Mitsing-Fest "Bremen so frei"

Zweite Runde fürs große Mitsing-Fest

2017 wurde der 70. Jahrestag der Wiedergründung Bremens mit dem großen Ereignis "Bremen so frei - ein Fest in 11 Liedern" gefeiert. Nun soll am 1. Juni die Wiederauflage des Mitsing-Festes steigen.
21.05.2018, 19:56
Lesedauer: 3 Min
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Zweite Runde fürs große Mitsing-Fest
Von Sigrid Schuer
Zweite Runde fürs große Mitsing-Fest

Freuen sich auf das Mitsingfest: Jörg Albrecht und Susanne Gläß.

Christina Kuhaupt

Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und strahlende Gesichter: Vor fast einem Jahr, am 1. Juni 2017, hatte das große Mitsing-Ereignis „Bremen so frei – ein Fest in elf Liedern“ in Bremens guter Stube Premiere. 4500 Menschen, darunter rund 70 Schulklassen und 15 Chöre, aber auch Passanten und Touristen besangen mit großer Begeisterung unter der musikalischen Leitung von Universitätsmusikdirektorin Susanne Gläß die Vorzüge Bremens.

Im vergangenen Jahr erklang das Liederfest noch anlässlich des 70. Jahrestages der Wiederbegründung des Landes Bremen nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Vorfeld des Festes liefen die musikalischen Fäden bei der Universitätsmusikdirektorin zusammen, genauso wie in diesem Jahr, wenn am Freitag, 1. Juni, ab 10 Uhr das große Liederfest auf dem Marktplatz steigt.

Denn eines war allen Beteiligten schnell klar: Eine bessere Werbung für die Freie Hansestadt Bremen kann es kaum geben. So lag es auf der Hand, das Mitsingfest als feste Institution zu etablieren. Da scheint sich Bremen einiges von den skandinavischen und baltischen Ländern wie Schweden, Estland und Lettland abgeguckt zu haben, in denen traditionell gern und viel gesungen wird.

Lebensgefühl der Hansestadt feiern

„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“, davon ist auch Bremens ehemaliger Bürgermeister Henning Scherf überzeugt, selbst ein leidenschaftlicher Sänger. Er organisierte das Mitsingfest gemeinsam mit einem Projektteam und der Unterstützung der Bildungsbehörde, der Senatskanzlei und der Pressestelle der Bürgerschaft.

Ausgangspunkt für das große Liederfest war das Oratorium „Bremer Freiheit“, das Eberhard Kulenkampff vor rund 20 Jahren geschaffen hat, das aber nie vertont wurde. Bis Henning Scherf als damaliger Präsident des Deutschen Chorverbandes sich davon begeistern ließ und ein typisch bremisches Allemannmanöver initiierte. „Wir wollen unsere schöne Heimatstadt und das Lebensgefühl hier feiern.“

Wenn Susanne Gläß das sagt, schwingt ein Gutteil an Lokalpatriotismus und Stolz mit. An dem diesjährigen Liederfest wird auch Bürgermeister Carsten Sieling teilnehmen. Gemeinsam mit Bürgerschaftspräsident Christian Weber ist er Schirmherr der Veranstaltung. Auch in diesem Jahr werden die einzelnen Lieder und ihre Interpreten wieder durch Bremer Prominente angekündigt, wie Marco Bode, dem Aufsichtsratsvorsitzenden des SV Werder Bremen, oder der Ortsamtsleiterin Hellena Harttung.

Workshops zur Vorbereitung

„Selbst Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war begeistert, als ihm bei seinem Antrittsbesuch in Bremen einige der Lieder von den Komponisten und Musikern Nicolas und David Jehn vorgesungen wurden“, erzählt Susanne Gläß, die auch in diesem Jahr wieder Workshops zur Vorbereitung gibt. Die pfiffigen Texte hat die Autorin, Schauspielerin und Entertainerin Imke Burma als Hommage an die Menschen und die Historie der Hansestadt verfasst.

Sie handeln von Gräfin Emma und Wilhelm Kaisen, von der Weser und der Hanse und natürlich auch von Bremerhaven. In den Liedern, die ganz nah am Leben der Hansestadt dran sind, manifestiert sich der spezifische, freiheitliche und offene Geist Bremens. Nicht von ungefähr wird das Liederfest auch dieses Mal aus Spenden finanziert.

Und selbstverständlich sind auch in diesem Jahr alle Bremer und Butenbremer eingeladen, bei „Bremen so frei“ kräftig mitzusingen. „Am 1. Juni nehmen 30 Schulklassen teil, darunter auch die Grundschule Grolland, die mit ein paar Klassen vertreten ist, und St. Magnus aus Bremen-Nord, die mit fünf Klassen kommt“, erzählt Susanne Gläß.

Sänger über 60

Der von ihr geleitete Universitätschor wird mit mehr als zehn anderen Chören auf dem Marktplatz stehen. Eine Premiere ist es für den „Löwen-Chor“ aus der Vahr und den Chor der Volkshochschule Bremen „Lust auf Lieder“, beide werden von Jörg Albrecht geleitet. Der Löwenanteil der Sänger ist über 60 Jahre alt. Der Chorleiter weiß deren Know-how im traditionellen Liedgut zu schätzen.

„Ich selbst habe das Singen erst vor 14 Jahren für mich entdeckt“, sagt Albrecht, der als musikalischer Allrounder Klavier und Keyboard spielt und insgesamt fünf Chöre leitet. Mit Susanne Gläß schwärmt er vom emotionalen Erlebnis des Singens, das die Menschen untereinander und mit ihrer Heimatstadt verbindet. Einige der elf Lieder für Bremen lernte er im Universitätschor kennen.

Seine Favoriten „Was‘n echten Bremer is“, die „Bremer Düne“ und „Frösche quaken“ ließ er seine Chöre singen, die darauf unbedingt bei dem großen Liederfest mitmachen wollten. Bei dem Chor „Lust auf Lieder“ ist übrigens auch eine Deutschlehrerin Mitglied, die bei den Proben eigens über die urbremischen Inhalte der Lieder referierte.


Das Mitsingfest für alle, die Bremen lieben: „Bremen so frei – ein Fest in elf Liedern“ geht am Freitag, 1. Juni, ab 10 Uhr auf dem Bremer Marktplatz über die Bühne. Noten können unter www.bremen-so-frei.de im Internet heruntergeladen werden. Alle Interessierten sind zu den öffentlichen Workshops unter der Leitung von Universitätsmusikdirektorin Susanne Gläß in der Universität Bremen im GW1-Hörsaal (gegenüber vom Universum) eingeladen. Entweder einstimmig am Sonntag, 27. Mai, von 14 bis 17 Uhr oder mehrstimmig am Freitag, 25. Mai, von 19 bis 22 Uhr und am Sonnabend, 26. Mai, von 15.30 bis 19 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Notenkenntnisse sind nicht erforderlich.

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