Meher D. wird in Libyen vermutet

Bericht: Mutmaßlicher Hintermann von Anis Amri identifiziert

Rund anderthalb Jahre nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt haben die Ermittler den Hintermann von Anis Amri identifiziert. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung".
05.07.2018, 18:33
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Bericht: Mutmaßlicher Hintermann von Anis Amri identifiziert

Eine Schneise der Verwüstung ist im Dezember 2016 auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz zu sehen, nachdem der Attentäter Anis Amri mit einem Lastwagen über den Platz gerast war.

Bernd von Jutrczenka / dpa

Anderthalb Jahre nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner Breitscheidplatz haben die Ermittler einem Medienbericht zufolge den Hintermann des Attentäters Anis Amri identifiziert. Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) habe am Donnerstag Haftbefehl gegen einen 32 Jahre alten Tunesier namens Meher D. erlassen, berichteten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR. Der Gesuchte werde demnach in Libyen vermutet, wo er sich 2015 der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen habe. Nun werde nach ihm wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Beihilfe zum Mord gefahndet. Bei der Bundesanwaltschaft war dazu zunächst niemand zu erreichen.

Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gesteuert. Elf Menschen wurden getötet, viele weitere verletzt. Außerdem hatte der 23-jährige Tunesier zuvor den Lastwagen-Fahrer erschossen. Es war der bislang schwerste islamistische Terroranschlag in Deutschland. Amri war vier Tage später auf seiner Flucht nahe Mailand von Polizisten erschossen worden.

Die Ermittler waren schon länger davon ausgegangen, dass Amri eine Art Mentor beim IS hatte, mit dem er noch aus der Führerkabine Chat-Nachrichten austauschte. Dem Bericht zufolge könnte es sich bei Meher D. um diesen Mann handeln. Der Gesuchte soll Amri seit Herbst 2016 aus der Ferne betreut haben. An der Suche nach ihm seien nun auch der Bundesnachrichtendienst und amerikanische Geheimdienste beteiligt. Die tunesische Justiz fahnde schon länger nach ihm. (dpa)

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