Fraktion wendet sich an den Senat

Bremer FDP will Informationen für ein Innenstadtkonzept

Wie sieht die Zukunft der Bremer Innenstadt aus: Mit einem umfangreichen Fragenkatalog wendet sich die FDP-Fraktion an den Senat, um grundsätzliche Fragen zu klären. Das sei bislang zu kurz gekommen.
06.10.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Bremer FDP will Informationen für ein Innenstadtkonzept
Von Pascal Faltermann

Die FDP-Fraktion hat Fragen, viele Fragen zur Zukunft der Innenstadt. Antworten auf insgesamt 53 Auskünfte, unterteilt in sieben Themenfelder, fordern die Liberalen in einer großen Anfrage vom Senat. Über die Entwicklung der City wird derzeit auf zahlreichen Ebenen diskutiert: Der Senat hatte ein Aktionsprogramm mit 13,2 Millionen Euro aufgelegt, um die Innenstadt zu beleben. Die CDU legte ein Positionspapier mit Ideen vor. Auch die FDP arbeitet an einem Innenstadtkonzept, will dafür aber mehr Informationen und Daten haben. „Die Koalition hat wie wild angefangen zahlreiche Ideen zu diskutieren, es sind aber fundamentale und zentrale Fragen überhaupt nicht geklärt, sagt Thore Schäck, Sprecher der FDP für Stadtentwicklung. Um ein für Bremen gerechtes Leitbild und Entwicklungskonzept für die Innenstadt entwickeln zu können, sei das aber notwendig. Die Komplexität und der stetige Wandel der City lasse keinen Schnellschuss zu.

Als besonders wichtig findet Schäck, wie die Innenstadt räumlich abgegrenzt und definiert wird. In den Diskussionen werde mal das Viertel, mal die vordere Neustadt, das Stephaniviertel oder die Überseestadt zum Kern hinzugezählt. „Wir brauchen aber ein gemeinsames Verständnis für die Herausforderungen und Probleme, nur so können wir an Ideen und Lösungen arbeiten“, sagt Schäck. Kernfragen seien unter anderem, wie sich der Mix aus Wohnen, Handel und Arbeiten im Zentrum verhalte und wie man sich die Funktionen der Innenstadt in Zukunft vorstelle. Das wirke sich auf den Verkehr und den Tourismus aus.

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Die City hat zunehmend mit Leerständen zu kämpfen. Gründe sind neben der Corona-Pandemie der Strukturwandel im Einzelhandel, die Konkurrenz im Internet sowie die großen Einkaufsmärkte an der Peripherie der Stadt. Doch diese Diskussionsgrundlage sei meist aus dem Bauch heraus, eine Wahrnehmung oder ein Gefühl, so Schäck. „Wir zwingen den Senat mit den Fragen, das alles einmal schriftlich zu fixieren.“

Unter dem Punkt „Handel“ will die FDP-Fraktion zum Beispiel wissen, wie groß die gesamte Verkaufsfläche in der City ist oder sich die Leerstandsquote entwickelt hat. Unter „Mobilität und Erreichbarkeit“ wird nach dem Mobilitätsverhalten, der Barrierefreiheit und der Anbindung gefragt. Das alles wollen die Freien Demokraten meist detailliert aufgeschlüsselt bekommen.

„Das dürfte die wohl längste Anfrage der Bremer FDP sein, die es bisher gab“, sagt Schäck.

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