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Frauen in Arbeit und Wirtschaft begleitet Existenzgründerinnen in die Selbstständigkeit
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Endlich die eigene Chefin

Britta Kluth 14.09.2014 0 Kommentare

Mitte Frauen in Arbeit Existenzgründerinnen
Franziska Mayer (von links) aus dem Steintor, Kirsten Vogel aus Schwachhausen, Sonja Gerbing und Susanne Bukta aus der Neustadt im Gespräch in den Räumen von Frauen in Arbeit und Wirtschaft (FAW). Auch auf der Infobörse des Expertinnenberatungsnetzes am Dienstag, 14. Oktober, 18 bis 21 Uhr in der Handelskammer, können Frauen Tipps fürs Berufsleben bekommen. Mehr darüber in einer der nächsten Ausgaben. (Roland Scheitz)

Kreativ arbeiten und eigene Ideen umsetzen können, das sind Gründe, die Sonja Gerbing in die Selbstständigkeit geführt haben. Für die 27-jährige Neustädterin ist das Gefühl, nicht mehr angestellt zu sein, noch ganz frisch. Seit dem 1. September ist die Kommunikationsdesignerin ihre eigene Chefin und freut sich auf alle Herausforderungen.

„Ich habe schon während meiner Ausbildung in einer großen Werbeagentur damit geliebäugelt, mich eines Tages selbstständig zu machen“, erzählt sie. „Im Moment habe ich noch keine Verpflichtungen und alle Möglichkeiten, mich frei zu entwickeln. Der Zeitpunkt war deshalb perfekt für mich.“ Den Ausschlag gab eine Bekannte, die einen Laden eröffnet hatte. Die Kommunikationsdesignerin hat einen Flyer für das Geschäft gestaltet und „Blut geleckt“, wie sie schmunzelnd sagt. Auf Empfehlung von Freunden habe sie sich an Franziska Mayer und Susanne Bukta von der Existenzgründungsberatung für Frauen gewandt – und sich längst nicht soviel davon versprochen, wie sie bekam. „Es wurde sich viel Zeit für meine Fragen genommen“, sagt sie, „und die menschliche Unterstützung war enorm.“ Vor allem aber sei sie gestärkt aus den Beratungsterminen herausgegangen und habe gelernt, wie sie vermeintliche Schwächen in Stärken umwandeln könne.

„Wenn man dabei ist, die gewohnte Sicherheit zu verlassen, braucht man jemanden, der an einen glaubt“, pflichtet ihr Kirsten Vogel aus Schwachhausen bei, die mit 54 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat. Sie habe immer von einer eigenen Bühne geträumt, sagt die Schauspielerin, die als Gästeführerin individueller Führungen und Rahmenprogramme anbietet. Seit 2006 hat sie sich mit „Bremen in Szene gesetzt“ eine Existenz aufgebaut. „Ich kann meine Persönlichkeit ausleben und ganz individuell auf die Wünsche meiner Kunden eingehen“, freut sie sich. „Für mich hat es sich gelohnt, an meinen Traum zu glauben.“ Unterstützt wurde sie darin von Franziska Mayer von der Existenzgründungsberatung für Frauen. „Jede Gründerin braucht einen roten Faden“, sagt Kirsten Vogel. Ihr sei hier sehr viel Vertrauen entgegengebracht worden und sie habe mit den Fachfrauen über alles sprechen können, angefangen von praktischen Dingen wie Krankenkassenformalien bis hin zu persönlichen Ängsten.

„Es ist wichtig, alle Fragen und Unsicherheiten ernst zu nehmen“, betont Franziska Mayer, die das Beratungsangebot 1998 aufgebaut hat. „Frauen gründen einfach anders. Sie machen sich oft aus einem anderen Antrieb heraus selbstständig, haben andere Lebensbrüche und verfügen häufig über geringere finanzielle Ressourcen als Männer.“ Gemeinsam mit ihrer Kollegin Susanne Bukta, die speziell Frauen mit Migrationshintergrund berät, arbeitet sie daran, ihrem Slogan „Jede Frau verlässt unser Haus mit einem Plan!“ gerecht zu werden.„Den Einstieg bildet ein Fragebogen, ähnlich dem eines Businessplans, der vor dem ersten Gespräch an uns zurückgeschickt wird“, sagt Susanne Bukta. „Daraus lassen sich oft schon die wichtigsten Fragen erkennen, die geklärt werden müssen.“ Bei Frauen mit Migrationshintergrund kämen dann häufig noch andere Aspekte hinzu, wie zum Beispiel die Frage, ob der Schulabschluss aus dem Heimatland anerkannt werde.

Die Frauen sind in der Regel sehr gut ausgebildet und kommen aus allen Branchen. Unterstützt werden sie etwa bei der Entwicklung des Businessplans oder dem Beantragen von Fördermitteln. „Wir beziehen die komplette Lebenssituation der Frauen mit ein und begleiten den gesamten Gründungsprozess“, sagt Franziska Mayer, „von der Orientierungsphase, in der grundlegende Fragen zu persönlichen und fachlichen Voraussetzungen besprochen werden, bis hin zum Start des Unternehmens.“

„Für uns ist es immer wieder spannend zu erleben, mit welchen guten und kreativen Geschäftsideen die Frauen zu uns kommen“, sagt Susanne Bukta. „Oft sieht man sich später auf Veranstaltungen und Gründungstreffen wieder oder bekommt auf anderen Wegen mit, wie die Selbstständigkeit erfolgreich gewachsen ist.“ Kirsten Vogel möchte nie wieder angestellt sein. Ihr Tipp für Frauen, die ihre eigene Chefin werden wollen: Die Frage, ob sie selbstständig sein möchten, müssen sie mit einem eindeutigen und begeisterten Ja beantworten.

Mehr über Kirsten Vogel erfährt man auf www.bremen-in-szene.de. Sonja Gerbing ist per E-Mail an sonja.gerbing@googlemail.com erreichbar. Die Existenzgründungsberatung für Frauen sitzt in der Knochenhauerstraße 20-25. Mehr auf www.faw-bremen.de oder bei Susanne Bukta telefonisch unter 1693716 oder per E-Mail an susanne.bukta@faw-bremen.de sowie bei Franziska Mayer unter 1693718 oder an franziska.mayer@faw-bremen.de.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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