Kommentar

Beschämend

Alexander Pitz zum Betreuungsgeld Die Kritiker haben es befürchtet: Das vor einem Jahr eingeführte Betreuungsgeld hält vor allem „bildungsferne“ und „sozial benachteiligte“ Familien mit Migrationshintergrund davon ab, ihre Kinder in die Kita zu schicken – obwohl gerade sie besonders darauf angewiesen wären. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die die Bedenken der Skeptiker mit Fakten untermauert.
29.07.2014, 00:00
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Beschämend
Von Alexander Pitz

Alexander Pitz

zum Betreuungsgeld

Die Kritiker haben es befürchtet: Das vor einem Jahr eingeführte Betreuungsgeld hält vor allem „bildungsferne“ und „sozial benachteiligte“ Familien mit Migrationshintergrund davon ab, ihre Kinder in die Kita zu schicken – obwohl gerade sie besonders darauf angewiesen wären. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die die Bedenken der Skeptiker mit Fakten untermauert.

Obwohl sich die von Schwarz-Gelb durchgesetzte „Herdprämie“ nun also wirklich als der Flop erweist, für den sie viele schon immer hielten, hält die schwarz-rote Bundesregierung weiter daran fest. Dass sich die Union weigert, von ihrem konservativen Vorzeigeprojekt abzurücken, ist freilich nicht weiter verwunderlich. Mehr als befremdlich ist indes die Haltung der Sozialdemokraten. Einerseits machen sie keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen das Betreuungsgeld, andererseits haben sie nicht den Mumm, etwas dagegen zu unternehmen. „Wir stehen zum Koalitionsvertrag“, lautet die lapidare Erklärung aus Manuela Schwesigs Familienministerium.

Dabei müsste die Ministerin am besten wissen, was zu tun ist. Das Betreuungsgeld ist nicht nur familienpolitisch sinnlos, es schadet zudem der Chancengerechtigkeit in diesem Land. Dass ausgerechnet die SPD dabei tatenlos zusieht, ist eine Schande. alexander.pitz@weser-kurier.de

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