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Bahnhofsvorplatz: Investor kündigt Baustart an
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In die Brache kommt Bewegung

Jürgen Hinrichs 28.07.2014 9 Kommentare

Baustelle Bahnhofsvorplatz
Der Bahnhofsvorplatz ist eines der umstrittensten Bauprojekte in Bremen. Immer wieder hat sich der Baubeginn des Millionen-Projekt verzögert. (Frank Thomas Koch)

Geht’s nun doch mal los oder wieder nicht? Seit bald zwei Jahren ist der Bahnhofsvorplatz eine Brache. Für die beiden Gebäude, die dort geplant sind, gibt es noch nicht einmal eine Baugrube. Wiederholt hatte der Investor angekündigt, mit dem 100-Millionen-Projekt anfangen zu wollen. Nun tut er es wieder. Dieses Mal freilich sehr konkret.

Ankündigungen hat es vom Investor und seinen Planern bereits viele gegeben: Herbst 2012, Frühjahr 2013, Herbst 2013, Sommer 2014 – in diesem Rhythmus. Immer sollte es dann losgehen mit dem Bau von zwei großen Gebäuden auf dem Bahnhofsvorplatz. Vor zwei Jahren ist dafür auf der Fläche die Skaterbahn abgerissen worden, doch seitdem tut sich dort so gut wie nichts.

Fotostrecke: Entwürfe für den neuen Bahnhofsplatz

Der Platz vor dem Bahnhof ist eine Berühmtheit unter den Brachen in der Stadt. Jeden Tag gehen Tausende von Menschen an den Zäunen vorbei und wundern sich, dass an so exponierter Stelle in der Stadt Stillstand herrscht. Nun gibt es wieder ein Datum: „In vier Wochen steht der Bauzaun“, sagt Projektleiter Helmut Diedrich. Und der Investor selbst, die Hamburger Achim Griese Treuhandgesellschaft, kündigt an, dass auf dem Bahnhofsvorplatz demnächst das „schwere Geschirr“ zum Aushub der Baugrube anrückt.

Die Gründe für die Verzögerung liegen im Untergrund, glaubt man den Planern. Mögliche Bomben, die zunächst identifiziert werden mussten. Chancen für geothermische Verfahren bei der Energieversorgung der Gebäude, die ausgelotet werden sollten. Zuletzt eine Gasleitung, die ungünstig liegt und mit der niemand gerechnet habe. Sie sei in den Plänen nicht enthalten gewesen, behauptet Diedrich. Die swb widerspricht: „Natürlich ist die Leitung Teil unseres Planwerks.“

Eindrücke aus längst vergangenen Zeiten.
125 Jahre Bremen Hauptbahnhof
Dieses historische Foto stammt aus dem Jahr 1925.
Dieses Foto von vor 1939 zeigt ds Hotel Columbus vor dem Bahnhof.
Fotostrecke: Historische Fotos vom Bremer Bahnhofsplatz

Abseits solcher Widersprüche hat es in der vergangenen Woche Verhandlungen gegeben, wie man der Gasleitung, an der rund 10 000 Haushalte hängen, zu Leibe rücken kann. Das bestätigen beide Seiten. In der vergangenen Woche hat sich Diedrich darüber hinaus mit der Bremer Straßenbahn AG getroffen, wie das Verkehrsunternehmen auf Anfrage mitteilt. Es sei dabei um eine Haltestelle und zwei oder drei Stromkästen gegangen, die für den Bauzaun weichen müssten. Ein weiteres Indiz, dass die Arbeiten auf dem sogenannten Investorengrundstück offenbar tatsächlich starten.

Entstehen sollen auf dem 5600 Quadratmeter großen Grundstück zwei Häuser mit einer Nutzfläche von rund 35 000 Quadratmetern. Nach Angaben des Investors sind bereits diverse Mieter gefunden worden. Darunter zwei Hotels der Arcor-Kette, ein Rewe-Markt, der Discounter Lidl, ein Reisebüro, zwei gastronomische Betriebe, ein Bäcker und die Geschäftsstelle der BSAG. Die Tiefgarage mit ihren 320 Stellplätzen wird von der Brepark betrieben.

Ursprünglich wollte auch die Bremer Touristikzentrale einziehen. „Das hat sich erledigt“, erklärt Arnd Paetz, der bei der Achim Griese Treuhandgesellschaft das 100-Millionen-Projekt betreut. Paetz hat außerdem mit der Stadt verhandelt. Es gibt Pläne, die bis zum letzten Quadratmeter ausgetüftelt sind und die Büroräume einer Behörde zeigen.

Gezeichnet wurden die Skizzen für den Senator für Bau, Umwelt und Verkehr. Er muss sein Domizil im Lloydhof aufgeben, weil dort das City-Center errichtet wird. „Wir hatten zuletzt aber nur noch wenig Kontakt“, berichtet Paetz. Er glaubt offenbar nicht mehr an einen Mietkontrakt mit der Behörde. Sie hätte über 5000 Quadratmeter in Beschlag genommen und wäre für den Investor eine sichere Bank gewesen.

Sollten die Bauarbeiten jetzt anfangen, käme ein Projekt in die entscheidende Phase, das in der Stadt heftig umstritten ist. Kritiker monieren, dass an der Stelle überhaupt gebaut wird. Auf Ablehnung stößt andererseits auch die Architektur der geplanten Gebäude. Sie seien zu groß und wirkten durch die streng gerasterte Fassade geradezu abweisend, meinen Kritiker.

Was für einen Eindruck so eine Bauform macht, kann an der Ecke Bahnhofstraße/Herdentorsteinweg besichtigt werden. Dort ist in diesen Tagen ein Büro- und Geschäftshaus fertiggestellt worden. Der Entwurf stammt von Max Dudler, demselben Architekten, der die Gebäude auf dem Bahnhofsvorplatz geplant hat.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?
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