Rennbahngelände in Bremen

Entscheidung über Galoppsport im Sommer

Wie sieht die Zukunft des Bremer Rennbahngeländes aus? Erste Entscheidungen wie die Fläche künftig genutzt wird und wie es mit dem Galopprennen aussieht, sollen im Sommer fallen.
23.04.2021, 15:07
Lesedauer: 2 Min
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Entscheidung über Galoppsport im Sommer
Von Pascal Faltermann
Entscheidung über Galoppsport im Sommer

Im Sommer sollen erste Entscheidungen zur Zukunft des Rennbahngeländes fallen.

Christina Kuhaupt

Einige Ziele und Eckpunkte sind abgesprochen, eine Richtung ist vorgegeben. Die ersten Entscheidungen zur Zukunft des Bremer Rennbahngeländes werden aber erst im Sommer fallen. Die Abgeordneten in der Bau- und in der Umweltdeputation sollen im Juni oder Juli über die Pro- und Contra-Argumente zu strittigen Punkten entscheiden. Das gaben die Vertreter des Runden Tisches am Freitag in einer Pressekonferenz bekannt. Das betrifft vor allem die Themen Galopp-, Pferde- und Golfsport, zu denen es noch keine Einigung gibt. Die Politiker müssen beurteilen und entscheiden, ob auf dem Areal in Hemelingen in den kommenden Jahren Pferde ihre Runden drehen und Golfspieler den Schläger schwingen oder eben nicht. Darüber herrscht große Uneinigkeit.

Verabredet ist bislang, dass auf dem Areal Lebensräume für Pflanzen und Tiere, Sportanlagen, Freizeit- und Bewegungsflächen sowie Spielbereiche für Kinder und junge Jugendliche geschaffen werden sollen. Das Angebot auf dem etwa 35 Hektar großen Gelände soll alle Bevölkerungsgruppen ansprechen, es soll multikulturell, integrativ und inklusiv sein. Wert wird zudem auf ein kostenfreies oder niedrigpreisiges Angebot gelegt, das möglichst ganzjährig genutzt werden kann.

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„Darüber besteht ein Konsens unter den Vertreterinnen und Vertreter des Runden Tisches“, sagte Moderatorin Simone Neddermann. Das Gremium habe sich auf Basis des Ortsgesetzes zum Rennbahngelände sowie mit gemeinsam vereinbarten Grundlagen auf diese Eckpunkte geeinigt. In sechs überwiegend online durchgeführten Sitzungen sei dabei eine breite Öffentlichkeit mit einbezogen worden, sagte Neddermann.

Vor- und Nachteile müssen abgewägt werden

Auch eine Multifunktionshalle, Möglichkeiten für kulturelle Aktivitäten und der Erhalt der Tribüne sind laut den Empfehlungen des Runden Tisches wünschenswert, müssen aber noch abschließend beschlossen werden, so Neddermann. Bei der Tribüne müsse darauf geachtet werden, ob die Kosten für notwendige Instandsetzungsarbeiten und den Unterhalt angemessen seien.

Genauso muss noch geklärt werden, wie es mit Wegen und Querverbindungen aussieht. Mehrere Wege sollen zwischen Sebaldsbrück und der Vahr über das Gelände führen. Andreas Sponbiel und Dieter Jung von der Bürgerinitiative Rennbahngelände Bremen befürchten, dass die Nord-Süd-Wegeverbindung mögliche Nutzungen des Geländes wie Reitveranstaltungen einschränken könnte. Andererseits gibt es aber auch die Bedenken, dass eine Galopprennbahn verschiedene Angebote verdrängen oder verhindern könnte.

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„Die Flächen würden durch den Galoppsport eingeschränkt werden“, sagte Oliver Saake (Grüne) aus dem ortspolitischen Regionalausschuss. Das Ortsgesetz wie auch der Bürgerentscheid zu dem Gelände würden in Sachen Galoppsport keine Aussage machen. Ob Galoppsport, neue Wege und andere Angebote gemeinsam möglich sind, solle geprüft werden, wenn die Politik zu diesem Entschluss komme, sagte Baustaatsrätin Gabriele Nießen. „Wir haben die Argumente dafür und dagegen aufgelistet, damit die Deputierten darüber entscheiden können“, so Nießen. Querungen und Wege über eine Rennbahn seien möglich, aber auch mit höheren Kosten verbunden, sagte Neddermann.

Pro- und Contra-Argumente gibt es auch bei einer Driving Range für die Golfer – auch hier sollen die Deputierten entscheiden. Karoline Müller vom Landessportbund lobte den „intensiv geführten“ Planungsprozess. Auf der Fläche könne man auf intelligente Art und Weise Angebote für Vereinssport und ungebundenen Sport schaffen. Seit September 2020 arbeitet der Arbeitskreis. Der Planungsprozess umfasst vier Phasen, derzeit befindet er sich auf der zweiten Stufe. Wenn die Bedingungen festgelegt und politisch beschlossen sind, soll es einen städtebaulichen Wettbewerb geben.

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