„Teil der Seele unserer Stadt“ Zukunft der „Seute Deern“ noch unklar

Alle Kräfte wurden mobilisiert, um die „Seute Deern“ in Bremerhaven zu heben. Spätestens Ende der Woche soll sie wieder schwimmen - die Zukunft des Dreimasters bleibt aber unklar.
17.09.2019, 13:38
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Die 100 Jahre alte Bark „Seute Deern“ ist schon lange ein Sorgenkind der Stadt Bremerhaven. Zu lange wurde an dem hölzernen, denkmalgeschützten Dreimaster im Museumshafen nichts getan. Zuletzt waren schließlich aber mehr als 30 Millionen Euro von Bund, Land und Kommune für die Sanierung in Aussicht gestellt worden. Dann sank das marode Schiff Ende August nach einem Wassereinbruch.

Ob die „Seute Deern“ nun überhaupt noch zu retten ist und wie viel das kosten würde, wird ein Gutachter sagen müssen. „Jetzt ist erstmal die Pause-Taste gedrückt“, sagte Lars Kröger vom Deutschen Schifffahrtsmuseum am Dienstag. Das letzte Wort darüber, wie es mit der Bark weitergehen wird, haben der Stiftungsrat des Deutschen Schifffahrtsmuseums und die Politik. Der Gutachter wird voraussichtlich erst nächste Woche an Bord können.

Zunächst einmal muss das Schiff vom Hafengrund gehoben werden. Die Bergung solle am Donnerstag beginnen, sagte Martin Claus von der beauftragten Bergungsfirma. Die Arbeiten lägen im Zeitplan. „Das Schiff ist jetzt abgedichtet.“ Zumindest gelte das für die Leckagen, die die Taucher sehen konnten. „Der Kiel steckt im Schlamm, da kann man nichts sehen“, sagte Claus.

Geborgen werden soll der Dreimaster mit Unterstützung von 20 Luftsäcken. Sobald diese rechts und links am Rumpf mithilfe von Gurten und Traversen befestigten seien, könne mit dem Abpumpen des Wassers im Inneren des Schiffes begonnen werden. Dadurch werde die „Seute Deern“ aus eigenem Antrieb noch oben steigen. „Im Restaurant steht das Wasser bis unter die Decke“, sagte der technische Berater Andree Krakow.

Bei der Bergung muss vorsichtig vorgegangen werden. „Im schlimmsten Fall taucht das Schiff zu schnell auf und kentert zu einer Seite“, sagte Martin Claus. Die Luftsäcke seien dazu da, die „Seute Deern“ im Gleichgewicht zu halten.

Krakow und Claus zeigten sich beeindruckt davon, wie die Bremerhavener auf das Unglück reagierten - ob Bürger, Unternehmen, Behörden oder Institutionen. „Alle ziehen an einem Strang, alle helfen, das ist völlig unkompliziert“, sagte Krakow und hatte auch eine Begründung parat: „Das Schiff ist Teil der Seele unserer Stadt.“ Die Bremerhavener wünschten sich deshalb, dass es erhalten bleibt.

Seit mehr als 50 Jahre liegt die „Seute Deern“ im Museumshafen, sie gilt als ein Wahrzeichen der Stadt. „Das ganze Umfeld hat sich seitdem komplett gewandelt“, sagte Lars Kröger. Das Klimahaus, das Auswandererhaus, das Einkaufszentrum Mediterraneo entstanden. Der Museumshafen mit der „Seute Deern“ aber blieb. „Die Bremerhavener verbinden mit ihr viele Erinnerungen, hier wurde viel gefeiert, auch eine Menge Hochzeiten“, betonte Kröger. (dpa)

+++ Der Artikel wurde um 14.50 Uhr aktualisiert +++

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+