Rabba regt sich auf über...

"Der Bachelor"

Sogenanntes Trash-TV ("Müll") hat sich in der Medienlandschaft etabliert. Unser Redakteur Michael Rabba hat sich eine Folge von "Der Bachelor" angeguckt.
10.02.2016, 10:43
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Von Michael Rabba
"Der Bachelor"
RTL/Stefan Gregorowius

Sogenanntes Trash-TV ("Müll") hat sich in der Medienlandschaft etabliert. Unser Redakteur Michael Rabba hat sich eine Folge von "Der Bachelor" angeguckt.

Kaum ist das Dschungelcamp vorbei, bringt RTL den nächsten TV-Kracher für Menschen wie mich - Akademiker oder zumindest nicht Bildungsferne, die tagsüber - überwiegend - mit intelligenten Zeitgenossen zu tun haben und abends als Kontrast einfach mal trashig abschalten möchten.

Also lieber Bachelor, willkommen bei mir Zuhause. TV an- Gehirn ausschalten. Doch Letzteres will irgendwie nicht so recht klappen. Ich kann regelrecht fühlen, wie der graue Klumpen hinter meinen Augen rebelliert im Angesicht des Grauens in Miami.

Schon vor der zweiten Werbepause möchte ich dem Bachelor zurufen: Gib diesen kreischenden, bis auf wenige (zumindest körperliche) Ausnahmen kaum der Pubertät entwachsenen, Mädchen doch einfach 20 Cent, damit sie sich aus dem nächsten Kaugummiautomat einen Plastikring ziehen können. Wäre für die sicher krass romantisch. Und wenn es in Miami keine Kaugummiautomaten gibt, sperr' die Mädels halt mit einer ganzen Staffel Sex and the City-DVDs und einem Flatscreen-Fernseher in einem schalldichten Raum im Keller der Villa ein. Am besten mit einem 65-plus-Zöller. Was werden die Püppis schreien: „Oh mein Gott, ist der groß!“

Und dann, lieber Bachelor, holst du dir einen guten Single Malt aus der Bar, vielleicht noch einen runter, und genießt die Abende auf der Terrasse. Doch das (meiste davon) kann der Bachelor nicht, klar, er hat ja einen Vertrag mit RTL unterschrieben.

Tja, nun muss der gute Leonard noch tagelang ständig Interesse heuchelnd das Geplapper dieser Quietsch-Barbies ertragen. Da hat die eine Tussi doch tatsächlich zum Bachelor gesagt, dass sie schon „ganz viel gemacht“ hat - um dann nachzuschieben, dass sie mal auf dem Gymnasium war. Toll, wer hat da bloß immer ihre Hausaufgaben gemacht?

Und wieder eine andere dieser Prinzessinnen auf der Erbse hat gepetzt, dass noch eine andere keine Kinder mag. Im Angesicht einer solchen verbalen Kinderkacke ruhig zu bleiben und keinen Lachkrampf zu bekommen, ist schon eine Leistung. Anerkennung Leonard.

Aber ist dieser Bachelor wirklich so wie er sich in der Sendung gibt? Charmant, verständnisvoll, kinderlieb bis zur Selbstaufgabe und echt der Meinung, durch so eine Dating-Show seine große Liebe finden zu können?

Man (und Mann) kann ja nur für ihn hoffen, dass das nicht zutrifft. Sondern dass der Leonard ein cleveres Kerlchen ist: dass er nur mitmacht, weil er für seine Schinderei in der Mucki-Bude belohnt werden und schon immer mal mit einem Haufen Weiber in einem geilen Hotel in Miami auf lau fette Tage verbringen wollte.

Auch für die Bewerberinnen möchte man hoffen, dass sie ebenfalls wenigstens ansatzweise so denken. Aber die Wahrheit ist wohl: das tun sie nicht.

Ist eigentlich noch Single Malt da? Zeit zum Abschalten.

Alle "Rabba regt sich auf"-Beiträge gibt es in unserem Dossier .

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