Infektion Erster Nachweis von Affenpocken in Niedersachsen

Nachdem es schon in mehreren Bundesländern Fälle von Affenpocken gegeben hat, ist nun auch ein Fall in Niedersachsen bekannt geworden. Der Patient ist in Quarantäne - das Landesgesundheitsamt beruhigt.
31.05.2022, 17:35
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

Ein Fall von Affenpocken ist erstmals auch in Niedersachsen nachgewiesen worden. Das Ergebnis sei im Labor des Landesgesundheitsamtes bestätigt worden, teilte die Behörde in Hannover am Dienstag mit. Die erkrankte Person sei ein Reiserückkehrer aus Spanien.

Der Landkreis Northeim, wo der Patient lebe, habe Schutzmaßnahmen für den Betroffenen ergriffen und führe nun eine Kontaktpersonennachverfolgung im Umfeld des Patienten durch. Auch die Gesundheitsbehörden der Stadt und des Landkreises Göttingen seien eingebunden. Eine dort ansässige Arztpraxis hatte die Untersuchung veranlasst.

Bundesweit meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag insgesamt 33 bestätigte und bereits an das RKI gemeldete Fälle von Affenpocken. Neben diesen Betroffenen aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt wurde am Dienstag auch noch ein zusätzlicher Fall in Hamburg bekannt.

Übertragungen von Mensch zu Mensch selten, aber möglich

Das Labor des Landesgesundheitsamtes hatte mittels PCR-Diagnostik Pockenviren tierischen Ursprungs nachgewiesen. Die nachfolgende Analyse zur speziellen Differenzierung auf Affenpocken habe ebenfalls ein positives Ergebnis ergeben, hieß es.

Bei dem Patienten gebe es möglicherweise einen Zusammenhang mit weiteren Affenpocken-Fällen, die im Mai 2022 in verschiedenen Ländern außerhalb Afrikas registriert worden sind, hieß es. „Es ist nicht zu befürchten, dass es zu einer stärkeren Ausbreitung der Krankheit in der Bevölkerung kommt, weil effektive Schutzmaßnahmen durchgeführt werden können“, sagte der Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, Fabian Feil. Der Patient und seine Kontaktpersonen müssen nun in Quarantäne.

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Der erste nachgewiesene Fall in Deutschland überhaupt war Mitte Mai aus Bayern gemeldet worden. Affenpocken sind eine seltene, von Tieren auf Menschen übertragbare Viruserkrankung. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind selten, aber bei sehr engem Kontakt möglich.

Viele Übertragungen erfolgten offenbar bei sexuellen Aktivitäten, aktuell insbesondere bei Männern, die sexuellen Kontakt mit anderen Männern hatten, sagte Feil. Daher sei es wichtig, dass sich diese Personen beim Auftreten von Krankheitssymptomen sofort bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt vorstellen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, müsse gemeinsam mit dem Gesundheitsamt das weitere Vorgehen besprochen werden.

In Einzelfällen tödliche Erkrankungen möglich

Anfang Mai war ein Affenpocken-Fall in Großbritannien nachgewiesen worden - Experten zufolge kursierte der Erreger da aber wohl bereits in vielen Ländern. Das Virus verursacht nach Angaben von Gesundheitsbehörden meist nur milde Symptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und Hautausschlag. Die Zeit vom Kontakt bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt zwischen 7 und 21 Tagen.

Affenpocken können aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen, in Einzelfällen sind tödliche Erkrankungen möglich. Folgen einer überstandenen Infektion können Narbenbildung und selten auch Erblindung sein.

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