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Siko Ortner zeigt im Vegesacker Bürgerhaus abstrakte Werke/Bilder erinnern an Fotos aus dem All
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Farbe aus der Pistole geschossen

Julia Ladebeck 09.09.2011 0 Kommentare

Die Bilder gehören zu verschiedenen Themenreihen, die der 42-Jährige in den vergangenen Jahren erarbeitet hat. So entstand im Januar 2006 die Bilderfolge "Umbrüche". Grundlage war die Auseinandersetzung des Künstlers mit politischen und gesellschaftlichen Veränderungen. "Bestimmte Themenbereiche sind abstrakt besser zu verarbeiten", findet Ortner. Zudem ermögliche die Abstraktion es dem Betrachter eher, sich dem Bild individuell und phantasievoll zu nähern.

Bevor er mit der Arbeit am eigentlichen Werk beginnt, skizziert Ortner einen Formenentwurf. So geht er bereits seit den 1980er Jahren vor; damals gestaltete er Fassaden künstlerisch mit Graffiti. 1989 begann er ein Studium an der Hamburger Fachoberschule für Grafik und Gestaltung. Neben seiner künstlerischen Arbeit unterrichtet er heute als Airbrush- und Graffitidozent Jugendliche in verschiedenen Bremer Kulturprojekten.

Effekte auf den Bildern sind geplant

Im Zusammenhang mit seiner bevorzugten künstlerischen Technik, bei der Acryllack mit einer Spritzpistole auf die Leinwand aufgesprüht wird, beschäftigt sich Siko Ortner unter anderem mit Techniken des Abstrakten Expressionismus. Dessen bekanntester Vertreter, Jackson Pollock, wurde in den 1940er Jahren unter anderem bekannt durch seine "Drip-Paintings". Bei der von Pollock verwendeten Dripping-Technik wird die Farbe nicht mit einem Pinsel auf die Leinwand aufgetragen, sondern getropft, geschüttet oder sogar geworfen. So ließ Pollock die Farbe beispielsweise aus einem Loch im Boden einer Dose oder von Pinseln herunterfließen. Siko Ortner greift diese Möglichkeiten auf. "Ich fülle Farbe in den Deckel, lasse sie tropfen oder schieße sie mit der Spritzpistole über die Leinwand." So entstehen Effekte, die zufällig wirken, aber durchaus geplant sind.

Eine weitere Bilderreihe trägt den Titel "Transgression". Bei der Arbeit an den zugehörigen Werken hat sich Siko Ortner gemeinsam mit der Gruppe "Kernpunkt" inhaltlich mit dem Begriff auseinandergesetzt. "Transgression beschreibt den Übergang von einem Zustand in einen anderen oder von einer Ebene in die nächste", erläutert er. "In der Kunst ist der Begriff 'Transgression' eher negativ besetzt, weil er mit der oftmals sehr krassen Aktionskunst der 1970er Jahre in Verbindung gebracht wird, bei der auch Grenzen des guten Geschmacks übertreten wurden. Wir wollten eine andere Form von Wandel, Übergang und Grenzüberschreitung zeigen."

Während die Reihe "Transgression" ebenfalls rein abstrakte Werke beinhaltet, zeigen die Bilder mit dem Titel "Träume" auch figürliche Motive, darunter Nordbremer Architektur: den Turm des Einkaufszentrums Haven Höövt und die Hochhäuser der Grohner Düne. Auch ein Selbstporträt und das Antlitz eines Freundes sind dargestellt. Ein einziges Bild in der Ausstellung ist rein figürlich und gleichzeitig "sehr persönlich", wie der Künstler verrät. Im Werk "Der Frosch, der sich nicht küssen lässt" hat er die Beziehung zu einer Frau verarbeitet.

Die Ausstellung von Siko Ortner ist bis einschließlich Dienstag, 6. September, im Untergeschoss des Vegesacker Bürgerhauses, Kirchheide 49, zu sehen. Die Öffnungszeiten des Hauses sind montags bis freitags von 9 bis 21.30 Uhr und sonnabends von 9 bis 14 Uhr.


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Leserkommentare
Gissmo am 23.10.2019 09:36
Danke für die konstruktive Antwort, man kann sich scheinbar ja doch noch ohne Beleidigungen hier im Kommentarbereich austoben, so machts doch allen ...
RalfBlumenthal am 23.10.2019 09:28
Was macht ein Ortsamtsleiter, der seinen Willen nicht bekommt ?
Er macht nichtöffentlich, was öffentlich gehört !
So geht das nicht, Herr ...
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