Party im Haus von Carlos Alberto Zwei Jahre auf Bewährung für Vergewaltigung

Bremen. Strafkammer des Landgerichts verurteilte am Freitag einen 24-Jährigen wegen Vergewaltigung und Körperverletzung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Er soll im Dezember 2007 auf einer Party bei Fußballprofi Carlos Alberto einer jungen Frau Gewalt angetan haben.
23.01.2010, 07:31
Lesedauer: 2 Min
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Von Rose Gerdts-Schiffler

Bremen. Es muss eine ausschweifende Party im Haus von Fußballprofi Carlos Alberto gewesen sein. In der Schwachhauser Wohnung des Fußballers wurden in der Nacht vom 8. auf den 9. Dezember 2007 gleich mehrere Gäste miteinander intim. In einem Fall war brutale Gewalt dabei. Die 4. Strafkammer des Landgerichts verurteilte am Freitag einen 24-Jährigen wegen Vergewaltigung und Körperverletzung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Dabei machte der Richter klar, dass die Tat durchaus auch eine höhere Haftstrafe gerechtfertigt hätte.

Der Angeklagte blieb bis zuletzt dabei, dass die Frau mit dem Geschlechtsverkehr einverstanden gewesen sei. Dagegen standen die Aussagen des Opfers. Die junge Frau hatte sich unmittelbar nach der Tat ihrer Freundin im Nachbarzimmer offenbart, „wimmernd und stammelnd“.

Um herauszufinden, was sich damals auf der Party in der Wohnung des Fußballstars abgespielt hatte und welche Rolle dabei das spätere Opfer und der Angeklagte gespielt hatten, musste die Kammer eine ganze Reihe von Zeugen vorladen. Darunter auch einige Werderprofis. Klar war, die Fragen würden auch ihre Intimsphäre betreffen. Schließlich ging es an dem Abend für viele Gäste offenbar darum, möglichst viel Spaß zu haben – Sex ausdrücklich inbegriffen. Um die „Persönlichkeitsrechte“ der Zeugen nicht zu verletzen, schloss das Gericht die Öffentlichkeit in weiten Teilen des Prozesses aus. Auch in der Urteilsbegründung ließ der Vorsitzende Richter bewusst viele Details aus. In knappen Worten schilderte er dann die Vergewaltigung.

In der Nacht hatte die junge Frau frühmorgens die Party verlassen, als ihr auffiel, dass sie ihr Handy vergessen hatte. Sie ging noch einmal zurück und traf auf den Deutsch-Brasilianer. Werderspieler Carlos Alberto schlief zu dem Zeitpunkt schon. Viele andere Gäste waren schon gegangen. Der junge Mann half ihr suchen, dabei tauschten beide Küsse aus. Als der Mann mehr wollte, weigerte sich die Frau. Daraufhin riss er brutal an ihren Haaren, schlug ihr ins Gesicht und vergewaltigte sie. Die weinende Frau musste sich fragen lassen, ob es ihr so gefalle. Dann biss er ihr in die Brust und zwang sie, ihn erneut zu befriedigen. Die Frau erstattete erst Anzeige, nachdem ein Arzt sie dazu ermutigt hatte. Lange konnte sie nach der Tat nur eingeschränkt unter Menschen gehen, da ihr körperliche Nähe akute Angst bereitete.

Der Angeklagte hatte behauptet, an dem Abend betrunken gewesen zu sein, sodass das Gericht von einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit ausgehen musste. „Sonst wären Sie hier nicht mit einer Bewährungsstrafe rausgegangen“, betonte der Vorsitzende Richter und forderte den Mann auf, das Opfer in einem Brief um Verzeihung zu bitten.

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