Neues Blumenthaler Projekt für mehr Sauberkeit im Quartier startet am 1. April Zwei Umweltwächter bereits gefunden

Blumenthal. Der Stadtteil soll sauberer werden.Voraussetzung für die geförderten Arbeiten ist, dass sie zusätzlich, wettbewerbsneutral und im öffentlichen Interesse sein müssen. Von den 300 Stellen, die für die Stadtgemeinde Bremen vorgesehen sind, sollen 200 in den Wohnen-in-Nachbarschaften-Quartieren geschaffen werden.
18.03.2017, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Doris Friedrichs

Blumenthal. Der Stadtteil soll sauberer werden. Wie das funktionieren kann, darüber informierte Detlef Gorn vom Vorstand des Fördervereins Bürgerstiftung Blumenthal in der jüngsten Sitzung des Blumenthaler Beirates. Danach hat der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter und dem Europäischen Sozialfonds im Lande Bremen ein Beschäftigungsprogramm für 500 Langzeitarbeitslose aufgelegt. Drei von ihnen sind, wie berichtet, für das Projekt „Umweltwächter Blumenthal“ zugesagt.

Voraussetzung für die geförderten Arbeiten ist, dass sie zusätzlich, wettbewerbsneutral und im öffentlichen Interesse sein müssen. Von den 300 Stellen, die für die Stadtgemeinde Bremen vorgesehen sind, sollen 200 in den Wohnen-in-Nachbarschaften-Quartieren geschaffen werden. Darüber hinaus müssen Antragsteller möglichst gemeinnützige Organisationen sein. Für die Langzeitarbeitslosen gilt als Voraussetzung das Mindestalter von 25 Jahren. Sie müssen seit mindestens 21 Monaten arbeitssuchend gemeldet sein und mehr als ein Vermittlungshemmnis haben.

Nach einem Gespräch mit Quartiersmanagerin Carola Schulz, so Detlef Gorn, seien die Beteiligten übereingekommen, das Problem der Verschmutzung von Straßen und Plätzen im Win-Gebiet angehen zu wollen. Weitere Beratungen erfolgten mit dem Arbeits- und Lernzentrum (ALZ), wie das Vorhaben förderfähig formuliert werden kann. „Wir haben dann die Tätigkeit ‘Umweltwächter Blumenthal‘ beschrieben und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir dort im Idealfall zwei Arbeitsplätze schaffen können“, erklärte Gorn. Darauf habe der Verein drei Arbeitsplätze beim Jobcenter beantragt.

Im Januar kam dann der Bescheid über die Bewilligung und Förderung für die drei beantragten Plätze. Geplant sei, die Menschen im Gebiet für einen bewussteren Umgang mit Abfällen im öffentlichen Raum zu sensibilisieren und somit aktiv der Verschmutzung der Flächen und Plätze entgegenzuwirken. „Es sollen Personen angesprochen werden, die Unrat und Abfälle außerhalb der dafür vorgesehenen Orte entsorgen. Sie sollen zur sachgemäßen Entsorgung aufgefordert werden“, betonte Gorn. Die Umweltwächter sollen eine Vorbildfunktion übernehmen, indem sie kleinere Verschmutzungen selbst beseitigen. Und sie sollen über das Projekt informieren.

Angedacht ist auch, das Tätigkeitsfeld der Umweltwächter über das eigentliche Win-Gebiet, also vom Bahnhof Blumenthal bis zur Bahrsplate, auszudehnen und auch das Rönnebecker Ufer, den Dillener Park, die Wege zum Bunker Valentin und mehr mit einzuschließen. Dazu müssten nach den Worten von Detlef Gorn die Mobilität verbessert und für ein mobiles Zweierteam Lastenfahrräder angeschafft werden. „Vielleicht finden wir noch einen talentierten Blechschlosser, der uns die Körbe in Behälter für Abfälle, Schaufel, Kehrblech, Müllbeutel und Informationsmaterial umrüstet sowie Haltevorrichtungen für Besen und Greifzange anbringt.“

Unabhängig davon wird der Förderverein Bürgerstiftung Blumenthal dadurch zum 1. April zum Arbeitgeber von Langzeitarbeitslosen. Mit ihnen werden – bis zum 31. Dezember 2018 befristete – sozialversicherungspflichtige Vollzeit-Arbeitsverträge geschlossen. Gezahlt wird der Mindestlohn von 8,84 Euro die Stunde. Drei Bewerberinnen und Bewerber haben einen entsprechenden Eignungstest durchlaufen, den zwei bestanden haben.

Ein dritter Kandidat wird noch gesucht. Der Vorstand des Fördervereins hofft, noch rechtzeitig zum 1. April jemanden zu finden. Ebenso hoffe man, so Ortsamtsleiter Peter Nowack, dass die Langzeitarbeitslosen, sofern sie sich bewährten, im Anschluss an das Projekt eine Chance auf einen festen Arbeitsplatz erhielten. Andernfalls hätten sie ab dem 1. Januar 2019 Anspruch auf das Arbeitslosengeld I. Nach den ersten zwölf Monaten soll aber erst einmal ein Resümee gezogen werden.

Angekündigt wurde während der Beiratssitzung auch die Globalmittelvergabe 2017. Insgesamt 57 920,43 Euro stehen zur Verfügung, für die bis zum 15. April im Ortsamt die Anträge eingereicht werden müssen. In der Beiratssitzung am 8. Mai folgt die Entscheidung über die Vergabe. Bereits jetzt beantragte der Förderverein Bürgerstiftung Blumenthal 3150 Euro für die beiden Lastenfahrräder, für Bekleidung sowie Verbrauchs- und Kommunikationsmittel. Dem Antrag wurde stattgegeben. Insgesamt, so hieß es, würden 4400 Euro benötigt. Die Differenz von 1250 Euro soll durch Zuschüsse Dritter gestemmt werden.

Der Gewerbeverein Blumenthal Aktiv beantragte zudem 2500 Euro aus Globalmitteln für die Kulturveranstaltung La Strada, deren Nord-Tag der Verein mitpräsentiert. Auch dieser Antrag passierte erfolgreich den Beirat. Die Gesamtausgaben für das Straßenkunst-Festival am Sonnabend, 10. Juni, ab 14 Uhr auf der historischen Achse auf dem BWK-Gelände sollen sich auf rund 27 000 Euro belaufen.

Darüber hinaus stellten sich während der Sitzung Jugendliche des Mobilen Jugendforums Bremen-Nord vor, die sich unter anderem gegen Diskriminierung und für ein für junge Menschen attraktiveres Umfeld einsetzen. Die Jugendlichen planen am 27. März in der Aula des Schulzentrums Eggestedter Straße einen Poetry Slam, dessen Erlöse der Organisation Fluchtraum zugute kommen soll. Geplant ist außerdem ein Spendenlauf am 17. Juni auf der Bahrsplate, für den noch Sponsoren gesucht werden. Des Weiteren hoffen die Jugendlichen auf finanzielle Unterstützung für einen Jugendraum. Derzeit treffen sie sich 14-tägig im Café Nunatak am Blumenthaler Marktplatz, das nächste Mal am 23. März.

„Die Umweltwächter sollen eine Vorbildfunktion übernehmen.“ Bürgerstiftung Blumenthal
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