„Bezos Earth Fund“

Amazon-Chef: Zehn Mrd. Dollar für Kampf gegen Klimawandel

In Sachen Klimaschutz glänzte der Online-Handelsriese Amazon bislang eher nicht als Vorbild. Unternehmens-Chef Bezos will das Blatt nun wenden.
18.02.2020, 07:49
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Amazon-Chef: Zehn Mrd. Dollar für Kampf gegen Klimawandel

„Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für unseren Planeten“, sagt Jeff Bezos, Chef von Amazon.

Andrej Sokolow / dpa

Der Gründer und Chef des Internetkonzerns Amazon, Jeff Bezos, will zehn Milliarden US-Dollar für die Bekämpfung des Klimawandels spenden. „Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für unseren Planeten“, schrieb Bezos, der laut Rangliste des „Forbes“-Magazins der reichste Mann der Welt ist, am Montag auf seinem Instagram-Konto. Er gründe daher den „Bezos Earth Fund“, mit dem Wissenschaftler, Aktivisten und Nichtregierungsorganisationen beim Kampf gegen den Klimawandel finanziell unterstützt werden sollten. Erste Fördergelder sollten ab dem Sommer fließen.

Viele Mitarbeiter von Jeff Bezos sehen die angekündigte Spende kritisch. Zwar sei Bezos' Großzügigkeit lobenswert, doch müsse das Unternehmen zunächst selbst umweltfreundlicher werden, schrieb die Gruppe Amazon-Mitarbeiter für Klimagerechtigkeit in einer am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter veröffentlichten Stellungnahme.

„Wann wird Amazon aufhören, Öl- und Gasunternehmen bei der Zerstörung der Erde mit noch mehr Öl- und Gasbohrlöchern zu helfen?“, fragten die Mitarbeiter weiter. Amazon müsse aufhören, den Klimawandel leugnende Thinktanks zu finanzieren, und es müsse seine Lkws von Diesel auf Elektromotoren umstellen. Zudem fordern sie von dem Unternehmensgründer, der laut Rangliste des „Forbes“-Magazins der reichste Mann der Welt ist, eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz. „Wie die Geschichte uns lehrt, erheben sich wahre Visionäre gegen etablierte Systeme, auch wenn es sie selbst teuer zu stehen kommt“, so die Mitarbeiter.

Bezos' Vermögen wird bei „Forbes“ auf fast 130 Milliarden US-Dollar geschätzt. Er war in der Vergangenheit Kritik ausgesetzt, dass er gemessen an seinem Reichtum vergleichsweise wenig Geld spende. In den vergangenen Jahren hatte er seine Spenden jedoch ausgebaut. Erst vor wenigen Tagen hatte Bezos Schlagzeilen gemacht mit dem Kauf eines Luxusanwesens in Beverly Hills für 165 Millionen US-Dollar. (dpa)

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