„Rassismus tötet, auch in Deutschland“

Carolin Kebekus mit „Brennpunkt“ über Rassismus

In der Carolin-Kebekus-Show ging es am Donnerstagabend nicht um Comedy, sondern um Rassismus. Dafür initiierte Kebekus einen „Brennpunkt“. Die Botschaft: Auch in Deutschland gibt es immer noch täglich Rassismus.
05.06.2020, 10:38
Lesedauer: 2 Min
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Carolin Kebekus mit „Brennpunkt“ über Rassismus
Von Ina Schulze
Carolin Kebekus mit „Brennpunkt“ über Rassismus

Aus aktuellem Anlass ändert Carolin Kebekus ihr Programm und sendet einen "Brennpunkt" zum Thema "Rassismus".

Guido Kirchner, dpa

Am 25. Mai starb der Afro-Amerikaner George Floyd in Polizeigewahrsam. Am Donnerstag nahmen zahlreiche Menschen an seiner Trauerfeier teil, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Seit seinem Tod gibt es weltweit Proteste gegen rassistische Gewalt - auch in Bremen. Dass die Diskriminierung von schwarzen Menschen kein rein amerikanisches Problem ist, zeigte die Moderatorin in Komikerin Carolin Kebekus in ihrer gleichnamigen Show am Donnerstagabend.

„Herzlich willkommen zum Brennpunkt im ersten deutschen weißen Fernsehen“, mit diesen Worten begrüßte die Moderatorin und Autorin Shary Reeves die Zuschauer in der Show. Dort ging es dieses Mal nicht um Comedy, sondern um Fremdenhass. „Rassismus tötet, auch in Deutschland“, sagt Kebekus. Und damit müssten sich alle auseinandersetzen - auch wenn es wehtue. „Und da die ARD bisher keinen Brennpunkt dazu gemacht hat, machen wir einfach einen“, sagte Kebekus.

Shary Reeves präsentierte in 8 Minuten und 46 Sekunden Minuten, was schwarze Menschen in Deutschland fast täglich erleben. Menschen mit heller Haut könnten das nicht nachempfinden. 8 Minuten und 46 Sekunden - so lange kniete der Polizeibeamte auf George Floyd. So lange schwiegen auch Oliver und Amira Pocher in ihrer Late-Night-Show “Pocher – gefährlich ehrlich!” und gedachten damit Floyd.

In dem „Brennpunkt“ äußern sich unter anderem Hip-Hop-Musiker Dennis Lisk alias Denyo von den Beginnern, Moderatorin Hadnet Tesfai und der ehemalige deutsche Fußballnationalspieler Patrick Owomoyela. „Auch meine Haut war nicht allen weiß genug“, sagt Owomoyela, der zwischen 2005 und 2008 für Werder Bremen spielte, „Es schmerzt wahnsinnig, zu wissen, dass du dir auf dem Platz zwar den Allerwertesten aufreißen kannst für dieses Land, aber neben dem Platz nicht wirklich von allen akzeptiert wirst.“

Die Schauspielerin Thelma Buabeng erzählt im Beitrag von einer unfassbaren Erfahrung bei einer anthroposophischen Frauenärztin. Sie habe Schmerzen gehabt. Die Ärztin habe darauf hingewiesen, dass Schmerzen typisch bei afrikanischen Frauen seien, da diese die Schmerzen der afrikanischen Frauen - von Sklaverei, Kolonialismus, Vergewaltigung - in ihrem Becken tragen würden. Die Ärztin empfahl ihr, dass sie zu Trommelmusik den Schmerz einfach rausschütteln solle.

Sehen Sie hier den ganzen „Brennpunkt“-Beitrag aus „Die Carolin Kebekus Show“.

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