Stadtteilschule: Unsicherheit ist eine Zumutung für die Eltern / Minimalsanierung könnte 260 000 Euro kosten Zukunft des Horts Helgenstraße weiter in der Schwebe

Rönnebeck. Wie wird es weitergehen? Und vor allen Dingen wann? Das sind nur einige von vielen Fragen, auf die die Erzieherinnen im Hort an der Helgenstraße gerne eine Antwort hätten.
17.03.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christina Denker

Wie wird es weitergehen? Und vor allen Dingen wann? Das sind nur einige von vielen Fragen, auf die die Erzieherinnen im Hort an der Helgenstraße gerne eine Antwort hätten.

Wie berichtet, sind die Kinder seit September provisorisch in der benachbarten Schule untergebracht. Das Hortgebäude ist marode. Das wurde nach Begehungen im Herbst vergangenen Jahres wegen eines Wasserschadens deutlich. So lange schon müssen die 20 Mädchen und Jungen in einem Provisorium – einem Klassenraum – lernen und abschalten. Und so lange schon bangen Erzieherinnen und Eltern um die Existenz der Einrichtung, die zur Stadtteilschule gehört.

Wie es heißt, hat die Bildungsbehörde einer Sanierung des Horts bislang nicht zugestimmt, weil das Gebäude ohnehin abgängig sei. „Nach vielen, oft unbeantworteten Mails, vielen Verzögerungen und viel Hin und Her kam von der Bildungsbehörde die Aussage, dass eine Kostenanalyse erstellt werden solle. Diese war am Jahresende fertig. Passiert ist aber noch nichts. Antworten sind schwer zu bekommen“, schildert Tanja Latimer von der Stadtteilschule Bremen-Nord.

Mittlerweile steht sogar das Provisorium auf der Kippe: Der Mehrzweckraum, den die Schule als Notquartier für den Hort zur Verfügung gestellt hat, wird dringend für Werk- und Musikunterricht benötigt.

Latimers erster Hilferuf vom vergangenen November konnte daran auch nichts ändern. „Wir haben 25 Anmeldungen auf 20 Hortplätze. 22 davon von voll berufstätigen Eltern, die dringend eine Betreuung brauchen. So wie es aussieht, soll das Thema möglicherweise erst im September der Bildungsdeputation vorgelegt werden – viel zu spät“, schildert die Leiterin der Einrichtung.

Hinnehmen will sie die Situation nicht. „Immer wieder betont die Politik, wie wichtig Qualität in der pädagogischen Arbeit ist. In der Realität ist aber weder die Sozial-, noch die Bildungsbehörde bereit, diese Anforderungen finanziell abzusichern. Qualität kostet aber Geld, das will bloß in Bremen niemand hören“. Tanja Latimer ist zornig darüber, dass aus ihrer Sicht derartige Probleme ausgesessen werden. „Diese Unsicherheit ist eine Zumutung für die Eltern, die dringend die Betreuung benötigen, und auch eine Zumutung für die Mitarbeiterinnen, die sich um ihre Arbeitsplätze sorgen“, appelliert Tanja Latimer an die Behörden, Planungen über die Zukunft des Horts nicht weiter auf die lange Bank zu schieben.

Auf Nachfrage berichtet Peter Schulz, Sprecher der stadteigenen Liegenschaftsverwaltung Immobilien Bremen, dass für die nächsten Schritte die Bildungsbehörde am Zug sei: „Die Kostenanalyse hat ergeben, dass eine Minimal-Sanierung rund 260 000 Euro kosten würde. Notwendig ist jetzt eine Wirtschaftlichkeitsberechnung. Dafür brauchen wir allerdings ein sogenanntes Raumprogramm, für das das Bildungsressort zuständig ist. Darauf warten wir.“ Wenn dieser Bedarfsplan voraussichtlich Ende dieses Monats vorliege, könne darüber gesprochen werden, ob eine Sanierung Sinn mache oder etwas Neues entwickelt werden müsse.

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