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Beileidsbekundung für Neonazi hat Konsequenzen für Chemnitzer FC

Bei einem Spiel des Chemnitzer FC am Samstag wurde unter anderem eine Schweigeminute für den gestorbenen Thomas Haller abgehalten. Er soll die Organisation "Hooligans-Nazi-Rassisten" mitgegründet haben.
10.03.2019, 13:54
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Beileidsbekundung für Neonazi hat Konsequenzen für Chemnitzer FC

Beim Spiel Chemnitzer FC gegen VSG Altglienicke zündeten Anhänger im Chemnitzer Stadion eine Pyroshow in Gedenken an den verstorbenen Thomas Haller.

imago/HärtelPRESS

Der Chemnitzer FC hat eine umstrittene Beileidsbekundung für einen gestorbenen Fan, der als Mitbegründer einer rechtsextremen ehemaligen Organisation galt, als "keine offizielle Trauerbekundung" bezeichnet. Der Fußball-Regionalligist teilte am Sonntag mit, er habe "nach dem Tod von Thomas Haller im Rahmen des Ablaufs des Stadionprogramms den CFC-Fans und Hinterbliebenen die Möglichkeit der gemeinsamen Trauer" eingeräumt.

Einem Bericht des MDR zufolge wurde am Samstag auf der Video-Leinwand vor dem 4:4 des Drittliga-Absteigers gegen die VSG Altglienicke ein Porträt von Haller eingeblendet. Es habe eine Schweigeminute gegeben, ein schwarzes Kreuz und ein Transparent seien ausgerollt worden. Die schwarz gekleideten Fans in der Südkurve hätten zudem eine Pyro-Show in Rot und Weiß gezündet. In einer Rede seien die Verdienste Hallers für den Verein gewürdigt worden, schrieb der MDR.

"Gebot der Mitmenschlichkeit"

Der Chemnitzer FC erklärte dazu, gemeinsame Trauer zu ermöglichen, stelle keine Würdigung des Lebensinhalts dar. "Es ist ein Gebot der Mitmenschlichkeit, den Fans des CFC und Hinterbliebenen, die darum baten, die gemeinsame Trauer zu ermöglichen. Dies geschah in Übereinstimmung mit Abwägungen, die von den Sicherheitsbehörden getroffen worden waren", hieß es in der Stellungnahme.

Haller soll Anfang der 1990er-Jahre die Organisation "HooNaRa" (Hooligans-Nazis-Rassisten) mitgegründet haben, die sich 2007 auflöste. Er leitete bis 2006 den Ordnungsdienst beim Chemnitzer FC.

Strafe für Stürmer Daniel Frahn

CFC-Spieler Daniel Frahn hielt beim Torjubel ein schwarzes T-Shirt hoch, das dem MDR-Bericht zufolge die Aufschrift: "Support your local Hools" (Unterstütze deine lokalen Hools) trug. "Für Äußerungen dieser Art ist auf dem Fußballplatz kein Raum", hieß es in der Stellungnahme des Vereins. Der Stürmer wurde mit einer Geldstrafe belegt. Darüber hinaus droht dem 31-Jährigen eine Bestrafung von Verbandsseite. Frahn entschuldigte sich für seine Aktion beim Verein und dem Team.

Der kaufmännische Geschäftsführer des Chemnitzer FC, Thomas Uhlig, legte am Sonntag mit sofortiger Wirkung alle Ämter nieder. Er trage in seiner Funktion als kaufmännischer Geschäftsführer und Veranstaltungsleiter die Verantwortung für die Spieltage des CFC und dessen Begleiterscheinungen, erklärte der 46-Jährige. (dpa)

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