Wetter: Nebel, 11 bis 15 °C
Negativ-Rekord bei der Beteiligung
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Wie die Nichtwähler den Wahlausgang prägen

Sara Sundermann 12.05.2015 7 Kommentare

Haben Nichtwähler Bürgermeister Jens Böhrnsen zu Fall gebracht und der SPD ein Wahldebakel beschert? Eine Umfrage von Infratest Dimap legt zumindest nahe, dass die wachsende Gruppe der Nichtwähler ein zentraler Faktor war.

(Klaus Stuttmann)
Die Analyse zur Wählerwanderung auf Basis der ersten Hochrechnung zeigt: Nichtwähler bilden die größte Gruppe, die der SPD fehlt - größer als die Wählergruppe, die zur CDU wechselte. Auch die Grünen verloren der Umfrage zufolge die mit Abstand größte Gruppe ihrer früheren Wähler nicht an andere Parteien, sondern an die Nichtwähler.

Eine große Gruppe potenzieller SPD-Wähler lebt in armen Stadtteilen, klassische SPD-Hochburgen liegen im Bremer Westen. Das zeigen Wahlanalysen der vergangenen Jahre. Gebiete wie zum Beispiel Gröpelingen, in denen die SPD traditionell stark gewählt wurde, waren früher Arbeiterstadtteile – und sind heute von hoher Arbeitslosigkeit geprägt. Dort finden sich besonders viele Nichtwähler. „Zentraler Faktor für die geringe Wahlbeteiligung ist die soziale Lage, die bürgerlichen Wähler wählen weiter“, sagt Landeswahlleiter Jürgen Wayand.

Bremerhaven zieht den Schnitt nach unten

Bremens Wahlergebnisse der vergangenen Jahren zeigen: Die SPD leidet stärker unter der sinkenden Wahlbeteiligung als die CDU. Die Christdemokraten werden traditionell stärker in gutbürgerlichen Stadtteilen gewählt, wo Wahlberechtigte weiterhin abstimmen. Dennoch verlor Infratest Dimap zufolge auch die CDU am Sonntag Stimmen an die Nichtwähler. Die FDP und insbesondere die AfD konnten dagegen der Umfrage zufolge Nichtwähler aktivieren, um für sie zu stimmen.

SPD und Grüne erlitten unter den Parteien die größten Verluste durch Nichtwähler. Kehren mit diesem Wahlergebnis Bremens große Probleme – Armut, Arbeitslosigkeit und niedrige Bildung in vielen Stadtteilen - wie ein Boomerang zurück und wenden sich gegen Rot-Grün? Klar ist: Bremen hat die niedrigste Wahlbeteiligung der alten Bundesländer. Nicht einmal jeder Zweite ging zur Wahl, die Wahlbeteiligung im Land Bremen liegt den aktuellen Zahlen zufolge bei 49,6 Prozent. „Weniger als fünfzig Prozent – das war die magische Grenze, die da unterschritten wurde“, sagt Wayand.

Nach unten gezogen wird der Wert vor allem von Bremerhaven, wo die Wahlbeteiligung bei nur 40,5 Prozent liegt. In Bremen-Stadt gingen der Hochrechnung zufolge 51,5 Prozent der Berechtigten zur Wahl. „Es ist schon bei der letzten Wahl 2011 nicht gelungen, den Abwärtstrend zu stoppen – dieser Trend lässt sich aber in ganz Deutschland beobachten“, sagt Wayand. „Ausnahmen bilden Wahlen in Bundesländern, wo es ein Aufregerthema oder einen stärker zugespitzten Wahlkampf gab.“

Vor vier Jahren wurde im Vorfeld der Wahl viel mehr gemacht als dieses Mal, sagt der Landeswahlleiter auf Nachfrage: „Überall in den Stadtteilen gab es Vorträge zum neuen Wahlrecht, Studenten haben das Fünf-Stimmen-System erklärt, wir hatten richtige Kampagnenmanager für die Stadtteile.“ Möglicherweise habe dies 2011 zu einer Mobilisierung geführt, so dass die Wahlbeteiligung damals noch nicht ganz so stark sank wie jetzt, vermutet Wayand. „Diese großen Kampagnen in den Stadtteilen sind diesmal völlig unterblieben.“ Zur Bürgerschaftswahl 2011 war das Wahlrecht mit fünf Stimmen neu eingeführt worden.


Leserkommentare
werderfan am 23.10.2019 21:15
Ich versuche das mal kurz für die Demokratiefreunde zu erläutern:
1. Der Umweltausschuss des Beirats Blumenthal tagt am nächsten Montag ...
IhrenNamen am 23.10.2019 21:02
Ich bin mal sehr gespannt wie sich das auf die Spendensumme auswirkt.
Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 15 °C / 11 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Nebel.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/wolkig.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 30 %