Bildungspolitik Bildungssystem „unterfinanziert“: GEW fordert mehr Geld

Gefordert wurde es schon lange, künftig sollen Lehrer mehr verdienen: Darin sind sich die Parteien im Wahlkampf vor der Landtagswahl in Niedersachsen einig. Die Gewerkschaft GEW aber verlangt noch mehr für die Bildung - und spricht eine Warnung aus.
27.05.2022, 11:42
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Von dpa

Vor der Landtagswahl in Niedersachsen am 9. Oktober hat die Bildungsgewerkschaft GEW Investitionen in Bildung gefordert - und die Parteien vor leeren Versprechungen gewarnt. Die Gewerkschaft werde beobachten, was die neugewählte Regierung für Schulen, Hochschulen und Erwachsenenbildung vereinbaren werde und wie die Umsetzung ablaufen solle, teilte die GEW am Freitag mit. Versäumnisse der Vergangenheit hätten die Beschäftigten misstrauisch gemacht. Alle Parteien hätten offensichtlich erkannt, dass das Bildungssystem seit vielen Jahren kaputtgespart werde, sagte GEW-Landeschef Stefan Störmer.

Viele Lehrkräfte hätten in das Versprechen, dass Grund-, Haupt- und Realschullehrkräfte künftig dasselbe verdienen soll wie ein Lehrer am Gymnasium, wenig Vertrauen. Kurzfristig werde sich der Mangel an Personal nicht so einfach kompensieren lassen. „Schon vor Jahren wären höhere Ausbildungskapazitäten notwendig gewesen. Gleichzeitig wandern zum Teil junge Lehrkräfte in andere Bundesländer ab, weil sie dort attraktivere Gehalts- und Arbeitsbedingungen vorfinden“, mahnte Störmer.

„Wenn nicht nur die Regierungsparteien SPD und CDU, sondern auch Grüne und FDP spürbare Investitionen in Aussicht stellen und diese möglicherweise nach dem Wahltag schnell wieder vergessen, werden wir uns energisch dagegen wehren“, kündigte Störmer an. Es sei zwar zu begrüßen, dass die Kürzungspolitik in der Bildung aufgegeben werden solle - Skepsis bleibe aber angezeigt.

„Es ist gut, wenn die generelle Mangelwirtschaft in der Bildung endlich erkannt wird. Doch Einzelmaßnahmen sorgen nicht dafür, dass das Schiff richtig flottgemacht wird, sondern lediglich dafür, dass es nicht kentert“, sagte er. „Ab dem Tag nach der Landtagswahl muss es sofort um eine lang angelegte und milliardenschwere Investitionsoffensive für Niedersachsen gehen.“ Störmer forderte, Mittel für die Erwachsenenbildung auszuweiten und für Hochschulen mehr Geld zu geben, damit mehr Lehrkräfte ausgebildet werden könnten.

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