Buchungslage Besuch der Elphi-Plaza bald nur noch gegen Eintrittsgeld?

Die Plaza in der Elbphilharmonie ist eines der großen touristischen Highlights der Hansestadt. Und auch bei den Hamburgern selbst ist die Aussichtsplattform sehr beliebt. Bislang konnte man den Blick von dort kostenlos genießen - das dürfte sich wohl bald ändern.
25.05.2022, 07:05
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

Für den Besuch der beliebten Aussichtsplattform in der Hamburger Elbphilharmonie könnte bald Eintritt fällig werden. Der Fokus der Betreibergesellschaft ELBG liege auf einer intensivierten kommerziellen Nutzung der Plaza, bis hin zur Prüfung eines Eintrittsgeldes, heißt es in einem Schreiben der Kulturbehörde an den Kulturausschuss der Bürgerschaft. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte am Mittwoch, dass entsprechende Überlegungen angestellt würden, um einen kostendeckenden Betrieb sicherzustellen. Details wie Höhe oder Einführungszeitpunkt eines Eintrittsgeldes seien aber noch nicht geklärt. Zuvor hatten Medien über die Pläne berichtet.

Hintergrund sind coronabedingte Defizite bei der ELBG. Für das Geschäftsjahr 22/23 belaufe es sich auf 2,6 Millionen Euro, sagte einer Sprecherin der Kulturbehörde. Allein die Mehrkosten durch die Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro schlügen mit 1,3 Millionen Euro zu Buche.

„Gerade weil die Elbphilharmonie viel gekostet hat (und übrigens auch weiter kostet), geht es nicht ohne Maßnahmen auf Einnahme-Seite - leider im Einzelfall auch unpopuläre“, twitterte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) am Mittwoch.

Der spontane Besuch der Plaza ist seit ihrer Eröffnung im November 2016 kostenlos. Lediglich für die Buchung eines Besuchstermins werden zwei Euro erhoben. Die Aussichtsplattform in 37 Metern Höhe hatte erst kürzlich ihren 15. Millionsten Besucher begrüßt.

Die Linksfraktion fordert in einem Antrag für die Bürgerschaft, dass die Plaza den Menschen auch weiterhin kostenlos offenstehen müsse. Die Erhebung eines Eintrittsgeldes würde den Bruch eines Versprechens des ehemaligen Bürgermeisters und Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD) bedeuten, weil dieser bei der Eröffnung der Plaza gesagt habe: „Jede Hamburgerin und jeder Hamburger kann ab heute hierher kommen und sagen: Das ist unser Balkon, der größte der Stadt. (...) Die Plaza ist ein öffentlicher Ort, frei zugänglich für jedermann und jede Frau.“

Laut Kulturbehörde ist eine Bepreisung des Plaza-Konzepts bereits lange geplant. Schon in dem 2016 von der Bürgerschaft beschlossenen Betriebskonzept heißt es: „Um vor allem den Hamburgerinnen und Hamburgern die Möglichkeit zu eröffnen, die Plaza kostenlos kennenzulernen, wird ein Besuch der Plaza bis zum Ende der ersten regulären Spielbetriebs-Saison 2017/18 (August 2018) unentgeltlich möglich sein.“

Auch Dressel verwies bei Twitter darauf, dass es kein „ausdrückliches Versprechen, die Plaza der Elbphilharmonie für immer eintrittsfrei zu halten“, gegeben habe. „Sollen jetzt kleine Kultureinrichtungen für Verluste im Bereich der Elphi herhalten? Das ist keine bessere Lösung...“, schrieb er.

Der kulturpolitische Sprecher der CDU-Faktion, Eckard H. Graage, forderte ein Umdenken. „Die Plaza der Elbphilharmonie sollte den Hamburgerinnen und Hamburgern zur freien Verfügung stehen, nachdem das Wahrzeichen durch Hamburger Steuergelder in Millionenhöhe aufwendig errichtet wurde“, sagte er.

Und AfD-Fraktionschef Dirk Nockemann warf dem rot-grünen Senat vor, den Bürgern nicht einmal mehr den schönen Blick zu gönnen. „Wir fordern, dass der Senat sämtliche Pläne über Plaza-Eintrittsgelder zu den Akten legt und weiterhin kostenfreien Zugang gewährt.“

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