Bundesweiter Mathe-Wettbewerb Zwei Bremer wiederholt unter den 16 Besten

Bremen. Die beiden Bremer Fabian Hennecke und Danial Sanusi sind jetzt beim "Bundeswettbewerb Mathematik" zum zweiten Mal Bundessieger geworden. Wie bereits im vergangenen Jahr haben ihre Lösungsvorschläge die Jury wieder überzeugt.
26.02.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Katharina Riebesel

Bremen. Die beiden Bremer Fabian Hennecke und Danial Sanusi sind jetzt beim "Bundeswettbewerb Mathematik" zum zweiten Mal Bundessieger geworden. Wie bereits im vergangenen Jahr haben ihre Lösungsvorschläge die Jury wieder überzeugt.

"Beweise, dass man ein Quadrat nicht in endlich viele Sechsecke zerlegen kann, deren Innenwinkel alle kleiner als 180 Grad sind." - solche Aufgaben haben Fabian Hennecke und Danial Sanusi bei dem "Bundeswettbewerb Mathematik" gelöst. "Wer bei solchen Aufgaben denkt, sie sind einfach, der irrt sich", sagt Klaus Lief, Mathematiklehrer am Kippenberg-Gymnasium. Lief kennt die beiden Bundessieger bereits seit der Mittelstufe. Er hat zusammen mit ihnen in der Mathe-AG der Schule gearbeitet und die beiden auf Wettbewerbe vorbereitet. "Ich freue mich, dass die beiden wieder zu den Siegern gehören", so Lief zu dem Erfolg. Fabian Hennecke und Danial Sanusi haben außerdem mehrfach erfolgreich an der "Mathematik-Olympiade" teilgenommen und den Wettbewerb "Jugend forscht" zusammen mit Xianghui Zhong gewonnen.

Beim "Bundeswettbewerb Mathematik" gibt es drei Runden, welche die Kandidaten bestehen müssen. Die Aufgaben der ersten Runde sind im Internet frei zugänglich. und man könne diese ersten vier Aufgaben auch als Gruppe lösen. Ist die erste Hürde gemeistert, werden einem die nächsten vier Aufgaben der zweiten Runde zugeschickt, so Fabian Hennecke. Diese Aufgaben sind schon komplizierter und die Aufgabenstellungen sogar teilweise eine Seite lang, sagtKlaus Lief. Hennecke und Sanusi hätten ihre Aufgaben stets selbstständig bearbeitet. "Diese Art von Mathematik könnte ich auch nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln", so der Mathelehrer.

Viel Zeit investiert

"Man muss schon recht viel Zeit ins Knobeln investieren", berichtet Fabian Hennecke. Allerdings sitze man nicht stunden- oder tagelang in seinem Zimmer, vielmehr denke man zwischendurch immer mal wieder an die Aufgaben, etwa beim Radfahren oder in der Bahn. "Einen Ansatz zu finden ist nur die halbe Miete", so der zweimalige Bundessieger. Die Antwort gut begründet aufs Papier zu bekommen, das sei die größere Herausforderung. Nach der zweiten Runde werden die Kandidaten zu einem Kolloquium eingeladen. Dort diskutiert der Teilnehmer etwa eine Stunde lang mit einem Mathematikprofessor über mathematische Themen. "Die letzte Runde muss man nur einmal durchlaufen", so Fabian Hennecke. Er und Danial Sanusi haben diese Runde bereits im vergangenen Jahr erfolgreich bestanden und wurden damit auch in die "Studienstiftung des deutschen Volkes" aufgenommen. Klaus Lief betont, dass seine ehemaligen Schüler zwar Feuer gefangen haben, aber trotzdem nie abgehoben sind.

Fabian Hennecke hat im vergangenen Jahr das beste Abitur in Bremen gemacht. Der 18-Jährige hat bereits in der Grundschule an dem "Känguru-Wettbewerb" teilgenommen. "Mir haben die Knobelaufgaben immer viel Spaß gemacht", so Hennecke. Während der Mittelstufe habe er dann erst an der "Mathematik-Olympiade" und später auch beim "Bundeswettbewerb Mathematik" teilgenommen. "Da konnte man dann mehr in die Mathematik an sich reingehen", so der 18- Jährige. Fabian Hennecke und Danial Sanusi studieren seit vergangenem Herbst Mathematik an der Universität Bonn. Laut Hennecke sei dies eine besonders gute Universität für Mathematik. "Es sind auch sehr viele ehemalige Teilnehmer vom Bundeswettbewerb Mathematik an der Uni, die wir schon länger kennen", so der Student.

In Bremen gibt es seit 2010 den Verein "Mathematik in Bremen!". Die beiden Vorsitzenden, Wilfried Kurth vom Ökumenischen Gymnasium und Dierk Schleicher von der Jacobs University, wollen mit diesem Verein junge Talente unterstützen. In der Hansestadt gebe es kurze Wege, was eine gute Voraussetzung für diese Art der Förderung sei. Im Verein engagierten sich viele Lehrer, Professoren, Eltern und andere Helfer.

Förderung für besonders Begabte

Begabte Schüler können so an Arbeitsgemeinschaften, Talentfördergruppen, Schülerseminaren und Talentfahrten teilnehmen. Zudem geht es darum, die Schüler mit anspruchsvollen Themen, die über den normalen Schulstoff hinausgehen, bekannt zu machen, so Kurth. Außerdem werden die jungen Talente auf Wettbewerbe, wie dem "Bundeswettbewerb Mathematik" oder die "Mathematik-Olympiade" vorbereitet. Die Förderung solcher Initiativen sei ein großes Anliegen des Vereins. Im Juli 2011 hat die Jacobs University auch ein solches Projekt gestartet und die "Erste Internationale Mathematik-Sommerschule für Schüler und Studierende" veranstaltet. 92 mathematische Nachwuchstalente aus 30 verschiedenen Ländern hatten die Möglichkeit, durch weltweit renommierte Experten aktuelle mathematische Forschungen kennenzulernen.

Danial Sanusi ist eines der Mitglieder des Vereins "Mathematik in Bremen!". Bei dem nächsten "Bundeswettbewerb Mathematik" können er und Fabian Hennecke jedoch nicht mehr mitmachen, da sie keine Schüler mehr sind. Mittlerweile korrigieren die Mathematikstudenten sogar selbst die Ergebnisse der Teilnehmer bei der Mathematikolympiade in Bremen und Bremerhaven. "Jetzt werde ich nicht mehr korrigiert, sondern korrigiere selbst", so Fabian Hennecke.

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