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Findorffer Bildungsausschuss soll kreative Alternativen zur Betreuung von Mädchen und Jungen prüfen
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Zu wenig Orte für Kinder

Anke Velten 18.08.2016 3 Kommentare

WES Findorff Vorschlag Teilstück der Lohmannstraße soll Spielstraße werden
Könnte der Bereich der Lohmannstraße vor der Grundschule an der Admiralstraße zur autofreien Spielstraße für Kinder umgewidmet werden? Unter anderem dieser Frage will der Findorffer Beirat nachgehen. Denn Orte, an denen Kinder sicher spielen können, gibt es vor allem in diesem Quartier viel zu wenige. (Roland Scheitz)

Findorff-Bürgerweide. Bekanntlich fehlen in Bremen aktuell rund 650 Betreuungsplätze in Krippen, Kitas und Horten. Die Lage in Findorff zeigte sich nach Zahlen der Behörde bislang entspannt. Doch in Wirklichkeit warten auch hier viele Eltern nervös darauf, dass ihre Kinder endlich gut untergebracht werden. Es handelt sich um die vierzig Kinder, die ab dem neuen Kindergartenjahr am neuen Standort des Vereins „Familien in Findorff“ (Fif) an der Magdeburger Straße betreut werden sollen. Dem Stadtteil fehle es auch an Orten, an denen Kinder draußen spielen können, kritisieren Vertreter der Einrichtung und Findorffer Eltern. Und Sorgen macht in Findorff auch die Zukunft des Horthauses an der Leipziger Straße.

Bereits Monate vor der Eröffnung seien die Gruppen an der Magdeburger Straße komplett ausgebucht gewesen, berichtete Fif-Geschäftsführerin Ulrike Schönig. Und mittlerweile steige die Nervosität merklich, berichtete sie dem Findorffer Bildungsausschuss bei seiner öffentlichen Sitzung am Dienstag. „Berufstätige Eltern sind unter enormem Druck. Heute Morgen kam eine Mutter ins Büro, die jetzt ihren Rechtsanspruch einklagen will.“ Plangemäß hätte die Einrichtung zum 1. August ihren Betrieb aufnehmen sollen. In zwei neuen Gruppen sollen dort je zwanzig Kinder unter drei Jahren und über drei Jahren betreut werden. Doch der nötige Umbau der Räumlichkeiten hat noch nicht einmal begonnen: Das Genehmigungsverfahren sei bei der Baubehörde noch nicht abgeschlossen, erklärte die Fif-Geschäftsführerin. Unter den Ausschussmitgliedern gab es keine Diskussion: Man müsse der Behörde „Dampf machen“, kündigte Ausschusssprecher Peter Reinkendorf (Grüne) an. „Wir brauchen diese Betreuungsplätze jetzt ganz schnell!“

WES Findorff Magdeburger Straße ehemalige Begegnungsstätte der AWO möglicher Ort für Kita / Krippenplätze Familien in Fi
An der Magdeburger Straße sollten mit Beginn dieses Kindergartenjahres 40 Kinder einen Betreuungsplatz finden. Doch die Eröffnung verzögert sich und stellt viele Eltern vor Probleme. (Roland Scheitz)

Wegen der hohen Nachfrage hat der Verein inzwischen eine regelmäßige Beratungsstunde  eingerichtet. Jeden Donnerstag zwischen 14 und 15 Uhr können sich Eltern im Fif-Büro an der Herbststraße 86 persönlich über Fragen rund um ihre Rechte beim Thema Kinderbetreuung informieren lassen. Ansprechpartnerin für Anmeldung und Terminvergabe ist Susanne Ohlrogge-Hauser, telefonisch erreichbar unter der Rufnummer 370157, per E-Mail an ohlrogge-hauser@fif-bremen.de.

Der Verein Familien in Findorff betreut Kindergruppen an mittlerweile acht Standorten im Stadtteil. Bis auf die Einrichtung an der Theodor-Heuss-Allee, die vor vier Jahren bezogen wurde, teilen sämtliche Standorte eine Gemeinsamkeit: Sie besitzen kein oder nur ein kleines Außengelände. Die Gruppen seien daher angewiesen auf öffentliche Spielorte in unmittelbarer Nähe, betonte Ulrike Schönig: Und die fehlten vor allem im Quartier zwischen Findorff- und Admiralstraße. Ein- bis zweimal täglich machen sich die Kinder mit ihren Betreuungspersonen auf den Weg zum nahe gelegensten Spielplatz – in diesen Fällen die Spielplätze an der Herbststraße und an der Halberstädter Straße.

Auch andere Spielplätze im Stadtteil – etwa der Platz an der Corveystraße, dessen Bebauung aktuell diskutiert wird – übernähmen die wichtige Funktion als Außengelände für andere Einrichtungen des Stadtteils, und würden auch an den Vormittagen rege genutzt, berichtete die Fif-Geschäftsführerin. Die Strecken seien an sich kein Problem, betonte Schönig: Die Kinder lernten dabei zum Beispiel bereits von klein auf, sich als Fußgänger im Straßenverkehr zu bewegen, und machten sich mit dem Stadtteil vertraut.

Für den Spielplatz an der Herbststraße wünschte sie sich, dass die Ausstattung mit Spielgeräten dem pädagogischen Anspruch besser gerecht würde. Für Kinder unter drei Jahren sei der Platz „eher langweilig. Ich würde es begrüßen, wenn sich da etwas verbessern könnte“, plädierte Schönig. Möglicherweise biete das aktuelle Sonderprogramm der Stadt dafür eine Chance, so Gönül Bredehorst (SPD).

Der große und idyllisch gelegene Spielplatz an der Herbststraße sei an den Nachmittagen mitunter so frequentiert, dass ihre Mitarbeiter lieber auf alternative Standorte ausweichen würden – wenn es sie denn gäbe. Im Verein hatte man im Vorfeld Ideen gesammelt, wie und wo sich die Situation verbessern ließe. Das Ergebnis des „Brainstorming“ stellte Fif-Mitarbeiter Peter Holz dem Ausschuss vor. Mit einem Parkverbot vor dem Fif-Hort an der Herbststraße 99 ließe sich zum Beispiel kostbarer Platz für die Kinder gewinnen, hieß es. Ein Straßenabschnitt, der sich als autofreie Spielstraße anbiete, sei die Lohmannstraße zwischen Herbststraße und Grundschule an der Admiralstraße: Das würde für auch die Bring- und Abholsituation vor der Schule beruhigen, bestätigte Schulelternvertreterin Sandra Wächter. Viel ungenutzten Platz, der sich zur Umwidmung zu Spielplätzen eignen könnte, fanden die Fif-Mitarbeiter aber vor allem an der Plantage – etwa im hinteren Bereich des Parkplatzes vor dem Bowling-Center und auf dem Gelände hinter dem Möbelhaus. Der Ausschuss hat sich zur Aufgabe gemacht, die einzelnen Vorschläge zu prüfen. Im Falle der Plantage, wo die Grundstücke auf viele Privateigentümer verteilt sind, war man aber nicht allzu optimistisch. „Das haben wir schon vor Jahren versucht und uns daran die Zähne ausgebissen“, erklärte Hille Brünjes (SPD).

Und schließlich appellierte Wiebke Meyer, Rektorin der Grundschule am Weidedamm, an den Beirat, die Zukunft des Hortes an der Leipziger Straße nicht aus den Augen zu verlieren. Rund 100 Kinder der Halbtagsschule besuchen den Hort, darunter 30 Erstklässler. Vor einigen Monaten verkündeten Vertreter der Bildungsbehörde und von Kita Bremen, dass das Gebäude in einem schlechten baulichen Zustand sei und nicht mehr lange gehalten werden könne. Wie lange noch, und ob es danach eine Alternative am Standort geben wird, das beschäftige zurzeit Schule und Eltern sehr.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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