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Werner Salot berichtet vom wahren Erfinder der Schraubstollen

Barbara Wenke 28.01.2010 0 Kommentare

Von der Schuhmacherwerkstatt seines Vaters sind Werner Salot jede Menge Erinnerungen und die alte Dürkopp-Nähmaschine ge
Von der Schuhmacherwerkstatt seines Vaters sind Werner Salot jede Menge Erinnerungen und die alte Dürkopp-Nähmaschine ge (Christian Kosak)

'Der Erfinder der Schraubstollen ist mein Vater. Alexander Salot.' Der habe bereits Ende der 1940-er Jahre die Mannschaft des Blumenthaler SV mit schraubbaren Stollenschuhen ausgerüstet.

'Ich habe es immer gewusst', sagt der 75-Jährige mit Nachdruck, 'aber ich konnte es nicht beweisen.' Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Vor zwei Jahren ist Salot die Patentschrift 815761 in die Hände gefallen. Deren Wortlaut: 'Alexander Salot, Bremen Blumenthal, ist als Erfinder genannt worden' für 'Fußballstiefel o. dgl. mit auswechselbaren Gleitschutzstollen, patentiert im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland vom 30. August 1949.'

Bereits als er 1928 aus Schlesien nach Blumenthal kam, war Alexander Salot mit dem Fußballvirus infiziert. Schnell fand sich der junge Mann mit Freunden zusammen, um zu kicken. Schon damals reifte in ihm die Idee, einen Fußballschuh zu entwickeln, der allen Bodenverhältnissen standhielt.

Der Zweite Weltkrieg machte Alexander Salot vorerst einen Strich durch die Rechnung. Nach Kriegsende ließ sich der Blumenthaler als Schuhmacher am Bockhorner Weg nieder. Mittlerweile zu alt für den aktiven Fußballsport betätigte sich Alexander Salot als Funktionär beim Blumenthaler SV und hielt nebenbei die Fußballschuhe seiner Spieler in Ordnung. Immer wieder nagelte er abgebrochene Stollen unter die Sohlen.

Drei-, viermal ging das gut. Dann war die Sohle durchlöchert. Alexander Salot tüftelte weiter. Jahre lang suchte er nach dem idealen Material. 'Im August 1949 war die Sache wasserdicht', erzählt der Sohn. Und Alexander Salot meldete seine Erfindung zum Patent an.

Würdigung der Lebensleistung

Werner Salot möchte die Lebensleistung seines 1994 verstorbenen Vaters würdigen. Deshalb schreibt er jetzt ein Buch. Die ersten 140 Seiten stehen bereits. Was dem Blumenthaler zu seinem Glück fehlt, ist ein echter Salot-Schraubstollenschuh. Deshalb hat er einen Aufruf an Sammler und ehemalige Fußballer gestartet. Unterstützung erhält Salot vom Kulturamt der Stadt Ahlen.

Die Westfalen haben ein Interesse an der Geschichte des Schraubstollenschuhs, da die Ahlener Schuhfabrik Hürkamp, die sich auf die Herstellung von Fußballschuhen spezialisiert hatte, die Erfindung in den frühen 50-er Jahren in Lizenz vertrieben hat. 'Die Tagesproduktion belief sich auf 100 bis 200 Paare', erinnert sich Werner Salot. Sein Vater Alexander und dessen zwei Gesellen hätten die Nachfrage in der kleinen Blumenthaler Werkstatt nicht mehr befriedigen können.

Der wundervollen Erfindung von Blumenthal folgte im Sommer 1954 das Wunder von Bern. Die deutsche Fußballnationalmannschaft gewann den Weltmeistertitel. An den Füßen: Schraubstollen-Fußballschuhe der Marke Adidas. Der Durchbruch für das Patent - aber unter dem Namen Adolf Dasslers.

Der Herzogenauracher Unternehmer war damit in aller Munde - und ist es bis heute, wenn es um die Würdigung der bahnbrechenden Erfindung geht. Das möchte Werner Salot ändern. Es geht ihm nicht darum, finanzielle Ansprüche zu stellen. Die sind verjährt. Sein Ziel ist erreicht, wenn die Fußballwelt den wahren Erfinder des Schraubstollensystems verinnerlicht: seinen Vater, Alexander Salot.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
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