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Tarifverhandlungen bei IG Metall
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Hunderte Menschen beteiligen sich an Stahl-Warnstreik in Bremen

Florian Schwiegershausen 12.02.2019 3 Kommentare

Warnstreiks in Nordrhein-Westfalen, Duisburg.
Warnstreiks in Nordrhein-Westfalen, Duisburg. (Christoph Reichwein/dpa)

Die Mitarbeiter des Bremer Stahlwerks sind am Dienstagvormittag vorübergehend in den Ausstand getreten. Nach Angaben der Bremer IG Metall waren es insgesamt 1000 Leute, die dem Streikaufruf gefolgt sind. Die Polizei sprach von 600 Frauen und Männern. Es war in dieser Tarifrunde der erste Warnstreik in der Bremer Hütte. Betriebe in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hatten bereits in den vergangenen Tagen vorübergehend die Arbeit niedergelegt.

Bei Sonnenschein und mit Kaffee und heißer Suppe hatten sich die Bremer Stahlwerker ab 9.30 Uhr vor dem Verwaltungsgebäude der Hütte versammelt. Auf Kommando zeigten sie in Richtung Vorstandsetage die Gelbe Karte. Während der Kundgebung erneuerte die IG Metall ihre Forderungen für die insgesamt rund 72 000 Beschäftigten der Branche in Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Lohn. Außerdem verlangt sie die Einführung eines Urlaubsgelds in Höhe von 1800 Euro, das auch in Freizeit umgewandelt werden kann. Für Auszubildende sollen das 600 Euro sein. Gerade von Letzterem halten die Arbeitgeber bisher wenig. Denn nach ihren Berechnungen würde dies einer Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit um 1,5 Stunden entsprechen.

"Jetzt sind wir endlich mal wieder dran"

Die Arbeitgeber haben in den bisherigen drei Verhandlungsrunden noch kein konkretes Angebot vorgelegt. Entsprechend sagte die Geschäftsführerin der Bremer IG Metall, Ute Buggeln, in ihrer Rede auf der Kundgebung: „Es ist ein Ritual: Die Arbeitgeber warten erst mal ab. Und das hier ist unsere Antwort darauf.“ Gleichzeitig verwies Buggeln auf den Gewinn in Höhe von 5,1 Milliarden Euro, den Arcelor-Mittal, zu dem das Bremer Stahlwerk gehört, im vergangenen Jahr erwirtschaftet hatte.

Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg von mehr als zwölf Prozent. So sagten einige Mitarbeiter unter den Warnstreikenden: „In den letzten Jahren haben wir immer zurückgesteckt, und jetzt sind wir endlich mal wieder dran.“ Kollegen vom Bremer Mercedes-Werk und anderen Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie in Bremen und umzu bekundeten den Stahlarbeitern am Dienstagmorgen vor Ort ihre Solidarität.

Gerade mit der Einführung eines Urlaubsgeldes in Höhe von 1800 Euro oder wahlweise der Umwandlung in Freizeit folgen die Stahlarbeiter dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie, für die die IG Metall vor einem Jahr eine ähnliche Komponente, genannt "T-Zug", ausgehandelt hatte. Die wird ihnen einmal im Jahr ausgezahlt und besteht aus einem Fixbetrag von 400 Euro plus 27,5 Prozent eines Monatsgehalts. Arbeitnehmer mit Kindern bis acht Jahren oder mit pflegebedürftigen Angehörigen sowie Schichtarbeiter können wählen, ob sie lieber bis zu acht zusätzliche freie Tage anstatt des Geldes nehmen möchten. Im Bremer Mercedes-Werk beantragten 4393 Mitarbeiter die Umwandlung in Freizeit. Doch auch von Gewerkschaftsseite ist zu hören, dass die Kollegen in den Betrieben mit dem "T-Zug" erst mal Erfahrungen sammeln müssen. Dabei geht es auch darum, was realistisch möglich ist.

Warnstreik dauerte insgesamt zwölf Stunden

Dieser "T-Zug" ist auch für den Arbeitgeberverband Stahl momentan der größte Knackpunkt. Der Verbandsvorsitzende Andreas Goss sagte nach der letzten Verhandlungsrunde Anfang Februar, dass die Arbeitgeber kein Angebot vorlegen werden, solange keine Klarheit über die angestrebte Geldumwandlung in Zeit bestehe. Goss fügte an: "Besonders enttäuschend war, dass die Gewerkschaft sich strikt weigerte, unserer Bitte um ausführlichere Erläuterung ihrer Freizeitforderung nachzukommen. Für die stattdessen von ihr angekündigten Warnstreiks habe ich vor diesem Hintergrund kein Verständnis.“

Vor der Bremer Hütte war die Kundgebung am Dienstag nach einer Stunde beendet. Der Warnstreik lief aber noch bis zwölf Uhr, womit er insgesamt drei Stunden dauerte. Die vierte Verhandlungsrunde wird Montag in Düsseldorf stattfinden. Der Betriebsratsvorsitzende der Bremer Hütte, Klaus Hering, wird wieder mit am Verhandlungstisch sitzen. Mit einem "Glück auf" verabschiedete er sich am Dienstag am Mikrofon von den Kollegen.


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Leserkommentare
bremenkenner am 21.10.2019 18:08
Leider sehen das hier sehr viele genau anders herum und sind im festen Glauben dass Afrika zig mal in Europa reinpasst. Und viele Afrikaner glauben ...
peteris am 21.10.2019 17:36
Der Erdteil Afrika ist so groß, da passt Europa zig mal rein.

Es fallen dort nicht überall den Menschen Bomben auf den Kopf. ...
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