Kommentar über Chinas Mondlandung

Bedrohliches Programm

Mit der ersten Landung auf der Rückseite des Mondes feiert Chinas Weltraumprogramm einen Meilenstein. Doch die chinesische Raumfahrt hat auch ein Bedrohungspotenzial, meint unser Korrespondent Felix Lee.
03.01.2019, 22:19
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Bedrohliches Programm
Von Felix Lee
Bedrohliches Programm

Als größte Hürde galt bislang, dass auf der Rückseite des Mondes keine direkte Funkverbindung aufgebaut werden kann.

CNSA/XinHua/dpa

Keine Frage: China hat es einmal mehr geschafft, die Welt zu beeindrucken. 50 Jahre nach der ersten Landung auf dem Mond durch die Amerikaner und 37 Jahre, nachdem die Russen zuletzt den Erdtrabanten besuchten, gelingt China nun die erste Landung auf der erdabgewandten Mondseite.

Als größte Hürde galt bislang, dass auf der Rückseite des Mondes keine direkte Funkverbindung aufgebaut werden kann. Deshalb brachten die Chinesen einen Satelliten in Position, um die Signale aus dem Funkschatten zu lenken. Und auch die Landung auf der schroffen Rückseite des Mondes ist technologisch ein Erfolg.

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Doch was bringen solche Expeditionen? Haben die Europäer nicht zu Recht ihr Raumfahrtprogramm zurückgefahren? China sieht das anders. Für das aufstrebende Riesenreich ist Weltraumforschung die Grundlagenforschung für Medizin und Industrie. Vor allem aber dient sie dem Militär. Die chinesische Führung hat erkannt: Wer über zielgenaue Raketen im All verfügt, kann auch mit militärischen Flugkörpern quasi jedes Land der Erde bedrohen.

Auf die neue militärische Konkurrenz im All stellt sich US-Präsident Donald Trump bereits ein. Er hat ein neues militärisches Führungskommando, „Space Command“, ins Leben gerufen. Ein neues Wettrüsten hat längst begonnen. Angesichts dieser Entwicklung ist Chinas gelungene Landung auf der dunklen Seite des Mondes nicht nur faszinierend, sondern auch sehr bedrohlich.

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