Kommentar Anspruchsvoll

Silke Hellwig zum Kita-Ausbau. Man soll auch gönnen können, und das gilt auch für die Politik: Man muss dem Bund, den Kommunen und Städten, den Sozialbehörden und -ressorts sowie allen Trägern zubilligen, dass sie geschafft haben, was noch vor Kurzem für unmöglich galt. Wer sein Kleinkind in einer Kindertagesstätte unterbringen will, kann sein Kleinkind in einer Kindertagesstätte unterbringen.
31.08.2013, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Anspruchsvoll
Von Silke Hellwig

Zum Kita-Ausbau

Man soll auch gönnen können, und das gilt auch für die Politik: Man muss dem Bund, den Kommunen und Städten, den Sozialbehörden und -ressorts sowie allen Trägern zubilligen, dass sie geschafft haben, was noch vor Kurzem für unmöglich galt. Wer sein Kleinkind in einer Kindertagesstätte unterbringen will, kann sein Kleinkind in einer Kindertagesstätte unterbringen.

Nun ist Quantität nicht Qualität, keine Frage, und es gibt genug Beispiele von hingehuschten Provisorien, die zu Dauerlösungen verkommen sind. Man denke nur an Schulklassen in Containern. Aber Tatsache ist, dass die Gemeinden bislang nicht, wie noch im Juli geunkt wurde, mit einer Flut von Klagen überzogen wurden. 50 Beschwerden liegen offenbar vor – ein Klacks, zumal man nicht weiß, ob dahinter Prozesshansel-Familien oder schlaue Anwälte stehen oder nicht.

Nun kann man auf die Idee kommen: Wenn das offenbar gut geklappt hat, wenn die Kommunen – wenngleich teils auf den letzten Drücker – die Plätze bereitstellen konnten, könnte das doch auch mit anderen Rechtsansprüchen klappen. Die Bertelsmann Stiftung hat schon vorgeschlagen, einen Rechtsanspruch auf einen Platz an einer Ganztagsschule einzuführen.

Das ist nur folgerichtig: Wer Familien, vor allem Alleinerziehenden, helfen will, Beruf und Nachwuchs unter einen Hut zu bekommen, ohne sich tagtäglich abzuhetzen, muss für Ganztagsschulplätze sorgen. Es kann nicht im Sinne einer familienfreundlichen Politik sein, wenn die einen Eltern Glück haben und in einem Land wohnen, dessen Regierung Ganztagsschulen aus politischen Gründen wie Pilze aus dem Boden sprießen lässt, und andere Eltern Pech haben. Wie die in Bremen, wo der Wille da ist, aber das Geld fehlt.

Indes hätte es auch beim Ausbau der Kindertagesstätten gefehlt. Die Bundesregierung hat den Kommunen dafür fast fünf Milliarden Euro spendiert. So billig käme sie, welche auch immer es ab Herbst sein mag, beim Ausbau der Ganztagsschulen nicht davon. Doch es reicht eben nicht, gelegentlich den Satz „Kinder sind unsere Zukunft“ zu platzieren. Man muss auch ordentlich was dafür tun. silke.hellwig@weser-kurier.de

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