Kommentar über die Patientenberatung

Widerspruch

Ein gewinnorientierter Gesundheitsdienstleister betreibt die unabhängige Patientenberatung. Ein solcher Firmenverbund kann keine neutrale Anlaufstelle für Ratsuchende sein, schreibt Hans-Ulrich Brandt.
18.06.2020, 05:00
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Von Hans-Ulrich Brandt
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Eine unabhängige Beratung in Gesundheitsfragen ist wichtig. Die jetzige Patientenberatung steht jedoch in der Kritik.

Waltraud Grubitzsch/dpa

Wer mit dem Gütesiegel der Unabhängigkeit wirbt, muss jeden Eindruck der Einflussnahme und Interessenkollision vermeiden. Bei dem Firmenverbund Sanvartis passiert genau das nicht. Seit vier Jahren betreibt dieser gewinnorientierte Gesundheitsdienstleister die unabhängige Patientenberatung. Sie soll eine neutrale Anlaufstelle für Ratsuchende in Gesundheitsfragen sein. Von Anfang an gab es Kritik – allen voran aus Bremen. Der Vorwurf: Sanvartis würde der Pharmaindustrie und den Krankenkassen viel zu nahestehen, um unabhängig beraten zu können.

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Geändert hat sich bis heute nichts. Weder wurde über einen neuen Betreiber nachgedacht, noch wurde das unsinnige Finanzierungsmodell durch die Krankenkassen geändert. Dabei ist es logisch, dass auch sie Interessen vertreten, die sich nicht unbedingt mit denen der Patienten decken. Sinnvoll wäre es daher, eine Stiftung, gemeinnützige Organisation oder das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen würde die Beratung übernehmen. Und statt der Finanzierung durch Sozialbeiträge sollten Steuergelder verwendet werden. Das würde den Verdacht der Abhängigkeit entkräften.

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