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Vom Likör zum Netzwerk: Neustädter will kreative Mikroproduzenten unter einem Dach versammeln
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Ein Süppchen für alle kochen

Annica Müllenberg 12.01.2015 0 Kommentare

SÜD / Vorstellung Likör Kalabums / Lars Wolf
Annariitta Grzonka von der Kulturküche und Lars Wolf mit dem Likör Kalabums, der unter anderem aus Ingwer und Zitrone besteht. (Walter Gerbracht)

Kalabums heißt übersetzt Purzelbaum. Ähnlich rasant wie die Bewegung war die Entwicklung des gleichnamigen Likörs. Seit dem 1. Dezember 2014 schaut Lars Wolf auf ein ereignisreiches Geschäftsjahr zurück, in dem 300 Liter des alkoholhaltigen Ingwer-Zitronen-Getränks in schlanke Glasflaschen abgezapft und verkauft wurden. „Das ist eine ganze Menge, das hätte ich nicht gedacht“, sagt der Neustädter.

Stolz kann er behaupten, dass sein Produkt von der Verpackung bis zum Inhalt ökologisch einwandfrei und von Hand hergestellt ist. Die Mixtur kocht er selbst an den Schließtagen in einem Restaurant, das Etikett – eigens entworfen – besteht aus geschöpftem Hanfpapier, es klebt mit Maisstärke und Zucker. Die wiederverschließbaren Porzellanstöpsel werden von einer Aluminiumspange gehalten, die hat Wolf nicht hergestellt, aber er sucht sie sorgfältig aus.

Sechs Leute sind schon dabei

Die Auseinandersetzung mit allen rechtlichen Bestimmungen, Gewerbeanmeldungen und Gespräche mit zuständigen Ämtern forderten Wolf noch auf eine ganz neue Weise. Der Absatz steigt stetig, aber seinen Lebensunterhalt bestreiten kann der diplomierte Industriebiologe von dem Likör allerdings nicht. Was nicht schlimm ist. Das „nachhaltige Wirtschaften“ liege ihm am Herzen. Deshalb hat er nun eine neue Geschäftsidee: Im Netzwerk Kulturküche will er sich zukünftig mit anderen Mikroproduzenten zusammenschließen. „Bisher sind wir sechs Personen. Darunter sind Menschen, die auch Likör und Marmelade herstellen, gerne kochen oder ein Café besitzen“, sagt der 38-Jährige.

Wie der Name schon verrät, sollen sich möglichst Kultur und Kulinarik mischen: „Wir möchten einen Raum schaffen, in dem ältere Menschen ihre traditionellen Familienrezepte vorstellen, eine Männergruppe einen Kochabend veranstalten kann oder Musiker ein Konzert spielen und später mit den Gästen speisen – ganz viel ist möglich“, holt Wolf aus. Gewinnmaximierung gehört nicht zu seinen Absichten, „die Gemeinschaft soll sich von selbst tragen.“ Demzufolge wäre ihm auch ein sprunghafter Absatz seines Likörs nicht geheuer, sonst könnte er womöglich nicht mehr alles selbst machen, am Ende käme doch nur ein Massenprodukt aus der Maschine dabei heraus. „Das was wir mit der Kulturküche vorhaben, ist ein Versuch, nachhaltig zu wirtschaften“, formuliert der Bremer seine Wünsche.

Im Januar durchstarten

Bisher haben die sechs Partner ihre Idee erstmals im Dezember zu zwei Lichterfesten auf dem Lucie-Flechtmann-Platz vorgestellt, bald soll es aber in festen Räumlichkeiten weitergehen. Diese müssen aber noch gefunden werden. Ziel sei es, ab Januar durchzustarten. Interessenten können ihre Kreativität mit einbringen.

Hoffentlich bleibt bei all der Organisation noch genügend Zeit für Nachschub des Kalabums-Likörs, der sich zu jeder Jahreszeit einer stetig wachsenden Abnehmerzahl erfreut. „Zunächst dachte ich, er würde im Sommer nicht ankommen“, das Gegenteil war der Fall: Die spritzige Mischung aus Ingwer und Zitrone wurde ein Renner in der warmen Jahreszeit. Nun schwärmen die Konsumenten von einem sommerlichen Gruß in der kalten Jahreszeit. Obwohl Wolf seinem Produkt treu bleiben will und nur eine Geschmacksrichtung herstellt, hat er für die Winterzeit dennoch eine heiße Variante ersonnen: „Heißer Birnensaft mit einem Schuss Kalabums schmeckt wunderbar.“

Den Likör Kalabums gibt es beispielsweise im Café Lisboa, Friedrich-Ebert-Straße 121, und im Shop Falkos Faire Bohne, Kornstraße 30, zu kaufen.


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Leserkommentare
WESER-KURIER_Onlineredaktion am 23.10.2019 10:44
Danke für den Hinweis. Das Gelände wurde vor 14 Jahren erworben. Die Fläche ist elf Hektar groß. Wir haben das korrigiert.
Lemurer am 23.10.2019 10:41
Noch nicht gemerkt? Die redaktionelle Qualität der WK Artikel hat bald Bild-Zeitungsniveau erreicht.
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