Zwei Wiener drehen 'South'

Ostertor. Bruce McGray ist nach einem gescheiterten Banküberfall auf der Flucht. Er flieht nicht nur vor dem FBI, sondern auch vor seinem alten Leben. Wie es weitergeht, erfährt das deutsche Publikum heute. Einige Bremer wissen schon mehr. Vor dem offiziellen Start haben die österreichischen Regisseure Gerhard Fillei und Joachim Krenn ihren Schwarzweiß-Thriller 'South' im Cinema Ostertor laufen lassen - sie kamen dafür extra aus Wien.
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Von Bastienne Ehl

Ostertor. Bruce McGray ist nach einem gescheiterten Banküberfall auf der Flucht. Er flieht nicht nur vor dem FBI, sondern auch vor seinem alten Leben. Wie es weitergeht, erfährt das deutsche Publikum heute. Einige Bremer wissen schon mehr. Vor dem offiziellen Start haben die österreichischen Regisseure Gerhard Fillei und Joachim Krenn ihren Schwarzweiß-Thriller 'South' im Cinema Ostertor laufen lassen - sie kamen dafür extra aus Wien.

'Wir sind sehr stolz, die beiden hier begrüßen zu dürfen. Bremen ist die einzige Stadt in Deutschland, in der sie ihren Film vorstellen', sagte Thomas Settje vom Cinema Ostertor. Viel wollten die beiden Kärntner, die zwölf Jahre an ihrem ersten Spielfilm Film gearbeitet hatte, vorab nicht verraten. Nur so viel: 'Was ihr heute hier zu sehen kriegt, ist kein Fastfood. Man versteht nicht gleich alles. Habt Geduld und lehnt euch zurück', sagte Gerhard Fillei, Jahrgang 1963.

Bruce (Matthew Mark Meyer) ist also auf der Flucht. Ein mysteriöses Tagebuch, das ihm seine Ex-Freundin Maria (Jimena Hoyos) geschickt hat, lässt ihm keine Ruhe: Wer hat es geschrieben? Bruce stößt auf Einträge, die ihm erschreckend vertraut vorkommen, und trifft Dana (Claudia Vick). Nach dem Showdown in der Grand Central Station wissen die Zuschauer, wer die Frau in dem Tagebuch ist und welches grausame Geheimnis sie mit Bruce verbindet. Und wer ganz genau aufgepasst hat, hat in einer kurzen Szene den Hinweis darauf entdeckt, warum der Film weitgehend in Schwarz-Weiß gedreht wurde. 'Und?', fragte Gerhard Fillei nach dem Abspann. Tiefes Durchatmen, doch dann kam Bewegung ins Publikum. Warum die Arbeit an dem Film zwölf Jahre gedauert habe, fragte eine Frau. '1997 haben wir mit der Arbeit am Drehbuch begonnen Doch wir haben keine Förderung bekommen. In Österreich kannte uns niemand', sagte Joachim Krenn, Jahrgang 1964, von Haus aus Werbegestalter. Drei Jahre lang haben er und Gerhard

Fillei auf eigene Faust gearbeitet, denn ab einem gewissen Punkt sei Aufhören teurer als Weitermachen. 'Doch dann geschah das Wunder. Eine Produktionsfirma wollte unser Projekt finanzieren.' Nachdem sie aber der Produktionsfirma alle Rechte überschrieben hatten, 'haben die uns hängenlassen, und wir haben sieben Jahre lang versucht, die Rechte wiederzubekommen'. Das Geld für den Dreh mussten sie selbst erwirtschaften. 'In zehn Jahren waren wir sieben Mal in New York', sagte Krenn. 'Dank der Unterstützung zweier wunderbarer Menschen ist es uns gelungen, die Rechte zurück zubekommen und den Film fertig zu machen.'

Ob es nicht schwer gewesen sei, die Darsteller bei der Stange zu halten, wollte ein Zuschauer wissen. 'Es gibt Sequenzen, in denen ein Darsteller von einer Szene auf die nächste um acht Jahre gealtert ist', sagte Fillei, der gelernter Goldschmied ist und als technischer Leiter im Theater gearbeitet hat. Bei der Figur der Dana habe der Alterssprung aber geradezu ihre Rolle unterstützt. 'Am Ende des Films sieht sie regelrecht gezeichnet aus aufgrund der schlimmen Dinge, die sie erlebt hat.' Ein anderer Darsteller hatte zwischen zwei Drehs 15 Kilo zugenommen. 'Er hat dann eine richtig harte Proteindiät gemacht, und wir haben ihn zum Laufen geschickt.'

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