Graffiti in Bremer Bahnhöfen

Zwischen Kunst und Straftat

Graffiti sei aus modernen Städten schon längst nicht mehr wegzudenken, so die SPD-Bürgerschaftsfraktion. Beispiele für Grafitti, die Wände verschönern oder verschandeln, gibt es in Bremen-Nord genug.
04.12.2020, 14:38
Lesedauer: 1 Min
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Zwischen Kunst und Straftat
Von Julia Ladebeck

Einige sind wahre Kunstwerke, andere nichts weiter als Schmierereien. Wenn Graffiti ungefragt und damit illegal an Hauswände, Stromkästen, Bushaltestellen und Bahnhöfe gesprüht werden, sind sie nicht nur ein Ärgernis und ziemlich hässlich. Es handelt sich auch um eine Straftat, die entsprechend geahndet wird und für die empfindliche Strafen drohen. Viele Eigentümer beauftragen aber auch Sprühkünstler mit der Gestaltung von Flächen. Oftmals in der Hoffnung, dass die Kunstwerke andere Sprayer davon abhalten, unschöne Graffiti darauf zu sprühen. Dieser Wunsch erfüllt sich nicht immer.

Das zeigt sich beispielsweise an den Bahnhöfen Burg und St. Magnus. Erst kürzlich hatte die Deutsche Bahn den Burger Bahnhof von Sprayern des Unternehmens Lackaffen.de aus Münster mit maritimen Motiven aufwendig gestalten lassen. Nach wenigen Tagen verunzierten bereits die ersten Tags die Wände. Tags – so bezeichnen Sprayer ihre Signaturkürzel, mit denen sie ihre Bilder kennzeichnen, aber auch ihr Territorium markieren. Ebenso verhält es sich am Bahnhof St. Magnus, wo der beauftragte Künstler unter anderem die Regio-S-Bahn als Motiv gewählt hat. Weniger talentierte Sprayer hat das nicht davon abgehalten, ihre Zeichen direkt darauf und in die Umgebung zu sprühen.

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hat zum Thema „Graffiti – große Kunst oder lästige Schmiererei?“ kürzlich eine kleine Anfrage an den Senat gestellt. Darin erkundigen sich die Sozialdemokraten unter anderem nach aktuellen Entwicklungen in der Graffiti-Szene, nach Unterstützungsprogrammen für Street-Art- und Graffiti-Künstlerinnen und -Künstler sowie nach legalen Flächen zur Realisierung von Graffiti-Projekten im Land Bremen. „Graffiti ist aus der modernen Stadt längst nicht mehr wegzudenken“, schreibt die SPD.

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