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Mehr Mitsprache in Vegesack

JÜRGEN THEINER 04.04.2013 0 Kommentare

Vegesack. Einmischen ist angesagt: Bei der Gestaltung des Vegesacker Zentrums sollen die Bürger mehr Möglichkeiten zur Mitsprache erhalten. Mit einer Kombination aus Online-Dialog und herkömmlichen Diskussionsveranstaltungen will das Ortsamt die Bewohner des Stadtteils an den Weichenstellungen für die Zukunft des Stadtteils beteiligen. Im Kern geht es um vier Themenfelder, zu denen die Meinungen der Bürger eingeholt werden sollen.

Spielhallen_Vegesack
Der Wildwuchs bei Spielhallen steht zur Debatte.  (Kosak)

Der Dialog zwischen Ortspolitik und Einwohnern ist eröffnet. Seit heute liegen in zahlreichen Vegesacker Geschäften insgesamt 2500 Informationskarten aus, auf denen für die Teilnahme an einer „Zukunftswerkstatt“ für den Stadtteil geworben wird.

Hintergrund ist die Absicht von Beirat und Bauamt, das Planungsrecht für den Bereich zwischen Bahnhof und der westlichen Gerhard-Rohlfs-Straße grundlegend zu überarbeiten. Aktuell gibt es für den Ortskern einen Flickenteppich von Bebauungsplänen, von denen sich die städtebauliche Realität teilweise erkennbar entfernt hat. Die Entwicklung des Zentrums soll also ganz neu durchdacht werden – nicht nur von Verwaltungsexperten und Feierabendpolitikern, sondern auch von den Bürgern selbst. Diese Losung hatte der Beirat bereits im vergangenen Jahr ausgegeben.

Wie aber bringt man einen möglichst großen Kreis von Betroffenen dazu, sich in die Gestaltung ihrer Umgebung einzubringen? An der Bremer Uni gibt es Fachleute, die sich das zutrauen. Das Institut für Informationsmanagement (Ifib) hat bereits einige Bürgerbeteiligungsverfahren begleitet, es setzt auf eine Verknüpfung von Internet und klassischen Diskussionsrunden, bei denen Bürger, Behörden und Politik miteinander ins Gespräch kommen. „Die Kombination ist der entscheidende Erfolgsfaktor“, glaubt der emeritierte Informatik-Professor Herbert Kubicek, der für das Ifib die fachliche Begleitung des Vegesacker Projektes übernommen hat.

Den Auftakt für die auf zwei Runden angelegte Bürgerbeteiligung markiert eine Veranstaltung im Stadthaus, und zwar am Mittwoch, 17. April. Ab 19 Uhr werden die vier Themenkreise vorgestellt, um die es geht: Wohnen im Zentrum, Entwicklung des Bahnhofsumfeldes, Eindämmung der Spielhallen im Zentrum sowie barrierefreie Mobilität. Bis zum 30. April haben Interessierte dann Zeit, ihre Vorschläge abzugeben – entweder schriftlich im Ortsamt oder im Internet unter der bereits freigeschalteten Adresse vegesack.stateboard.de. Online vorgebrachte Ideen können von den Besuchern der Website kommentiert werden.

Neubauprojekt_Gerd_67_Vegesack
Das Neubauprojekt "Gerd 67" Vegesack steht für Wohnen im Zentrum - eines der Themen des Dialogs.  (Kosak)

Bauamt und Beirat werden die Anregungen anschließend sichten und diejenigen aussieben, „die rechtlich, technisch oder finanziell einfach nicht realisierbar sind“, so Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt. Den Vorwurf der Zensur fürchtet Projektbegleiter Herbert Kubicek nicht. „Jeder hat einen Anspruch auf Rechenschaft, aber nicht auf Umsetzung“, sagt er. Praktisch bedeutet das: Wer eine abschlägige Reaktion erhält, bekommt auch eine inhaltliche Begründung dazu.

Nachdem die Spreu vom Weizen getrennt ist, soll es am 23. Mai eine zweite Runde im Stadthaus geben. Dabei wird es um die Vorstellung der Ergebnisse der Online-Konsultation gehen und um die Abstimmung des weiteren Verfahrens, damit aus dem Katalog der machbaren und mehrheitsfähigen Ideen eine Prioritätenliste gebildet werden kann.

Für den Sprecher des Beiratsausschusses für Stadtentwicklung, Jürgen Hartwig (SPD), stellt sich das Projekt auf jeden Fall als „Gewinn für die Demokratie“ dar. Hartwig baut darauf, dass sich sowohl jüngere, netzaffine Leute als auch ältere Bürger beteiligen, die mit dem Internet nicht so viel am Hut haben. Auch wer die digitale Variante vorzieht, jedoch über keinen eigenen Netzzugang verfügt, soll mitmachen können. Die Stadtbibliothek stellt für diesen Zweck ihre Kapazitäten zur Verfügung. Büchereinutzer können in den Räumen am Aumunder Heerweg auch jetzt schon surfen, allerdings mit zeitlicher Begrenzung. Für die Besucher der Projekt-Website vegesack.stateboard.de ist das Limit aufgehoben. Auf der Seite wird die Idee der Zukunftswerkstatt ausführlich erläutert, außerdem werden der Planungszusammenhang und die vier Themenbereiche näher ausgeführt. Eine Karte zeigt den Teil des Ortskerns, um den es geht.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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