Hochschulen hoffen auf solide Planung und Finanzierung „Zum Wohle Bremens“

Rektoren von vier bremischen Hochschulen haben gestern in der Handelskammer ihre Positionen und Erwartungen an das Land Bremen verdeutlicht. Bernd Scholz-Reiter, Universität Bremen: Die Universität Bremen ist äußerst erfolgreich. Das hat uns der Wissenschaftsrat schwarz auf weiß bestätigt.
27.02.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Rektoren von vier bremischen Hochschulen haben gestern in der Handelskammer ihre Positionen und Erwartungen an das Land Bremen verdeutlicht.

Bernd Scholz-Reiter, Universität Bremen:

Die Universität Bremen ist äußerst erfolgreich. Das hat uns der Wissenschaftsrat schwarz auf weiß bestätigt. Wir sind in der Forschung seit Langem im nationalen und internationalen Wettbewerb über Drittmittel bestens aufgestellt. Dass die Uni Bremen eine von bundesweit elf Exzellenz-Universitäten ist, belegt unsere hervorragende Forschungsqualität. Doch es gibt eine Kehrseite: Es fehlt Geld in der Grundfinanzierung, um ebenso gute Bedingungen für Studium und Lehre zu ermöglichen. Anders als für die Forschung lassen sich für die Lehre Fördergelder nur sehr begrenzt einwerben. Für ein gutes Studium muss die Grundfinanzierung erheblich verbessert werden, und wir benötigen eine langfristige Planungssicherheit. Der Senat geht in die richtige Richtung. Aber die Schritte sind zu kurz und zu wenig. Bremen muss mit darauf hinarbeiten, dass der Bund sich an der Hochschulfinanzierung beteiligen kann. Sollte das gelingen, könnten wir auch als Universität mit einem breiten Fächerspektrum die notwendige große Zahl von Studierenden gut ausbilden. Die Universität Bremen selbst wird sich wie bisher überdurchschnittlich stark für Lehre und Forschung engagieren.

Josef Stockemer, Hochschule Bremerhaven:

Da die Möglichkeiten des Landes Bremen zur besseren Förderung seiner staatlichen Hochschulen sehr begrenzt sind, wird es zukünftig vor allem darum gehen, bei den Investitionen Prioritäten zu setzen. An erster Stelle muss dabei stehen, wie effizient die Ausgaben bildungs- und wirtschaftspolitisch sind. Investitionen an Standorten mit nur einer kleinen, aber auch vom Wissenschaftsrat als ausbauwürdig bewerteten Hochschule erzeugen einen besonders großen wirtschaftlichen, kulturellen und demografischen Nutzen. Insofern dürfte außer Frage stehen, an welcher Stelle das Land Bremen die Grundmittel vorrangig erhöhen sollte: in Bremerhaven.

Karin Luckey, Hochschule Bremen:

Dass staatliche Investitionen in das Wissenschaftssystem Arbeit schaffen und damit der wirtschaftlichen Entwicklung und den Steuereinnahmen zugutekommen, hat die Hochschule Bremen in einer aktuellen Studie nachgewiesen. Ein Beispiel: Wir tragen maßgeblich dazu bei, dass Fach- und Führungskräfte ausgebildet und nach ihrem Studium in Bremen gehalten werden, um zu arbeiten. So erhalten von den 1600 Absolventen pro Jahr mehr Frauen und Männer in Bremen ihren ersten Anstellungsvertrag, als es dem Bremer Anteil unter den Studienanfängern entspricht. Mit der regionalen Wirtschaft ist die Hochschule dank ihrer Praxisorientierung und Internationalität eng vernetzt. Die Zusammenlegung von Fakultäten oder die Bündelung der Forschungs- und Transferaktivitäten zu sechs interdisziplinären Zukunftsthemen sind nur zwei Beispiele dafür, dass die Hochschule Bremen ihr Profil und ihre Effizienz weiterentwickelt hat. Wie andere Bundesländer auch, die ihr Fachhochschulsystem ausbauen, muss die öffentliche Hand mehr Geld in die Finanzierung stecken, um die Wettbewerbsfähigkeit zu wahren – zum Wohle Bremens.

Katja Windt, Jacobs University:

Wir freuen uns über das Bekenntnis des Landes zur Vielfalt der hiesigen Hochschullandschaft und zur Jacobs University als wichtigem und festem Bestandteil. Insgesamt arbeiten die Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen in Bremen an sehr vielen Stellen gut zusammen. Gemeinsame Berufungen sind in Bremen gelebte Praxis, um gemeinsam Expertise und Ressourcen optimal zu nutzen und den wissenschaftlichen Austausch zu fördern. Natürlich können und wollen wir unsere Kooperationen weiter ausbauen. Die regionale Wirtschaft ist ein starker Partner der Hochschulen. Unsere Studierenden bearbeiten regelmäßig Aufgaben für Unternehmen. Wir wollen uns künftig noch stärker an den Bedürfnissen der Wirtschaft orientieren und Synergien für Forschung und Wirtschaft schaffen. Auch damit unterstützen wir den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Bremen.

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