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Politisch denkende und schreibende Lyrikerinnen und Lyriker beziehen im Bamberger-Haus Stellung
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Gedichte gegen Denkverbote

Arne Bode 11.04.2013 0 Kommentare

Treten gegen Denkverbote an (von links): Caroline Hartke, Djamal Ali, Wolfgang Schlott, Akondoh Ali und Imre Török bei
Treten gegen Denkverbote an (von links): Caroline Hartke, Djamal Ali, Wolfgang Schlott, Akondoh Ali und Imre Török bei "Zwiesprache Lyrik" im Bamberger-Haus. (Walter Gerbracht)

Altstadt. Die Aktualität politischer Lyrik wird in einer Veranstaltung der Reihe "Zwiesprache Lyrik" in der Volkshochschule im Bamberger-Haus deutlich. Wolfgang Schlott, Bremer Literaturwissenschaftler und Präsident der Schriftstellervereinigung Exil-Pen deutschsprachiger Länder, beschreibt, wie sie die Sichtweisen von Menschen beeinflussen kann.

Als Beispiel nennt er die politischen Gedichte von Günter Grass, die provozieren sollen. Das Prosagedicht "Was gesagt werden muss" beschäftigt sich kritisch mit Israel und hatte zur Folge, dass Grass nicht mehr in Israel einreisen durfte.

Heide Marie Voigt aus Kattenturm, will mit der Lyrik-Reihe die Wertschätzung für andere Sprachen wecken. "Jede Sprache ist eine Brücke in die Welt", sagt die Lehrerin. Für sie ist es selbstverständlich, dass Ausländer Deutsch lernen, und sie fordert mehr Anerkennung für Menschen, die andere Sprachen sprechen.

Die Lesung vermittelt dabei tiefere Einsichten in die verschiedenen Formen von politischer Lyrik. Caroline Hartge schlägt einen ruhigen und nachdenklichen Ton an. Sie trägt zum Thema "Denkverbote" Gedichte vor, die sich gegen Nationalsozialismus und Rassismus wenden. Ihre Gedichte sind mittlerweile auch ins Englische und Italienische übersetzt worden. Sie arbeitet auch als Übersetzerin und Herausgeberin.

Der gebürtige Ungar Imre Török (siehe auch nebenstehenden Text: "Wider die Zensur in Ungarn") liest zunächst die von ihm übersetzten Gedichte der kurdischen Autorin Arzu Ali vor. Im Anschluss daran berichtet der Schriftsteller, wie sehr ihn die Nachrichten über die Morde der Zwickauer Terrorzelle getroffen haben. Als Vorsitzender des Verbandes der deutschen Schriftsteller hat er gemeinsam mit dem Bundesvorstand die Kampagne "Worte gegen Rechts" ins Leben gerufen. Gerade auch mit Mitteln der Literatur und Lyrik könne Aufklärung betrieben werden.

Start auf Leipziger Buchmesse

Begonnen haben die Aktionen vor gut einem Jahr auf der Leipziger Buchmesse. Seitdem gab es zahlreiche Lesungen und Plakataktionen gegen Rassismus und Neonazis. Die Kampagne hat nicht nur das Ziel, dass sich die Menschen intensiver mit Rassismus auseinandersetzen, sondern soll sie auch dazu bewegen, sich gegen rechtes Gedankengut zu engagieren.

Der Journalist Akondoh Ali hat in seinem Geburtsland Togo 1993 zwei Monate im Gefängnis gesessen. Seit Mitte der 90er- Jahre lebt er in Bremen. Er bezeichnet sich selbst als Vertreter der Freiheitsbewegung Togos und verurteilt in seinen Gedichten mit aller Deutlichkeit das dortige System. Er prangert in seinen Gedichten auch die Zustände in Somalia und und auf der italienischen Flüchtlings-Insel Lampedusa an. Denkverbote müssten über Bord geworfen werden, wenn sich die Situation vieler Menschen in Afrika verbessern soll. Deren Lage sei oftmals untragbar.

Akondoh Ali nutzt die politische Lyrik als Instrument, um auf die gesellschaftlichen Zustände in seinem Heimatland hinzuweisen. Sein Vortrag wird von dem Trommelspieler Djamal Ali dramatisch begleitet. Akondoh Ali arbeitet mit dem so genannten lyrischen Ich, wodurch die Hoffnungslosigkeit, aber auch der Wunsch, diese Zustände zu ändern, deutlicher artikuliert wird als in manchen klassischen europäischen Gedichten.


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Leserkommentare
linde79 am 20.10.2019 17:58
Wie wäre es denn, wenn man auch mal die Qualität der Lehrer und Lehrerinnen hinterfragte? Wie wäre es in Anbetracht der Bildungsmisere, die ...
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
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