhr auf Türkisch und am Mittwoch, 15. Dezember, um 19 Uhr auf Deutsch.

Die zwölften "MigrantInnentage gegen Ausgrenzung" machen das Dutzend auch mit ihren Einzelveranstaltungen voll: Die zwölfte und letzte der Reihe ist "memi", das interkulturelle Weihnachtsfest. Gefeiert wird es am Sonntag, 19. Dezember, um 16 Uhr, in der dritten Etage des Lagerhauses Schildstraße.

"MigrantInnentage gegen Ausgrenzung": 2. bis 19. Dezember. Näheres im Migrationsbüro unter 70 1000 20.

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