Datenschutzbeauftragte Imke Sommer und Geschäftsführerin Annegret Siebe zu Gast in Schulen Zwei "Klasse-Frauen" stehen Rede und Antwort

Horn-Lehe·Östliche Vorstadt. Wenn bekannte und weniger bekannte Bremerinnen in Klassen kommen, um von ihrem persönlichen Werdegang zu berichten, dann nennt sich das "Klasse-Frauen: Lernen mal anders". Zum 101. Internationalen Frauentag nahmen 15 Schulen diese Chance wahr und luden sich eine "Klasse-Frau" ein. Diskutiert wurde vor allem über eines: Die Gleichstellung von Frauen und Männern.
22.03.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Cora Remmert

Horn-Lehe·Östliche Vorstadt. Wenn bekannte und weniger bekannte Bremerinnen in Klassen kommen, um von ihrem persönlichen Werdegang zu berichten, dann nennt sich das "Klasse-Frauen: Lernen mal anders". Zum 101. Internationalen Frauentag nahmen 15 Schulen diese Chance wahr und luden sich eine "Klasse-Frau" ein. Diskutiert wurde vor allem über eines: Die Gleichstellung von Frauen und Männern.

Landesdatenschutzbeauftragte Imke Sommer war zu Gast in der Wilhelm-Focke-Oberschule in Horn-Lehe, im Zuge der Schulaktion "Klasse-Frauen: Lernen mal anders" der Senatorin für Bildung und der Landesgleichstellungsstelle. "Es gibt noch immer viele Situationen, in denen es Frauen schwerer haben", beginnt die Landesdatenschutzbeauftragte. "Die Idee, dass Frauen zu Hause am Herd bleiben, ist noch nicht tot."

Zu ihrem derzeitigen Beruf ist die Bremerin ganz unspektakulär gekommen. "Ich habe mich beworben", sagt sie. "Die einzige Voraussetzung war, dass ich Juristin bin." Vor drei Jahren ist sie von den Abgeordneten der Bürgerschaft zur Landesdatenschutzbeauftragten gewählt worden. "Vorher war ich in der bremischen Verwaltung", berichtet sie den Schülerinnen und Schülern und möchte von ihnen wissen: "Wie geht es euch, wenn ihr auf Facebook unterwegs seit?" Es wird still. Nur vereinzelt gehen Hände hoch. "Facebook ist nicht schlecht, wenn man weiß, wie man damit umgehen muss", sagt Damian (17). "Ich zum Beispiel habe nur die Personen als Freunde, mit denen ich auch wirklich befreundet bin." Lena (16) widerspricht: "Ich finde, das ist Selbstverblödung."

Die Schülerinnen und Schüler hatten sich zuvor mit der Frage auseinandergesetzt, ob Rollenbilder noch eine Rolle spielen, und porträtierten berühmte Frauen und Mädchen, von Katharina der Großen über Anne Frank bis zu Rosa Luxemburg. Was hätten sie wohl zum Thema Facebook gesagt?

In der Oberschule Schaumburger Straße war Annegret Siebe zu Gast. Als Geschäftsführerin von Pro Familia beschäftigt sie sich mit Themen wie Sexualität, Partnerschaft, Verhütung und Schwangerschaft. Ziemlich spannend, findet die 7. Klasse von Nicola Klesch. Vor allem eines brennt den Schülerinnen unter den Nägeln. "Was sind Ihre Ziele im Hinblick auf die Gleichberechtigung von Frauen und Männern?" Klar, dass die "Klasse-Frau" da eine Antwort parat hat. "Frauen bekommen in vielen Berufen noch immer weniger Geld", erklärt die Geschäftsführerin - schließlich steht der Aktionstag "Equal Pay Day" am Freitag, 23. März, bevor (siehe auch Vorbericht auf Seite 5 dieser Ausgabe). "In dem Zusammenhang würde ich gerne etwas bewegen." Das kommt auch bei den Schülerinnen gut an. Isabelle (14): "Ich möchte, dass alle gleich behandelt werden." Und ihre Lehrerin kündigt an: "Wir machen bis zu den Sommerferien noch ein Anti-Mobbing-Training."

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