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Hamann: Erhebliche Belastungen für die Beamten
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Debatte über die Polizeistärke

Julia Ladebeck 28.01.2014 0 Kommentare

Rund 160 der insgesamt 445 Beamten der Bremer Schutzpolizei arbeiten in Bremen-Nord. Die Personalzahlen seien „auf Kante genäht“, meint Horst Göbel, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Bremen. Eine Übersicht über die Aufteilung der Polizisten und ihre Aufgaben in den drei Nordbremer Revieren Vegesack, Blumenthal und Lesum.

Der personelle Druck bei der Polizei steigt. Laut Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne) soll im Zuge des geplanten Stellen-Abbaus im öffentlichen Dienst auch beim Polizei-Vollzug gespart werden. Horst Göbel, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Bremen, sagt dazu: „Auch die Kollegen in Bremen-Nord sind nicht auf Rosen gebettet.“ Zwar würden die sich massiv häufenden Überstunden vor allem bei der Bereitschaftspolizei anfallen, „aber auch bei der Schutzpolizei sind die Personalzahlen auf Kante genäht“.

Insgesamt, so Göbel weiter, hätten die Polizeibeamten in Bremen im Vergleich zu anderen Städten in der Sachbearbeitung die doppelte Zahl an Fällen zu bearbeiten. „Die Polizeidichte in Bremen ist geringer als in vergleichbaren Großstädten“, macht Göbel deutlich. Rund 160 der insgesamt 445 Beamten der Schutzpolizei arbeiten in Bremen-Nord.

Chef der drei Reviere in Blumenthal, Lesum und Vegesack sowie des Polizeikommissariats Nord, das ebenfalls in Vegesack ansässig ist, ist seit einem Jahr Kevin Hamann. Der 35-jährige Leiter der Inspektion Nord sagt: „Die angespannte Personalsituation in der Polizei Bremen stellt sowohl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch die Führungskräfte vor große Herausforderungen.“ Die Polizei in Bremen-Nord sei mit ihrem Personal in der Lage, die anfallenden Aufgaben angemessen zu bewältigen, „wobei die Belastungen für das Personal und die Organisation nicht unerheblich sind“. Neben der Frage der Personalstärke sei dabei insbesondere maßgeblich, wie die Polizeiarbeit organisiert werde.

Enger wird es, wenn Beamte krankheitsbedingt ausfallen und ein Großeinsatz hinzukommt. Laut Hamann muss die Polizeiführung „verantwortungsvolle Entscheidungen“ treffen, wenn es bei Sonderlagen, die den Einsatz vieler Polizeikräfte erforderlich machen, auch zu Zusatzbelastungen für das Personal kommt. „Viele krankheitsbedingte Ausfälle von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschärfen die Situation zwangsläufig.“ In letzter Konsequenz, so Hamann, stelle die kurzfristige Einschränkung von Serviceaufgaben eine Möglichkeit dar, die Kernaufgaben in solchen Situationen abzusichern.

„Belastbarkeit hat Grenzen“

Kevin Hamann mahnt, bei allem Spardruck auch die Mitarbeiter im Blick zu behalten: „Die Beamtinnen und Beamten üben einen anspruchsvollen Beruf aus, der ihnen viel abverlangt. Viele sind lange der nicht unerheblichen körperlichen Belastung des Schichtdienstes ausgesetzt. Sie müssen verantwortungsbewusste Entscheidungen treffen und emotional belastende Situationen bewältigen. Sie sind zunehmend Aggressionen und Gewalt gegen sich ausgesetzt. Die Belastbarkeit und Flexibilität von Menschen haben jedoch ihre Grenzen.“ Es gelte, diese Grenzen zu wahren und den Beamten mit der angemessenen Wertschätzung zu begegnen.

Die Einsatzdienste sind in Bremen-Nord mit jeweils 50 Beamten an den Polizeirevieren Blumenthal und Lesum stationiert. Sie sind für Notrufeinsätze und Kriminalitätsbekämpfung zuständig und stehen rund um die Uhr zur Verfügung. Eingesetzt werden die Streifenwagen über den Notruf 110. Die aus zwei Führungskräften bestehende Leitung des Einsatzdienstes hat ihren Sitz in Vegesack. Dort sind zudem zehn Mitarbeiter des Zivilen Einsatzdienstes mit der Bekämpfung der Straßen- und Drogenkriminalität befasst.

Außerdem sind in Vegesack insgesamt 16 Revier- und sogenannte Teilintegrationskräfte (TI-Kräfte) tätig. „Die TI-Kräfte unterstützen bei Bedarf den Einsatzdienst und fahren dann ebenfalls Streife“, erläutert Gundmar Köster, Sprecher der Polizeiinspektion Nord.

Hauptaufgabe der Revierbeamten ist Service für den Bürger, sie nehmen Anzeigen auf und beraten. Im Polizeirevier Blumenthal arbeiten zehn und im Polizeirevier Lesum fünf Revierkräfte. Dazu kommt pro Stadtteil jeweils ein Verkehrssachbearbeiter, der sich um alle Belange kümmert, die den Straßenverkehr betreffen. „Er wird beispielsweise bei der Einrichtung von Großbaustellen hinzugezogen“, sagt Köster. Unterstellt ist jedes Revier jeweils einem Revierleiter und dessen Stellvertreter.

Außerdem sind jedem Revier jeweils fünf Kontaktbeamte zugeordnet. Zu ihren Aufgaben gehören Opfernachsorge, beispielsweise nach Einbrüchen, und Präventionsberatung. Sie sind vor allem zu Fuß und mit dem Fahrrad in ihrem Zuständigkeitsgebiet unterwegs, außerdem bieten sie in den Polizeistationen – den Außenstellen der Reviere – Sprechzeiten an.

Derzeit sind nach Angaben von Gundmar Köster 1,4 der vorhandenen Stellen des Einsatzdienstes Bremen-Nord nicht besetzt. Horst Göbel erläutert: „Wenn Kollegen aus dem Einsatzdienst ausscheiden, dann sollen Beamte aus dem Bereitschaftsdienst die Stellen auffüllen.“ Unterstützung bekommt der Einsatzdienst bei Bedarf – beispielsweise bei Demonstrationen und Verkehrskontrollen – durch den Regionalzug Nord der Bereitschaftspolizei.

Die Nordbremer Reviere und Kontaktpolizisten im Überblick

Polizeirevier Vegesack, Kirchheide 51, Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Sonnabend 8 bis 18 Uhr.

Kontaktpolizisten: Rainer Schwarzbeck (Fähr-Lobbendorf), Sieghard Siemann (Vegesack), Klaus Wojciechowski (Schönebeck), Michaela Freese (Aumund-Hammersbeck) und Volker Nießen (Grohn).

Polizeirevier Blumenthal, Heidbleek 10, Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr. Kontaktpolizisten: Andreas Böhme (Blumenthal, Bockhorn), Uwe Jantzen (Blumenthal Rönnebeck).

Polizeistation Lüssum, Lüssumer Heide 27, Montag bis Mittwoch und Freitag 10 bis 12 Uhr, Donnerstag 14 bis 17 Uhr. Kontaktpolizisten: Horst Michalika und Malte Freudenberg, Telefon 600 78 95.

Polizeistation Farge, Farger Straße 136, Montag bis Mittwoch und Freitag 10 bis 12 Uhr, Donnerstag 15 bis 17 Uhr. Kontaktpolizist: Ralf Pöpken, Telefon 36279319.

Polizeirevier Lesum, Hindenburgstraße 32, Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr. Kontaktpolizist: Heiko Fahrenholz.

Polizeistation Grambke, Grambker Heerstraße 49, Montag bis Mittwoch und Freitag 10 bis 12 Uhr, Donnerstag 15 bis 17 Uhr. Kontaktpolizist: Andreas Dölvers, Telefon 36279130.

Polizeistation Marßel, Stockholmer Straße 57, Montag bis Mittwoch und Freitag 10 bis 12 Uhr, Donnerstag 15 bis 17 Uhr. Kontaktpolizisten: Jürgen Kock, Telefon 36279125 und Hans-Werner Schneidereit, Telefon 36279118.

Mobile Wache St. Magnus, Unter den Linden, Freitag 10 bis 12 Uhr. Kontaktpolizist: Bernfried Kaufmann, Telefon 36279119.

Da die Kontaktpolizisten nur zu bestimmten Zeiten im Büro erreichbar sind, können Bürger ersatzweise die zentrale Nummer 362-0 wählen.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
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